Zuwenige Schüler tragen Warnwesten
BEZIRK FREISTADT. 17.000 Warnwesten verteilte der OÖ Zivilschutz im vergangenen Herbst an Oberösterreichs Schulanfänger. Im Sinne der Nachhaltigkeit führt der Zivilschutz jährlich in den Wintermonaten eine Überprüfung der Warnwesten-Tragehäufigkeit durch.

Bei der Überprüfung besuchen die Zivilschutzbeauftragten stichprobenartig die Volksschulen und belohnen diejenigen Kinder, die eine Warnweste anhaben. Die diesjährige Nachhaltigkeitsüberprüfung ergab eine Tragehäufigkeit von knapp 47 Prozent. Im Bezirk Freistadt hatten nur 28 Prozent der Kinder eine Warnweste an. Unter anderem wurde an der Volksschule in Unterweitersdorf eine Nachhaltigkeitsüberprüfung durchgeführt – und den Kindern erklärt, wie wichtig es ist, immer eine Warnweste im Straßenverkehr zu tragen. Die Nachhaltigkeitsüberprüfung wird jährlich stichprobenartig vom OÖ Zivilschutz in den Wintermonaten von Anfang November bis Ende Jänner durchgeführt. Um den Kindern die Wichtigkeit der Warnweste nahezubringen, wird ein Foto von den Schülern im abgedunkelten Raum ohne Blitz gemacht. Danach ein Foto mit Blitz, denn darauf sind die reflektierenden Streifen der Westen sehr gut zu erkennen. Dies veranschaulicht, wie gut ein Autofahrer die Kinder mit der Warnweste im Dunkeln sieht. Jene Schüler, welche die Warnwesten an diesem Tag tragen, werden mit einem kleinen Geschenk belohnt und dadurch zum Tragen der Warnweste motiviert. Schüler, die die Weste an dem Tag nicht tragen, erhalten die Belohnung, wenn sie die Schutzweste am Folgetag ebenfalls verwenden.
„Nicht einmal die Hälfte der Oberösterreichischen Schulanfänger trug bei der Überprüfung eine Warnweste, diese niedrige Zahl und die zahlreichen Unfälle im vergangenen Jahr zeigen, wie wichtig es ist, weiterhin einen Schwerpunkt beim Thema Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu setzen“, sagt OÖ Zivilschutz-Präsident Michael Hammer.
2014 verunglückten laut der Verkehrsabteilung des Landes Oberösterreich 609 Fußgänger im Straßenverkehr, davon waren 105 Personen Schüler im Alter zwischen 6 und 15 Jahren. Rund ein Viertel der Unfälle ereigneten sich auf einem Zebrastreifen. Neben dem Tragen der Warnweste oder rückstrahlender Kleidung ist es außerdem wichtig, dass Eltern den Schulweg mit ihrem Kind üben und sie über mögliche Risiken im Straßenverkehr umfassend informieren, denn Kinder können erst ab etwa dem neunten Lebensjahr Entfernungen richtig abschätzen, das Abschätzen von Geschwindigkeit ist erst danach möglich. Das Sichtfeld ist erst ab dem zwölften Lebensjahr voll entwickelt, weshalb vorher das seitliche Herannahen von Autos nur begrenzt wahrgenommen werden kann. Wichtig ist, den Schulweg aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht leicht verstellen. Zudem sollte nicht der kürzeste, sondern der für das Kind beste Weg gewählt werden – also jener auf dem es weniger Autoverkehr gibt, weniger Straßen zu überqueren sind und wo das Tempo des Autoverkehrs niedriger ist.


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