Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Freistädter Original Karl Wagner: "Als Stadtamtsleiter bekommt man besonderes Gefühl für die Stadt"

Mag. Michaela Maurer, 12.05.2020 11:35

FREISTADT. Karl Wagner ist ein echtes Freistädter Original: 45 Jahre stand er im Dienste kommunaler Aufgaben. 21 Jahre davon war er Stadtamtsleiter von Freistadt und somit Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung. Jetzt hilft er als Mediator und Konfliktbegleiter Menschen bei Problemlösungen.

Karl Wagner war 21 Jahre lang Stadtamtsleiter von Freistadt Foto: Stadtgemeinde Freistadt
Karl Wagner war 21 Jahre lang Stadtamtsleiter von Freistadt Foto: Stadtgemeinde Freistadt

Nach der Matura am Freistädter Gymnasium im Jahr 1975 ging es für Wagner acht Monate zum Bundesheer und dann direkt zur Stadtgemeinde Freistadt, wo er im Kommunalwesen all die Facetten seiner Heimatstadt Freistadt in- und auswendig kennen lernen durfte. „Damals war Josef Knoll Bürgermeister, Stadtamtsleiter war Ferdinand Landerer“, erinnert sich Wagner.

„Ich hatte das Glück, in beinahe allen Abteilungen der Stadtverwaltung eine Zeit lang mitarbeiten zu dürfen. Da erfährt und lernt man viel und bekommt quasi an vorderster Front auch ein intensives Gespür, ein besonderes Gefühl für die Stadt. In dieser Phase war es mir auch vergönnt, sehr viele Freistädter persönlich kennen zu lernen.“ In der Stadtverwaltung war er einige Jahre fürs Baurecht zuständig, war für Kultur- und Sportagenden verantwortlich und gestaltete das Informationswesen der Gemeinde sowohl redaktionell als auch grafisch mit, indem er für das Layout der Gemeindezeitung - damals größtenteils noch händisch gemacht - sorgte. Dafür absolvierte er auch die Journalistenakademie.

Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung

Danach war er erst zwölf Jahre als Stellvertreter tätig, bevor er 21 Jahre lang Stadtamtsleiter war. „Der Amtsleiter ist der einzige Gemeindejob, der durch die Gemeindeordnung gesetzlich geregelt ist. Kurz gefasst ist man als Amtsleiter dafür verantwortlich, dass die Gemeindeverwaltung nach den für sie geltenden Regeln funktioniert, dass man die Rolle als Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung wahrnimmt und dass man den kommunalpolitischen Kräften ohne Unterschied zur Verfügung steht.“

In Freistadt erweitert sich das Aufgabenspektrum als Besonderheit noch um die Funktion des Geschäftsführers der Kommunalbetriebe GmbH, die Wagner von der Gründung an knapp 20 Jahre bis März 2019 ausgefüllt hat. „Entstanden ist die GmbH aus Anlass der Errichtung und Betriebsführung des Salzhofes, der für die Stadt nach allen Kriterien (kulturell, architektonisch, sozial) ein großer Wurf war, sowohl aus damaliger wie auch noch aus heutiger Sicht.“

„Lebhafte Tagesabläufe“ 

Seine Tätigkeit als Stadtamtsleiter hatte für Wagner viele positive und schöne Seiten. „Über allem stehen die Abwechslung und die Unregelmäßigkeit: tagtäglich Neues, Unvorhergesehenes, nicht Geplantes. Das führt alles zu lebhaften Tagesabläufen, die ein aufs andere Mal Motivation sowohl brauchen als auch geben.“ 

Viele Konflikte erlebt 

Im Laufe der Zeit hat Wagner viele Konfliktsituationen erlebt und auch mit angesehen, zu welchen Folgen und Konsequenzen ungelöste Konflikte führen können.“ Fragen wie, was hätte man besser machen können?, wie hätte man dieses oder jenes verhindern können? und warum ist es überhaupt so weit gekommen? habe ich mir im nachhinein weiß Gott wie oft gestellt, egal ob ich auf den Gang der Dinge eine direkten Einfluss hatte oder nicht. So begann ich, mich mehr und mehr für Konflikte per se zu interessieren und mich mit ihren Lösungsmöglichkeiten analytisch auseinanderzusetzen.“

Die Materie hat den heute 64-Jährigen rasch gefangen genommen. „Schließlich habe ich 2017/18 die Ausbildung zum Mediator nach Zivilrechts-Mediations-Gesetz und 2019 die Ausbildung zum Konfliktmanager erfolgreich absolviert, beides am Institut für Mediation und Ausbildung in Steyr. Seit Dezember 2018 bin ich „Eingetragener Mediator“ (in der Liste der Mediatorinnen und Mediatoren beim Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz).“ 

„Etwas Sinnstiftendes tun“ 

„Es freut und fasziniert mich immer wieder, mit Menschen an ihren Problemen zu arbeiten und wenn ich dabei auch noch helfen kann, Lösungen zu finden, freut es mich umso mehr. Und etwas Sinnstiftendes und zugleich Herausforderndes wollte ich im sogenannten Ruhestand sowieso noch unternehmen.“  

Im Ruhestand freut er sich auch darauf, Hobbys wie Mountainbiken, Bergwandern, Nordic Walken, Fitness, Reisen, auszuüben. “Wollen hätte ich die ganze Zeit ja viele Hobbys, zu schaffen war aber bei weitem nie alles – erst jetzt ergibt sich die eine oder andere gute Möglichkeit“, sagt Wagner. Neuerdings kocht er auch gerne. „Allerdings als purer Anfänger“, sagt Wagner mit enem Schmunzeln. Auch die Zeit mit seiner Familie, seiner Frau Gabriela, den zwei Söhnen, der Tochter und sieben Enkel, wird Wagner genießen. „Meine Frau hat sich all die Jahre wunderbar auf meine Jobsituation als Stadtamtsleiter eingestellt und mir viel Rückhalt gegeben.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden