Nachruf: \"Legendäre\" Frankenburger Wirtin verstorben

FRANKENBURG. Eine der bekanntesten und beliebtesten Frankenburgerinnen ist nicht mehr. Rudolfine Taitl, langjährige Wirtin des „Gasthaus Taitl“ ist am Donnerstag, 19. März 2015 in Frankenburg im 89. Lebensjahr verstorben. Mit ihr stirbt auch eine alte Zeit der Wirtshauskultur. Rudolfine Taitl war eine Institution, die weit über die Grenzen des Bezirkes Vöcklabruck hinaus bekannt war. Gemeinsam mit ihrem früh verstorbenen Gatten Johann Taitl hat sie das Gasthaus und lange Jahre auch das bekannte „Tanzcafe Paradiso“ geleitet. Damals, in den 1950er und 1960er Jahren spielten viele bekannte Live-Bands beim Taitl und die Besucher kamen von weit her bis in den Linzer Raum ins kleine Frankenburg. Der große Saal des Gasthauses war zentraler Schauplatz unzähliger Bälle, Konzerte und Hochzeiten in Frankenburg. „Rudi“ Taitl war erste Ansprechperson für die Wünsche der Gäste und wenn in den Morgenstunden die jungen Ballbesucher (heute gestandene Frankenburger) noch sagten „Rudi, wir hätten gerne Pommes!“ dann sagte Frau Taitl zu ihnen „Aber nur, wenn ihr die Erdäpfel schält!“. Und so saßen damals Burschen mit Anzug und Krawatte am frühen Morgen in der Taitl-Küche und machten sich an die Arbeit. Viel Zeit blieb ihr für die Familie und die Kinder nicht, dafür holte sie dies später mit ihren Enkelkindern nach. Als sie vor mehr als 20 Jahren in den Ruhestand ging, konnte sie die viele Freizeit gar nicht genießen und so wurde das Gasthaus Taitl einfach unter ihrer Führung wieder aufgesperrt und beherbergte bis vor wenigen Monaten noch zahlreiche Stammtische. Rudi Taitl war eine sehr ausgleichende und gesellige Persönlichkeit. Sie war auf Festivitäten gerne gesehen, sang und tanzte mit Leidenschaft und war beliebt im ganzen Ort. Frankenburg hat mit ihr ein Original verloren und es werden sicherlich noch sehr lange immer wieder viele Geschichten aus der „Taitl-Zeit“ erzählt.


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