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BEZIRK FREISTADT. Bei tragischen Ereignissen, wie etwa dem Unfall in Kefermarkt vergangene Woche, bei dem ein Arbeiter von einem Gleisbagger überrollt worden war und noch an der Unfallstelle verstarb, rufen die Blaulicht-Organisationen das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes zur Stelle.

Ilse Meisinger, Mitarbeiterin im Kriseninterventionsteam
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Ein Moment der Unachtsamkeit kann für viele Menschen das Leben verändern. Sei es durch plötzliche Todesfälle, nach Verlust der Lebensgrundlage, bei einem schweren Unfall oder Tod eines Kindes, Verkehrsunfällen oder etwa bei Arbeitsunfällen, wie in Kefermarkt, bei dem die Kollegen des Gleisarbeiters den Unfall mitansehen mussten. Diese wurden umgehend von zwei Mitarbeitern des Kriseninterventionsteams (KI) betreut.

Psychosoziale erste Hilfe

„Es ist in so einer Situation ganz besonders wichtig, psychosoziale erste Hilfe für jene zu leisten, die zurück bleiben. Das bedeutet, sich für den Unfall-Verursacher, die Arbeitskollegen, die Angehörigen Zeit zu nehmen, zuzuhören und zu schauen, was sie in dem Moment brauchen. Wir helfen, das Erlebte mithilfe von Gesprächen zu verarbeiten“, erklärt Ilse Meisinger den Einsatz eines Kriseninterventionsteams.

Einsatz bei Kaprun-Unglück

Die Tragweinerin ist Rettungssanitäterin und bringt nach 18 Jahren in der Krisenintervention jede Menge Erfahrung mit, war etwa nach der Brandkatastrophe in der Gletscherbahn Kaprun am Kitzsteinhorn, bei der im November 2000 155 Menschen ums Leben kamen, im Einsatz.

Rund um die Uhr bereit

Ilse Meisinger leitet das 30-köpfige, ehrenamtliche Kriseninterventionsteam für die Bezirke Freistadt und Perg. Sie und ihre Kollegen werden 80 bis 120 Mal jährlich von Polizei, Feuerwehr oder Rotem Kreuz zu einem Einsatz gerufen, bei dem es gilt, sich nach außergewöhnlichen, plötzlich auftretenden und belastenden Ereignissen um die betroffenen Personen zu kümmern. Ob schwere Unfälle, Tod eines Kindes, Verlust der Lebensgrundlage, Suizid, Katastrophen, Überbringen von Todesnachrichten gemeinsam mit der Polizei – in solchen Situationen ist das Kriseninterventionsteam zur Stelle.“Wir haben rund um die Uhr Bereitschaft“, sagt Ilse Meisinger. Eine spezielle Ausbildung ermöglicht es den Frauen und Männern der Krisenintervention, Menschen, die sich in einer Krise befinden, „aufzufangen“. „Wichtig sind Einfühlungsvermögen und kommunikative Fertigkeiten, Lebenserfahrung, psychische Belastbarkeit und Stabilität, zudem Herz und Hausverstand“, weiß Ilse Meisinger.

Bewegende Schicksale

Nach zwei bis drei Stunden ist ein Einsatz für das Kriseninterventionsteam meist vorbei. „Wenn wir sehen, dass noch weitere Hilfe erforderlich ist, übernimmt die Krisenhilfe die weitere Betreuung.“ Auch die KI-Mitarbeiter selbst haben die Möglichkeit einer Supervision, denn auch ihnen gehen die bewegenden Schicksale oft nahe. „Wir bekommen während unserer Ausbildung ein gutes Rüstzeug mit. Man darf Anteil nehmen, muss sich aber gleichzeitig abgrenzen können.“

Angebote des KI:

  • Unterstützung bei der Bewältigung der Ereignisse
  • Stabilisierung und Mobilisierung persönlicher Ressourcen
  • Aktivierung des sozialen/familiären Netzwerkes
  • Unterstützung bei der Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit

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