SAUM-Geschäftsführerin Claudia Böberl: „Jeder kann was und hat Talente“
ENNS/BEZIRK PERG. Claudia Böberl ist seit 2020 Geschäftsführerin des Verein SAUM, der fünf Ausbildungs- und Beschäftigungsprojekte in der Region betreibt. Die Ennserin ist überzeugt, dass jeder Talente hat und Arbeit als ganz wesentlicher Teil des Lebens zu Selbstbestimmtheit und Erfüllung führt.

„Arbeit gehört zur Identität des Menschen dazu, um selbst wirksam sein zu können, weil man etwas leisten und auch bewegen kann“, so die 54-jährige Ennserin. Seit inzwischen drei Jahrzehnten ist Claudia Böberl daher in verschiedenen Funktionen im Bereich Arbeit und Beratung tätig, um Menschen in eine Zukunft mit beruflichen Perspektiven zu begleiten.
Seit 2020 leitet sie den Betrieb des Verein SAUM. Die Sozial- und Ausbildungsinitiative beschäftigt derzeit rund 33 Teilnehmer in Beschäftigungsprojekten, 15 Lehrlinge in Ausbildung und bietet 40 Schulungsplätze an. Mit 33 Schlüsselkräften muss Böberl damit eine Organisation mit rund 120 Menschen leiten.
Ihre soziale Ader hat Claudia Böberl schon in sehr jungen Jahren entdeckt. Ihr Vater war bei der Feuerwehr engagiert und in der Zuckerfabrik lernte das Kind Claudia von klein auf Initiativen kennen, in denen Menschen sich für andere einsetzen.
Respektvolles Miteinander
Der berufliche Weg führte die Ennserin also in den Sozialbereich. Nach einem sozialen Jahr beim Diakoniewerk war dann endgültig alles klar. Später war sie in der Arbeitstraining für arbeitslose Frauen im biologischen Gemüseanbau in Steyr tätig und schließlich führte Böberl ihr Interesse zur Pro Mente OÖ. Mit der Geschäftsführung bei SAUM ist die Ennserin nun direkt in der Region angekommen. Die Projekte tragen mit den Standorten in Mauthausen, Perg, St. Valentin und Enns einen wichtigen Teil zur Bekämpfung der Armut bei. Die wichtigsten Einrichtungen in Enns sind das Nachreifungsprojekt Arbeitsraum und der Stützpunkt, welcher auch den SOMA-Sozialmarkt betreut.
„Wir wollen die Menschen in eine Atmosphäre bringen, in der sie erkennen, dass sich alles gut entwickeln wird. Jeder kann was und hat Talente“, so Böberl überzeugt. „Wichtig ist mir dabei vor allem ein respektvolles Miteinander. Wir arbeiten mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen zusammen. Mit dieser Verschiedenartigkeit müssen wir an einem Strang ziehen, nur gemeinsam kommen wir weiter.“
Mitbegründerin des Frauennetzwerkes
Claudia Böberl war aber auch immer neben dem Job in sozialen Organisationen aktiv. So war sie Mitbegründerin des Frauennetzwerkes Linz-Land und brachte sich als Vorstandsmitglied in die Aufbauarbeit ein. „Ich hab damals davon gehört, dass man sowas gründen will, da hab ich mich einfach gemeldet“, erinnert sich die 54-Jährige. „Frauen und Arbeit waren immer meine Themen. Frauen sollen selbst entscheiden, wie ihr Leben aussehen soll, das ist mir ein Herzensanliegen.“
Und genau mit diesem Zugang steht Böberl heute auch für die aktive Unterstützung von jungen Frauen, die in den Projekten des Vereines SAUM wichtige Grundkenntnisse lernen, um später nicht nur im Beruf, sondern auch im Leben selbstbestimmt sein zu können.
Rahmenbedingungen für Frauen verbessern
„Ich finde es auch wichtig, dass junge Frauen handwerkliche Berufe ergreifen.“ Vielen Frauen sei leider nicht bewusst, wie wichtig es ist, dass sie selbstständig sind. „Wenn man Frauen befähigen will, dass sie gut arbeiten, dann muss man aber auch die Kinderbetreuung gut aufstellen“, betont Böberl, dass hier die Politik noch einige Aufgaben offen habe. Einer Vollzeitbeschäftigung können aufgrund fehlender Betreuungsangebote viele nicht nachgehen, das sei natürlich auch im Sozialbereich ein großes Thema, wo es diese Kräfte aber unbedingt brauche. „Und natürlich brauchen diese Angebote auch unsere Projektteilnehmerinnen, damit sie eine Chance auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft haben.“


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