Bio-Bauer Christian Skohautil: Urvertrauen in die Natur
ERLA. Christian Skohautil ist Bio-Bauer aus Leidenschaft. Seine Spezialität ist Skotis Bio-Zuckermais im Glas.

Christian Skohautil lebt seit 1997 am Hof mit dem Hausnamen Stoiber z'Weinberg. Damals war der Hof auf Rindermast spezialisiert. Im Jahr 2007 übernahm Skohautil gemeinsam mit seiner Frau Elfriede den Hof von den Schwiegereltern und stellte ihn auf einen Bio-Marktfruchtbetrieb um.
Die ersten beiden Jahre als Bio-Bauer musste sich Skohautil dem Misstrauen der konventionellen Bauern stellen. Als diese aber sahen, dass auf seinen Feldern „was Gescheites“ wächst, schwand das Misstrauen. Mittlerweile gibt es in Erla fünf Biobetriebe.
Nur gute Erfahrungen
„Ich habe mit dem Biolandbau nur gut Erfahrungen gemacht“, erklärt Skohautil. „Wir haben viel ausprobiert und aus der Erfahrung gelernt.“
Auf Bio-Feldern gibt es zwar weniger Ertrag, aber man erspart sich Kosten für Düngemittel und andere Chemikalien und unterm Strich geht die Rechnung auf. „Und es macht viel mehr Freude“, berichtet Skohautil, dem man die Begeisterung wirklich ansieht.
Derzeit wächst auf einem Feld Mais, aus dem Skotis Bio-Zuckermais entstehen wird. Die Unkrautentfernung übernimmt Skohautil persönlich. Er geht alle Reihen ab und zupft das Unkraut händisch aus.
Auf einem anderen Feld ist die Wintergerste bereits gedroschen. Sie wird dieses Jahr an die Freistädter Brauerei geliefert, die sie für das Bio-Zwickl verwendet. Im Feld sieht man zwischen den abgedroschenen Halmen Klee wachsen. Klee holt sich Stickstoff aus der Luft, bringt ihn in den Boden und düngt ihn auf diese Weise. Und wenn man genau schaut, dann sieht man auch schon die noch zarten Kümmel-Pflanzen, die nächstes Jahr reif werden.
Wie das Kümmelfeld dann aussehen wird, sieht man auf dem nächsten Feld, auf dem der Kümmel bereits reif zum Abdreschen ist. In diesem Feld wachsen auch zahlreiche andere Pflanzen, vor allem Gräser. „Diese werde mitgedroschen“, erklärt Skohautil und dann wird in einer Sortieranlage Kümmel von anderen Pflanzenteilen getrennt.
Kein Pflug
Dass auf Skohautils Böden alles so gut gedeiht, liegt an der behutsamen Art, mit der er die Böden bearbeitet. „Man muss dem Boden seine Ruhe lassen und die Bodenlebewesen nicht zu sehr stören.“ Daher ist der Betrieb seit sieben Jahren pflugfrei. Skohautil verzichtet auch auf Betriebsmittel, die im Bio-Landbau erlaubt wären. Skohautil: „Die Natur regelt alles von selbst, wenn man sie nicht zu sehr stört.“
Natürlich setzt Skohautil eine ausgeklügelte Fruchtfolge ein und weiß, welche Untersaaten er verwenden muss. So entsteht Humusaufbau. Auch die Dreschtermine setzt Skohautil so an, dass er nur bei trockenem Boden drischt – und die Ernte gegebenenfalls in seiner mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Wald betriebenen Trocknungsanlage trocknet.
Nächste Generation
Sohn Gabriel Skohautil (19) will einmal den Hof übernehmen. Er hat heuer die Matura am Josephinum in Wieselburg absolviert. Nun kommt der Zivildienst. Anschließend erwägt er ein Studium, um weitere Erfahrungen zu sammeln.
Skotis Bio-Zuckermais
Skohautils Mais wird von der Machland GmbH zu Skotis Bio-Zuckermais im Glas verarbeitet. Seit zehn Jahren vertreibt er ihn als Eigenmarke. Erhältlich ist er in den Bioläden und Bauernläden, wie dem Dorfladen, aber auch am Hof in Weinberg 4 selbst.


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