Tag der Kinderarmut: Volkshilfe fordert Grundsicherung für Kinder
FREISTADT. Kinderarmut in Österreich ist kein Märchen: 350.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre sind von Armut betroffen. Am „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ rückte die Volkshilfe das Thema „Kinderarmut“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

„Das Beseitigen von Kinderarmut ist für die Volkshilfe Kernthema und zentrales Anliegen“, sagte Bezirksvorsitzender Hans Affenzeller aus Freistadt. Die Volkshilfe-Vorsitzenden aus dem Mühlviertel hatten sich mit ihren Teams jeweils bei den Volkshilfe-Shops positioniert und führten viele Gespräche mit Passanten. „Die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht noch weiter auseinander gehen – Gerechtigkeit und Solidarität müssen uns allen ein Anliegen sein“, sagt Volkshilfe-Landesvorsitzender Michael Schodermayr.
Armut schließt aus
Armut schließt Kinder konkret von zentralen kindlichen Lebensbereichen aus: 116.000 armutsgefährdete Kinder leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, auf Urlaub zu fahren. Rund 35.000 Kinder können es sich nicht leisten, jeden zweiten Tag Fisch, Fleisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen. 220.000 Kinder wohnen in feuchten und schimmligen Zimmern. 164.000 armutsgefährdete Kinder leben in einem Haushalt, in dem es finanziell nicht möglich ist, unerwartete Ausgaben zu decken.
Rechtsanspruch schaffen
Eine zentrale Forderung der Volkshilfe war jene nach einer Kindergrundsicherung. Damit wird jedes Kind als Träger eines eigenen Rechtsanspruchs anerkannt und ein Beitrag zur Chancen- und Teilhabesicherung aller Kinder geleistet.
573 Euro pro Kind und Monat
Vorschlag: 573 Euro pro Kind und Monat (sächliches Existenz-Minimum plus Betreuung). Die Kindergrundsicherung soll als Erweiterung der Familienbeihilfe alle bisherigen Einzelförderleistungen ersetzen.


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