Bisher größte Herausforderung für den neuen Rot Kreuz-Chef heißt Corona
FREISTADT. „Corona!“ – Gerald Roth braucht nicht lange zu überlegen, was ihn als neuen Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes und Bezirksrettungskommandant bisher am meisten beschäftigt hat. Anfang Juli hat der St. Veiter offiziell die Nachfolge von Charles Pickering angetreten.

Schon in der Einarbeitungszeit in den vergangenen Monaten hat das Corona-Virus Gerald Roth die meiste Arbeit beschert. Es galt, das Corona-Drive-In an der südlichen Stadteinfahrt und die Arbeit der mobilen Abnahme-Teams zu etablieren. „Mittlerweile hat sich alles mit beruflichen und freiwilligen Mitarbeitern gut eingespielt“, sagt Roth. Der „Neue“ an der Spitze des Freistädter Roten Kreuzes wohnt mit seiner Familie, Gattin Edith und zwei Kindern (17/19) in St. Veit im Mühlkreis im Bezirk Rohrbach.
Seit 2009 Bezirksgeschäftsleiter in Urfahr-Umgebung
Seine Laufbahn bei der Rettungsorganisation begann schon bald nach der Elektrotechnik-HTL. Seit 2001 ist Gerald Roth beruflich in Diensten des Roten Kreuzes, 2009 übernahm er die Bezirksgeschäftsleitung von Urfahr-Umgebung. „Ich organisiere gerne und mag es, neue Strukturen umzusetzen – daher hat mich die Bezirksgeschäftsleitung von Freistadt gereizt“, sagt Roth, der Charles Pickering auch als Bezirksrettungskommandant nachfolgt. Bei Bezirksstellenleiter Alois Hochedlinger rannte er mit seiner Bewerbung quasi offene Türen ein.
Mit Urfahr weiter verbunden
Seit vergangenen März hat Gerald Roth seine Arbeitszeit zwischen Urfahr-Umgebung und Freistadt aufgeteilt und ist seit Anfang Juli nun ausschließlich für den Bezirk Freistadt zuständig. Die Verbindung mit Urfahr-Umgebung bleibt jedoch aufrecht, nicht zuletzt, weil die Rot Kreuz-Mitarbeiter die Corona-Tests abwechselnd in Freistadt und in Engerwitzdorf durchführen. „Täglich sind acht bis neun Leute im Einsatz, sie nehmen Proben im Drive-In oder bei mobilen Testungen“, erklärt Roth.
60 bis 80 Tests pro Tag
Drei bis vier Mitarbeiter sind jeden Tag alleine damit beschäftigt, telefonische Zuweisungen von Ärzten, Bezirkshauptmannschaft und der Gesundheitshotline 1450 zu Corona-Tests entgegenzunehmen und Termine mit den Testpersonen zu vereinbaren. Täglich werden 60 bis 80 Personen aus den beiden Bezirken getestet. „Die Corona-Tests haben sich mittlerweile gut eingespielt, auch weil wir eine neue Software bekommen haben und Daten schnell weitergeben können“, lobt der Bezirksgeschäftsleiter die Zusammenarbeit zwischen Rotem Kreuz, Bezirkshauptmannschaft und den Labors, in denen die Proben ausgewertet werden.
Auf Erfahrung aufbauen
Das Rüstzeug für seine Führungsfunktion im Roten Kreuz hat Gerald Roth in den elf Jahren in Urfahr-Umgebung von der Pike auf mitbekommen. „Ich habe zum Beispiel beim Hochwasser 2013, bei der Flüchtligskrise 2015 oder bei der Schneekatastrophe 2019 viel für künftige Einsätze gelernt. Darauf kann ich aufbauen.“ Das Rote Kreuz sieht er als Dienstleister für die Bevölkerung und als Unterstützer für die Gemeinden. Die Mission: „Mithelfen, dass das Leid, das es da und dort gibt, weniger wird.“ Und das tut er nicht nur beruflich im Bezirk Freistadt, sondern auch in seiner Freizeit – als leidenschaftlicher Rettungssanitäter an seiner „Heimatdienststelle“ St. Veit.


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