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FELDKIRCHEN. Im Jahr 2000 hat die Firma Arthofer aus Hartkirchen über 1,1 Millionen Quadratmeter landwirtschaftliche Nutzfläche und Wald des ehemaligen Landesgutes Bergheim vom Land Oberösterreich um etwa 45 Millionen Schilling erworben. Die Absicht der Hartkirchner Firma, zwischen den Ortsteilen Bergheim, Landshaag und Feldkirchen großflächig Schotter abzubauen, war allen Beteiligten klar. Doch jetzt sieht die SPÖ-Feldkirchen
 

So ähnlich würde sich das betroffene Gebiet bei einem Schotterabbau präsentieren. Foto: Fa. Arthofer

„Es ist schon seltsam, dass nach fast 20 Jahren jetzt plötzlich alles so schnell gehen muss. Die Firma Arthofer ist auf die Gemeinde zugekommen, weil sie den Gemeindebrunnen verlegen möchte, um freie Bahn für den Schotterabbau auf 43 Hektar zu bekommen. Wir haben in einem ergebnisoffenen Prozess Informationen von der Firma Arthofer erhalten und eine Entscheidung getroffen. Für uns Gemeindevertreter müssen die Interessen der Gemeindebürger im Vordergrund stehen, daher wollen wir in Bezug auf mögliche Trinkwasserbelastungen und Minderungen der Standort- und Lebensqualität nicht das geringste Risiko eingehen. Es wäre wünschenswert, würde die Firma Arthofer unser Nein zum Schotterabbau akzeptieren und Alternativen prüfen. Damit solche Konflikte in Zukunft vermieden werden, sollte das Land bei so weitreichenden Entscheidungen vorher die Gemeinden miteinbinden“, erklärt der Feldkirchner Vize-Bürgermeister Robert Gumpenberger.

Andere Sichtweise

Johannes Arthofer dazu: „Warum es plötzlich so schnell gehen muss: Für die Feldkirchner Badeseen wurde ein Mähschiff betrieben, um das Pflanzenwachstum im Wasser zurückzudrängen und die Seen vor dem Kippen zu bewahren. Doch auf lange Sicht wirkt das Mähgut am Seeboden als Substrat und beschleunigt das Wachstum nur noch mehr. Daher hat sich das Land OÖ für eine Sanierung der Feldkirchner Badeseen entschieden, welche nicht mit einem konventionellen Nassabbau verwechselt werden sollte. Durch die dabei entstehende Eintiefung der Seen gelangt weniger Licht bis zum Seegrund und durch das größere Temperaturgefälle zwischen Oberfläche und Seegrund zirkuliert das Wasser stärker wodurch die Wasserqualität steigt.“

Sinneswandel nicht erklärbar

„Durch den vom Land Oberösterreich erhaltenen Auftrag für diese Sanierung ist der Abbau in Bergheim für uns um über zehn Jahre später notwendig geworden. Wir haben aber seit ungefähr sechs Jahren mit der Gemeinde Kontakt bezüglich des Abbaus und es wurde uns auch ausdrücklich versichert, dass insbesondere Bürgermeister Allerstorfer hinter dem Projekt steht. Warum sich dessen Sicht auf das Projekt nun gewandelt hat, ohne dass sich irgendwelche Parameter geändert haben, ist uns nicht erklärlich“, erklärt Arthofer, der auch keine Gefahr für das Trinkwasser befürchtet: „Ich möchte noch betonen, dass es für Anrainer keine Einbußen in der Lebensqualität in irgendeiner Form geben wird. Das Geschehen ist nur ganz am Anfang auf dem jetzigen Geländeniveau, kurz nach Beginn liegt der Abbau bereits sechs Meter tiefer, ist von den Anrainern nicht zu sehen und die Lärmbelastung wird auch nicht steigen. Betreffend der Sorge zum Trinkwasser kann ich nur versichern, dass eine behördliche Genehmigung für einen Kiesabbau nur dann erwirkt werden kann, wenn mit Sicherheit keine Beeinträchtigung von Wasserversorgungsanlagen – öffentliche und auch private Brunnen– gegeben ist.“

Meinung der Gemeinde

„Genauso wie die Firma Arthofer werden auch wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Interessen unserer Gemeindebevölkerung zu wahren, wobei uns das Land durch den damaligen Verkauf keine besonders guten Karten gegeben hat. Es ist absolut unverständlich, wieso das Land OÖ einem Verkauf unseres wertvollen Ackerlandes an ein Schotterunternehmen zugestimmt hat, anstatt es an die hiesigen Bauern zu veräußern und damit langfristig zu erhalten!“, erklärt Gumpenberger weiter, der während des Urlaubs von Bürgermeister Franz Allerstorfer dessen Agenden übernommen hat.


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