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UNTERWEISSENBACH. Feuerwerke bezaubern Jung und Alt. Egal, ob bei einer Hochzeit, zu Silvester oder bei einem Sommerfest – ein professionelles Feuerwerk ist ein Höhepunkt jeder Veranstaltung. Johannes Kollros aus Unterweißenbach lebt seine Leidenschaft als Pyrotechniker.

  1 / 3   Johannes Kollros zeigt, wie man eine kleine Batterie (rechts) mit Steinen sichern kann, damit sie nicht umfällt. „Besser wäre es aber, eine große zu kaufen, die standfester ist“, sagt der Pyrotechniker. Foto: Wiesinger

Schon als kleiner Junge war Johannes Kollros von Feuerwerken begeistert und live dabei, wenn Raketen abgefeuert wurden. Mittlerweile hat sich der gelernte Elektrotechniker auf musikalisches Feuerwerk spezialisiert. „Ich finde, das ist das Höchste, was man als Pyrotechniker machen kann. Für mich ist das Kunst. Ich zeichne sozusagen Bilder an den Himmel“, erzählt Kollros. Besonders emotional werde diese Kunst bei Hochzeiten bewertet. „Während dem Feuerwerk können sich die Hochzeitspaare eine kleine Auszeit nehmen, kommen runter von der Feierstimmung und somit fließt schon mal die eine oder andere Träne.“ Auch für den Pyrotechniker ist es schön, wenn sich die langen Vorbereitungszeiten bezahlt machen und alles funktioniert. „Es gehen unzählige Stunden an Vorbereitung für ein Event drauf. Das Feuerwerk muss mit der Musik elektronisch verbunden werden. Es eignet sich auch nicht jedes Lied für das Feuerwerk“, sagt der Pyrotechniker, der, bedingt durch seine Arbeit, zufällig das Neue Jahr in China miterleben durfte. „Der ganze Horizont war voller Lichter und Raketen!“

Sicherheit geht vor

Kollros hat 2004 die Ausbildung zum Pyrotechniker absolviert, 2005 folgte die Anmeldung zum Gewerbe. „Ich verkaufe und lagere Raketen selbst, die Auflagen für die Lagerung sind aber enorm“, erzählt Kollros. Aber nur so ist die Sicherheit gewährleistet. „Das Wichtigste beim Abschießen von Raketen ist auf jeden Fall der Sicherheitsabstand. So kann das Risiko verringert bis eliminiert werden.“ Ein paar Tipps hat Johannes Kollros auch für die Silvesternacht parat:

Das einzige, was das Feuerwerken wirklich sicher machen kann, ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Personen und brandgefährdeten Objekten. Denn bei jedem Feuerwerkskörper muss aufgrund mangelhafter Fabrikation bzw. unsachgemäßer Transporte und Zwischenlagerungen vom Hersteller bis zum Abbrennplatz mit einem Defekt gerechnet werden. So können selbst qualitativ höchstwertige Produkte defekt sein und am Boden explodieren. Dies kann zu Gefahren durch wegfliegende Teile und brennende Feuerwerkseffekte führen. Feuerwerkskörper können aber auch nach dem Anbrennen hochsteigen und nicht explodieren. Sogenannte „Versager“ müssen aufgefunden und unschädlich gemacht werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Kinder damit spielen und verletzen. Versager sollen am besten mit einer Schaufel aufgenommen und in einem Kübel mit Wasser unschädlich gemacht werden.

Raketen

  1. Vor dem Abbrennen den Raketenleitstab auf guten Halt und Beschädigungen kontrollieren. Auf keinen Fall Raketen mit beschädigtem Raketenleitstab verwenden da ansonsten die Flugbahn der Rakete undefiniert sein wird.
  2. Den Raketenleitstab nicht einfach in die Erde oder in den Schnee stecken. Dieser kann sehr schnell anfrieren bzw. kann es durch das Erdreich zu einem zusätzlichen Rückhalt der Rakete kommen. Der Raketenmotor besitzt zu wenig Kraft um einen zusätzlichen Widerstand zu überwinden.Am sichersten können Raketen aus einem in den Boden geschlagenes Stahlrohr abgefeuert werden. Dessen Innendurchmesser soll etwas größer als die Dicke des Raketenleitstabs sein. Die bei Raketensortimente oft beigelegten Abschussrohre können nicht in den Boden gerammt werden da diese dabei zerbrechen. Diese Rohre können aber mit Draht an einem in den Boden geschlagenen Pfahl (oder Betoneisen) befestigt werden. Die Schussrichtung soll bei Kugelraketen um ca. 5° und bei Zylinderraketen bis maximal 10°  von brandgefährdeten Objekten und Zuschauern weggeneigt werden.
  3. Raketen niemals in dichtverbautem Gebiet abfeuern. Die Raketenleitstäbe können beim zu Boden fallen Körperverletzungen oder Schäden an Fahrzeugen oder anderen Objekten verursachen. Die Windverfrachtung der Raketenleitstäbe sollte dabei berücksichtigt werden.
  4. Die Schutzkappe der Zündschnur erst kurz vor dem Zünden abziehen und die Zündschnur seitlich wegbiegen. Beim Anzünden die Hand niemals unter den Raketenmotor halten.Sicherheitsabstand = Steighöhe
  5. Falls die Steighöhe nicht angegeben ist, soll ein Sicherheitsabstand von ca. 50 bis 80 Meter eingehalten werden.

Mehrschussbatterien

  1. Niemals den Kopf während des Anzündens über die Ausstoßöffnungen der Batterie halten. Dabei ist zu beachten dass manche Mehrschussbatterien schräg zur Seite schießen. Auch beim Wegräumen sollte darauf geachtet werden da Batterien bei einem Defekt „stehenbleiben“ können (feuern nicht alle Schüsse ab) und dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu feuern beginnen können
  2. Batterien sollen auf ebene Flächen aufgestellt und gegen Umfallen gesichert werden. Am einfachsten mit Ziegelsteine sichern. Am besten aber aus 2 Holzbretter einen Winkel bauen und die Batterie darauf mit einem Draht gut festbinden. Der Winkel soll so aufgestellt werden dass das Brett als Prallschild eine zusätzliche Sicherheit für das Publikum bildet. Falls das Brettergestell nicht stabil genug steht muss es mit Pfähle oder Betoneisen gegen Umfallen gesichert werden.Beim Kauf von Mehrschussbatterien soll darauf geachtet werden dass die Seitenlängen der Batterie um einiges länger sind als die Höhe der Batterie. Daraus ergibt sich ein relativ stabiler Stand der Mehrschussbatterie während des Abfeuerns. Somit kann auf zusätzliche Maßnahmen gegen das Umfallen der Batterie verzichtet werden.
  3. Nach dem Abbrennen kann die Batterie durch glosende Teile Feuer fangen. Diese sollten daher nicht sofort in das Haus weggeräumt oder zum Müll gebracht werden.
  4. Bei einem Defekt kann eine Effektladung im Abschussrohr explodieren und somit die Mehrschussbatterie zerlegen. Nachfolgende Feuerwerkseffekte können dann in jede Richtung abgefeuert werden. Daher ist das Einhalten des Sicherheitsabstandes bei der Verwendung von Mehrschussbatterien besonders wichtig.
  5. Sicherheitsabstand = Steighöhe (jedoch mindestens 30 Meter)Falls die Steighöhe nicht angegeben ist, soll ein Sicherheitsabstand von ca. 30 – 50 Meter eingehalten werden.

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