SPÖ NÖ zur neuen Donaubrücke: „Wir brauchen Entlastung und keine weitere Belastung“
ENNSDORF/ST. PÖLTEN. Im NÖ Landtag fiel vorige Woche mit Stimmen der ÖVP und FPÖ der Beschluss für die Variante 12, also für den Bau einer zweiten Donaubrücke 700 Meter östlich der bestehenden. Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ) brachte einen Abänderungsantrag ein, der jedoch keine Mehrheit fand.

Die jetzt neu beschlossene Trasse ist für LH-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ) aus mehreren Gründen problematisch: „Durch die vorliegende Variante wird das Verkehrsaufkommen in die Ortsgebiete verlagert. Ohne begleitende Verkehrsmaßnahmen wird das Ortsgebiet von Ennsdorf bis 2035 mit zusätzlich rund 4.000 Fahrzeugen belastet. Ein unzumutbarer Zustand.“ Dadurch, dass die neue Brücke nicht an die B123a angebunden ist, würden enorme Umwege entstehen. „Vier Spuren ziehen unweigerlich mehr Verkehr an als zwei Spuren. Durch die beschlossene Trasse laufen wir Gefahr, dass der überregionale Lkw-Verkehr von Tschechien herkommend zunimmt und auch die Autobahnauffahrt Enns-Ost überlastet wird“, fügt Ennsdorfs Bürgermeister Daniel Lachmayr hinzu.
Bei Hochwasser nicht befahrbar
„Straßenbauten wie Kreisverkehre, die erst 2017 im Zuge der B123 Umfahrung Pyburg-Windpassing errichtet wurden, müssen wieder abgerissen werden. Der Verkehr wird von der neuen Donaubrücke zur Gänze in Richtung der Gemeinde Ennsdorf gelenkt“, kritisierte Lachmayr. Mit der vorliegenden Planung werde außerdem das Hochwasser-Abflussgebiet abgeschnitten und nochmals um rund zehn Hektar verringert. Im Hochwasserfall sei es somit nicht befahrbar. Der letzte Auwald in der Region würde durchschnitten, eine Zerstörung eines Naherholungsgebietes, das als regionale Grünzone ausgewiesen ist, sei die Konsequenz. Lachmayr begrüßt auch die im Antrag der SPÖ geforderte Sicherstellung eines Lkw-Durchfahrverbots (ausgenommen Quell- und Zielverkehr) durch das Siedlungsgebiet der Gemeinde Ennsdorf. „Wir wollen ein funktionierendes, sinnvolles, zukunftsträchtiges, vernünftiges Verkehrskonzept für die gesamte Region und nicht nur einen zusätzlichen Strich über die Donau. Mit viel Steuergeld (die prognostizierten Kosten für den Abschnitt „Knoten B3 – Donaubrücke – Knoten Pyburg B123“ sollen sich auf rund 168 Millionen Euro belaufen) soll hier ein Projekt realisiert werden, das mehr Verkehr in Ortsgebiete verlagert. Wir brauchen Entlastung und keine weitere Belastung,“ so Schnabl, Suchan-Mayr und Lachmayr.


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