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Online Redaktion, 16.08.2022 09:50

FREISTADT. Am Mittwoch, 24. August startet die 35. Ausgabe des Festivals „Der neue Heimatfilm“ in der Altstadt Freistadt. Mit rund 50 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen nähert sich das Festival dem Begriff „Heimat“ aus unterschiedlichsten Perspektiven.

Siebtelbauern (Foto: Neuer Heimatfilm)
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„Wir beleuchten jedes Jahr Länder und Regionen, denen zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Krieg und seine Folgen waren schon immer ein prägendes Thema des Festivalprogramms“, heißt es vom Kulturverein Local-Bühne Freistadt. So auch dieses Jahr: der Kosovo- und Balkankrieg und seine Folgen (Mrak und Zgjoi) oder der Zweite Weltkrieg (Ako som sa stala partizankou). Die Filme halten Erinnerungen wach, in der Hoffnung, dass sich Unheil und Leid nicht wiederholen mögen. Und dann herrscht plötzlich wieder Krieg in Europa. Zwei aktuelle Filme (Klondike und A house made of splinters) werfen einen Blick auf die Situation in der Ukraine vor dem Kriegsausbruch. Vielleicht war doch nicht alles so plötzlich?

Familiengeschichten

„Auch Familiengeschichten sind Teil unseres jährlichen Repertoires und sie durchziehen auch heuer alle Programmsektionen.“ Im Spielfilmprogramm stellt Alcarrás die Zukunftsfähigkeit von Traditionen auf den Prüfstand; Scarborough begibt sich auf Kinder-Augenhöhe und erzählt drei miteinander verwobene Geschichten in Toronto. Heimat in einer Metropole. Mehrere Regisseurinnen erzählen dokumentarisch von Familie, lernen filmisch ihre Eltern neu kennen. In „Anima – Die Kleider meines Vaters“ erscheint der verstorbene Vater der Tochter in einem neuen Licht. Housewitz entdeckt den Mitbewohner Holocaust in der Wohnung der Mutter und in „Mein Vater, der Fürst“ loten Tochter und Vater alle Winkel ihrer gemeinsamen Geschichte aus. Vielleicht ist die Beziehung zu den Eltern, so schwierig sie auch sein möge, der kleinste Teil Heimat?

Italienschwerpunkt

„Der traditionelle Italienschwerpunkt bietet auch dieses Jahr ein breites Spektrum des Filmschaffens unseres Nachbarlandes.“ Unterschiedliche Regionen (Sizilien, Emilia Romagna, Friaul) und verschiedene historische Kontexte (die Jahrhundertwende, der Fall der Berliner Mauer, die aktuelle Migrationssituation) spielen eine wichtige Rolle und auch die sozialen Bedingtheiten spiegeln sich in den Geschichten: In „Piccolo Corpo“ wird die Selbstbestimmung einer Frau in einer traditionellen Dorfgemeinschaft thematisiert, während in „Est-Dittatura Last Minute“ drei jungen Männern aus bürgerlichen Kreisen in Rumänien die Augen geöffnet werden. Europa und Il mio corpo thematisieren die Migration. Sotto le stelle fredde und Isole sind meditative Studien über die Beziehung der Menschen zur Natur.

25-jähriges Jubiläum

Die Siebtelbauern feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Anlass genug, den Film erneut in Freistadt zu zeigen. Die universelle Tragödie aus dem Mühlviertel hat nichts von ihrer Wucht verloren. Die drei Teile der Profils paysans Trilogie von Raymond Depardon werden in einem Special erstmals gesamt gezeigt. „Schüchternen, stillen Menschen muss man eine Gelegenheit geben, sich zu äußern. Wir sollten nicht immer nur gesprächigen Menschen zuhören oder Großmäulern oder denen, die sich gut ausdrücken können.“ (Raymond Depardon)

Rahmenprogramm: Musik, Fotos und Lesung

Das Rahmenprogramm im Salzhof Freistadt mit Musik aus Österreich, einer Fotoausstellung und einer Lesung ergänzt das filmische Angebot: Das Wiener Gypsy Jazz Ensemble „The D is silent“ macht beim Filmfestival Halt und auch die Linzer Band Fargo mit einer Mischung aus Eigenkompositionen und eigenwilligen Interpretationen unbekannter Schätze, Übersetzungen, Traditionals und Seemannsliedern. „Auf das Festival der Regionen, das 2023 unter dem Motto ,Entlang der Summerauer Bahn beim Festival zu Gast sein wird, stimmen wir uns mit einer Lesung von Jaroslav Rudiš und dem Film Alois Nebel ein. Die Fotoausstellung ,Die ersten hundert Jahre von Chris Saupper und Thomas Ballhausen ist während des Festivals im Salzhof ausgestellt.“

Weitere Infos und Programm: www.local-buehne.at


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