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BEZIRK FREISTADT/PREGARTEN. Die Demenzservicestelle (DSS) bietet Trainings für Menschen mit Demenz und deren Angehörige an.

Rosa Handlbauer und Doris Prieschl beraten zum Thema Demenz. Fotos: MAS Alzheimerhilfe
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„Wie es sich anfühlt dement zu sein, können Betroffene kaum nachvollziehen“, sagt Rosa Handlbauer, Leiterin der DSS Pregarten. Um einen Einblick in die Gefühlwelt von Betroffenen zu bekommen, hat das DSS-Team ein paar Übungen mit der Tips-Redakteurin Michaela Maurer gemacht. Die Übungen orientieren sich an Handlungs- und Sprachstörungen, die auftreten können. Nur mit einem Blick in den Spiegel (die Hände, das Blatt Papier und der Stift stecken in einer Schachtel) sollte eine Uhr gezeichnet werden. Schon beim Schreiben der Zahlen entsteht das Gefühl von Hilflosigkeit, Ärger und Ungeduld. Man will etwas schreiben, weiß genau wie es gehört, kann es aber nicht richtig umsetzen. Man probiert es immer wieder, das Ergebnis wird aber nicht wie gewünscht. Genau so fühlen sich Menschen mit Demenz, wenn sie ein Wort sagen wollen, es ihnen aber nicht mehr einfällt. „Menschen mit Demenz erleben Wut, Angst und Scham, wenn sie ihre Unzulänglichkeit merken und dabei von ihrer Umgebung auch noch ständig belehrt werden“, sagt Handlbauer.

Beratung und Trainings

In Österreich leben über 130.000 Menschen mit Demenz, wobei acht von zehn Betroffenen zu Hause wohnen und von Angehörigen gepflegt und begleitet werden. „Ziel der Demenzservicestelle der MAS Alzheimerhilfe ist es, das Thema zu enttabuisieren, damit die Hemmschwelle für Betroffene, sich an eine Hilfsor- ganisation zu wenden, gesenkt wird.“ Das Team in Pregarten besteht aus der Psychologin Doris Prieschl, der Sozialarbeiterin Rosa Handlbauer und MAS Trainerinnen. Bei der Demenzservicestelle können sich Angehörige beraten lassen und auch eine Früherkennung und psychologische Abklärung für Betroffene wird vorgenommen. „Oft melden sich Angehörige auch einfach nur telefonisch, um sich Rat zu holen“; sagt Handlbauer.

Bei der psychologischen Abklärung wird mit dem Betroffenen und den Angehörigen gesprochen. Auch verschiedene Tests werden durchgeführt. „Wir beraten die Angehörigen beim Umgang mit Menschen mit Demenz, zum Pflegegeld, Sachwalterschaft und zeigen Entlastungsmöglichkeiten auf.“ Bei Angehörigentreffen findet ein reger Erfahrungsaustausch statt. Die Beratungsstelle stellt auch Vernetzungen zu anderen sozialen Einrichtungen her.

Lebensqualität erhalten

Für die Betroffenen werden Gedächtnistrainings angeboten. Diese werden in Gruppen oder auch als Einzeltrainings abgehalten. „Wir versuchen hier, die Personen in eine Gruppe zu geben, die in einem ähnlichen Stadium sind“, sagt Handlbauer. „Das Training kann das Vergessene nicht wiederherstellen, aber der Verlust von Wissen wird verlangsamt“, erklärt Psychologin Prieschl. Durch das Training soll es Betroffenen ermöglich werden, solange wie möglich im vertrauten Umfeld zu leben. Bewegung, Wahrnehmungsübungen, Gedächtnistraining, Spiel und Kreatives und Übungen zum alltäglichen Leben werden bei den Trainings gemacht. „Menschen mit Demenz werden oft unsicher. Im Training haben sie Erfolgserlebnisse, die dem Gefühl des Verlustes entgegenwirken.“ Die vorhandenen Fähigkeiten werden gezielt trainiert, um sie möglichst lange aufrechtzuerhalten. „So bleiben die Lebensqualität und das Selbstwertgefühl erhalten. Jedes Jahr Lebensqualität sind ein Sieg“, sagt Handlbauer.

„Wissenschaftlich gibt es nur wenig zu den Ursachen von Demenz“, sagt die Sozialarbeiterin. „Hier gibt es viele Faktoren, die zusammenspielen. Wir sagen immer, was gut fürs Herz ist, ist auch gut fürs Hirn.“ Zur Vorbeugung tragen bei: ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und immer wieder etwas Neues lernen. „Wichtig ist, dass man Sachen lernt, die einem Spaß machen. Das kann das Erlernen eines Musikinstruments, eine Sprache, Tanzen oder ein neues Handwerk sein.“

Infos:

Die Demenzservicestelle Pregarten ist für den Bezirk Freistadt, Perg und Urfahr-Umgebung Ost zuständig. Trainingsgruppen gibt es bereits in Pregarten, Unterweißenbach, St. Oswald, Neumarkt und ab Herbst in Gallneukirchen.

Einmal pro Monat findet ein Angehörigentreffen in Pregarten statt. Der nächste Termin: 15. September von 15 bis 17 Uhr

Kontakt: Tragweinerstraße 29/1, Pregarten; Tel. 0664/8546695, E-Mail: demenzservicestelle-pregarten@mas.or.at


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