Riesenfreude: Blaudruck ist nun offiziell "immaterielles UNESCO-Kulturerbe der Menschheit"
GUTAU. Riesenfreude in der Färbergemeinde: Das UNESCO-Komitee zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes hat heute im Rahmen seiner Tagung auf Mauritius entschieden, die Handwerkstechnik des Blaudrucks in die „repräsentative UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufzunehmen.

„Für Oberösterreich ist das eine besondere Auszeichnung“, freut sich Landeshauptmann Thomas Stelzer. „Haben wir doch mit den Aktivitäten in Gutau rund um das Färbermuseum und den Färbermarkt, sowie mit Blaudruck Wagner in Bad Leonfelden zwei wesentliche Standorte dieser alten Handwerkstradition in unserem Land.“
Blaudruck grenzüberschreitend verankert
„Die Handwerkstechnik des Blaudrucks“ war eine gemeinsame Einreichung von Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn. „Was am Blaudruck überzeugt, ist nicht nur, dass diese Technik nach wie vor gelebt und gepflegt wird. Sie steht auch für die grenzüberschreitende Verankerung unserer Traditionen“, so der Landeshauptmann.
Blaudruck im der Vorweihnachtszeit
Erst unlängst hatte Trachtenschneiderin Rita Netzberger die finsteren Abende rund um Martini genützt, um Bekannte und Freunde des Blaudrucks in die Konditorei Lubinger zu einem besinnlichen Abend vor der Adventzeit einzuladen. Der Radiomoderator Franz Gumpenberger las Gedichte, Legenden und Episoden über das Leben des Heiligen Martins, der auch Patron der Schneider ist. „Schließlich musste den Mantel wieder jemand zusammennähen, nachdem ihn der Hl. Martin mit dem Schwert geteilt hat“ erklärte Gumpenberger das Patronat des Heiligen Martin auf seine Art.
Schick in Blaudruck gekleidet
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von einer Drehorgel, perfekt gespielt von Franz Schwentner aus dem Innviertel. Nahezu alle Gäste kamen in schicken Blaudruckdirndln und die Männer in feschen Blaudruck-Gilet zu diesem Abend, bei dem der Blaudruck ins Licht gerückt wurde. Unter den Gästen gesehen: Maler Prof. Herbert Wagner, Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer, Alfred Atteneder vom Färbermuseum Gutau, Johann Kobler von der Leinenweberei Viehböck in Helfenberg und die Freistädter Goldhaubenexpertin Juliane Peterbauer.


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