Rudi Anschober zum Mord in Leopoldschlag: „Ich bin traurig und wütend"
LEOPOLDSCHLAG. “Ich bin traurig und wütend“, sagt Integrations-Landesrat Rudi Anschober über den Mord in Leopoldschlag. Er fordert schnellere Verfahren der Asylanträge in zweiter Instanz.

„Oberösterreich ist in Trauer. Nach der Katastrophe von Wullowitz gilt unser ganzes Mitgefühl den beiden Opfern und ihren Angehörigen. Und unsere ganze Hoffnung gehört dem Betreuer, der sich in akuter Lebensgefahr befindet“, sagt Anschober. “Ich bin traurig und wütend. Traurig über die Katastrophe und die Opfer, wütend über die Tat und den Missbrauch des Gastrechts,trotz der vielen Bemühungen von Gemeinde und Betreuungsorganisationen und der Zivilgesellschaft um Integration.“
Der mutmaßliche Täter hat den Asylantrag am 2. Juli 2015 gestellt, dieser befindet sich seit 26. Juni 2018 in zweiter Instanz. Im Quartier in Wullowitz war er von 21. August 2015 bis 27. Juni 2017. Die Privatverzugsbewilligung in Leopoldschlag erhielt er am 19. Juni 2017.
Gewalt gegen Ehefrau
Der Betroffene wurde nach den der Grundversorgungsstelle vorliegenden Informationen bereits dreimal auffällig: Im September 2016 kam es zum Streit mit anderen Asylwerbern. Es gab eine schriftliche Verwarnung. Im Mai 2019 kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem weiteren Asylwerber bei einem Deutschkurs. Der Täter wurde für die nächsten Kurse gesperrt, es gab eine Aussprache der beiden Beteiligten und eine schriftliche Entschuldigung. Im Mai 2019 gab es den Vorwurf der Gewalt gegen seine Ehefrau. Es folgte eine zweiwöchige Wegweisung. Trotz umfassender Unterstützung der Betroffenen kam es zu keiner Anzeige und keiner Übersiedlung. Der Vorfall in der Fahrschule wurde nicht an die Grundversorgungsstelle gemeldet.
Wenige Sanktionsmöglichkeiten
Es liegen der Grundversorgung (GVS) keine Verurteilungen vor. Die Sanktionsmöglichkeiten der GVS sind gering und gehen vor allem in den Bereich der Versetzungen in Quartiere in wenig gefragte ländliche Gegenden. Die GVS hat den Betroffenen im September einem Anti-Gewalttraining zugewiesen, das Neustart im Auftrag des Landes durchführt. An den bisherigen ersten Einheiten hat der Betroffene teilgenommen.
Anschober fordert kürzere Verfahren
Landesrat Anschober hat seit Jahren eine Verkürzung der jahrelangen Verfahren in zweiter Instanz und Arbeitsmöglichkeiten während des Verfahrens gefordert. Derzeit liegen im BVwG 30.000 fremdenrechtliche Verfahren vor. „Die zweite Instanz braucht mehr endlich mehr Personal. Denn viele haben befürchtet, dass diese jahrelange erzwungene Untätigkeit großes Problempotential in sich birgt. Seit Monaten fordere ich von den Bundesregierungen diese Personalaufstockung, um eine Beschleunigung der Verfahren in der zweiten Instanz zu ermöglichen.“
Eine Beschleunigung von einzelnen Verfahren aufgrund von Auffälligkeiten eines Betroffenen ist bereits jetzt möglich. LR Anschober geht daher davon aus, dass zeitnah eine Entscheidung im gegenständlichen Verfahren geplant war.
„Morde sind keine Frage des Geburtsortes“
Anschober: „Das Gesetz muss jetzt mit voller Härte angewendet werden. Der Fall Kitzbühel so wie andere Mordfälle der letzten Monate haben uns gezeigt, dass Morde keine Frage des Geburtsortes sind. Es wäre daher auch völlig ungerecht, wenn die Wahnsinnstat nun gegen Asylwerber/innen insgesamt verwendet und instrumentalisiert werden würde. Angemerkt sei, dass es Asylwerber/innen aus dem Quartier waren, die unter Einsatz ihres Lebens den betroffenen Betreuer gegen den Angriff unterstützt haben.“
Dennoch wird das Quartier Wullowitz in den nächsten Tagen aus Sicherheitsgründen und auf Wunsch der Gemeinde vorzeitig geschlossen.
Gewaltschutzkonzept
Bereits vor einigen Monaten wurde ein Gewaltschutzkonzept flächendeckend für alle Asylquartiere in Oberösterreich implementiert. Dazu wurde ein Gewaltschutzleitfaden erarbeitet, dessen Herzstück der Handlungsleitfaden im Notfall ist, um in einer akuten Situation noch effektiver handeln zu können. Dabei wird im Vorfeld nicht nur eine standardisierte Vorgehensweise für den Gewaltvorfall sondern auch für einen möglichen Gewaltverdachtsfall festgelegt. Verdachtsfälle werden systematisch gemeldet und die Grundversorgung kann innerhalb ihres engen Handlungsspielraums auf Gefährdungen reagieren, z.B. indem Verlegungen durchgeführt werden.
Darüber hinaus wurde von Neustart im Auftrag des Landes Oberösterreich ein spezielles Anti-Gewalt-Trainingsprogramm erarbeitet. Personen die im Zusammenhang mit Gewalt im Rahmen des Gewaltschutzprogramms auffällig werden, werden von den Betreuungsorganisationen dazu angemeldet und sollen lernen, mit Aggressionen umzugehen und gewalttätiges Verhalten zu unterlassen. Derzeit ist der erste Kurs im Laufen, der im September gestartet ist. Anschließend wird es eine Evaluierung geben. Problematisch sind auch hier wiederum die geringen Sanktionsmöglichkeiten im Rahmen der Grundversorgung.
Morgen (Mittwoch, 16. Oktober) Mittag tagt zur Katastrophe von Wullowitz der Landessicherheitsrat. Bereits am Morgen tagt die oberösterreichische „Steuerungsgruppe für ein gewaltfreies Zusammenleben“.


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15.10.2019 23:23
Wach werden
Was soll man dazu noch sagen. Ich hoffe das Sebastian Kurz endlich wach wird. Schwarz - Grün wird unserem Land viele Probleme bereiten. Derartige Gewaltdelikte durch sogenannte Flüchtlinge haben keinen Platz in unserem Land. Da gibt es auch nichts zu beschönigen. Ich hoffe dass den sogenannten Gutmenschen endlich die Augen auf gehen. Was muss noch alles passieren.
15.10.2019 19:01
Anschober Antwort mord
Anschober unterstütz verbrecher .da gibt es keine worte