Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Nationalratswahl 2024: Spitzenkandidaten aus Linz-Land und der Region Enns im Gespräch

Maya Lauren Matschek, 18.09.2024 15:59

LINZ-LAND/ENNS. Am Sonntag, 29. September, wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Schon seit Wochen werben die Parteien um die Gunst der Wähler und präsentieren sich und ihre Wahlprogramme. Tips stellt die Spitzenkandidaten der großen Parteien im Bezirk Linz-Land (und der Region Enns) näher vor.

Am Sonntag, 29. September, wird gewählt. (Foto: Spitzi-Foto - stock.adobe.com)
Am Sonntag, 29. September, wird gewählt. (Foto: Spitzi-Foto - stock.adobe.com)

Dabei hat Tips Marion Kullmann von der ÖVP (Listenplatz 2), Sabrina Klausberger von der SPÖ (Listenplatz 2), Peter Gattringer von der FPÖ (Listenplatz 3), Agnes Prammer von den Grünen (Listenplatz 1) und Lorenz Horvath von den Neos (Listenplatz 2) zu ihren wichtigsten Zielen in der Region, zu den Themen Klimaschutz, Migration, Arbeitsmarkt und Bildung befragt.

Klimaschutz

Marion Kullmann, ÖVP: Als Unternehmerin liegt mir Klimaschutz mit gesundem Menschenverstand am Herzen, da Betriebe und die damit verbundenen Arbeitsplätze nicht durch Überregulierung gefährdet werden sollten. Wir setzen auf Fortschritt und Innovation.

Sabrina Klausberger, SPÖ: Öffentlicher Verkehr ist ein wichtiger Hebel für Klimaschutz. In Linz-Land unterscheiden sich die Verkehrsanbindungen in den Orten stark. Der Preis des Klimatickets ist ein wichtiger gemeinsamer Faktor – hier müssen wir nachverhandeln. 

Peter Gattringer, FPÖ: Eine ideologiefreie Energiepolitik ist essenziell, um unseren Wohlstand zu sichern. Private und Unternehmen müssen unterstützt werden. Beim Klima- und Umweltschutz dürfen nicht moralische Interessen überwiegen.

Agnes Prammer, Grüne: Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Unser Handeln bestimmt wie künftige Generationen leben. Effektiven Klimaschutz gibt es nur mit den Grünen. Wir brauchen eine raschere Energie- und Mobilitätswende und echten Bodenschutz.

Lorenz Horvath, Neos: Wir setzen auf erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Mit einer aufkommensneutralen CO2-Steuer wollen wir klimafreundliche Innovationen fördern, die Bodenversiegelung eindämmen und unsere Region lebenswerter gestalten.

Migration

Marion Kullmann, ÖVP: Ich befürworte ein definitives Nein zur illegalen Migration in unser Sozialsystem. Einen geordneten Zuzug mit Blick auf unseren Arbeitsmarkt muss es geben, aber Integration heißt Anpassung und diese gehört eingefordert, kontrolliert und gefördert.

Sabrina Klausberger, SPÖ: Eine gerechte Verteilung von Asylwerbern in der EU, Sanktionen bei Nichteinhaltung und Verfahrenszentren an den Außengrenzen sind entscheidende Schritte. Deutschkurse, Unterkünfte und ein Pflicht-Integrationsjahr schaffen Perspektiven.

Peter Gattringer, FPÖ: Wir müssen die Asyl-Einwanderung durch sichere Grenzen auf null stellen, kriminelle Ausländer strikt ausweisen, bzw. bei negativen Asylbescheiden abschieben. Wir wollen uns aussuchen, wer bei uns leben darf. Leistungsträger sind willkommen.

Agnes Prammer, Grüne: Ohne Zuzug aus dem Ausland wären viele Berufe und Branchen in Gefahr. Pflege, Gastronomie und viele andere Bereiche. Wir brauchen Menschen, die hier arbeiten und leben möchten. Das erfordert Maßnahmen und Bereitschaft zu Integration.

Lorenz Horvath, Neos: Qualifizierter Zuzug ist entscheidend, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Asylwerbende sollten leichter Zugang zum Arbeitsmarkt haben – das fördert die Integration und senkt unmittelbar die Sozialausgaben.

Arbeitsmarkt

Marion Kullmann, ÖVP: Arbeitende sollten mehr haben als Nicht-Arbeitende. Als Volkspartei setzen wir uns für eine zeitabhängige Reduzierung des Arbeitslosengeldes ein. Durch einen Vollzeitbonus möchten wir Anreize für Vollzeitarbeit schaffen, damit Leistung belohnt wird.

Sabrina Klausberger, SPÖ: Die Arbeitsplätze-Sicherung, gesunde Erwerbstätige bis zum 65. Lebensjahr und eine Beschäftigungsgarantie für Langzeitarbeitslose haben sozialdemokratische Handschrift. Wir möchten Arbeit steuerlich entlasten und Linz-Land weiterentwickeln.

Peter Gattringer, FPÖ: Die FPÖ setzt auf eine starke nationale Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitsplätze für Österreicher sichert. Unser Ziel ist die Begrenzung der Zuwanderung, um Lohndumping zu verhindern und heimische Arbeitskräfte zu bevorzugen.

Agnes Prammer, Grüne: Der Arbeitsmarkt wandelt sich. Vor allem Energiewende und Klimaschutz bieten immenses Potential für neue, nachhaltige und qualitätsvolle Arbeitsplätze. Eine aktive Arbeitsmarktpolitik muss dafür die Grundlagen schaffen und ausbauen.

Lorenz Horvath, Neos: Die heimische Wirtschaft leidet unter zu viel Bürokratie und Stagnation statt Wachstum. Mitarbeitende kosten zu viel und verdienen zu wenig. Wir setzen uns daher für eine nachhaltige Entlastung der arbeitenden Menschen und heimischen Betriebe ein.

Bildung

Marion Kullmann, ÖVP: Man sollte Eltern wieder mehr in die Pflicht nehmen. Nicht nur Lehrkräfte sind für alles zuständig. Die Wiedereinführung von Leistungsklassen in der Mittelschule wäre wünschenswert, denn Leistung soll sich auch im Bildungssystem lohnen.

Sabrina Klausberger, SPÖ: Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Kinderbildung ab dem 1. Lebensjahr, Entlastung der Lehrkräfte, weniger Bürokratie, psychologische Hilfe für Jugendliche und die Abschaffung frühzeitiger Bildungsentscheidungen mit zehn Jahren.

Peter Gattringer, FPÖ: Die FPÖ fordert ein Bildungssystem, das Leistung fordert und fördert. Ziel ist es, die österreichische Kultur und Werte zu stärken, Frühförderungen in den wichtigen Fächern auszubauen und ideologische Einflüsse aus den Schulen zu verbannen.

Agnes Prammer, Grüne: Bildung ist zentral im Leben und beginnt bereits im Kindergarten. Wir müssen die Verländerung der Bildungsagenden überwinden und weiter intensiv an Chancengleichheit arbeiten. Bildung darf nicht von Herkunft und sozialem Umfeld abhängen.

Lorenz Horvath, Neos: Wir wollen ein modernes Schulsystem mit besten Bildungschancen, mehr Autonomie und dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag. Ein Chancenindex soll Schulen mit Herausforderungen einen gerechten Start bieten.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden