2.193 Kilometer rund um Österreichs Grenzen geradelt
GRÜNBACH. Seit 1. Juli ist Alfred Wagner aus Unterpassberg in Pension. Ruhestand ist für den 60-Jährigen allerdings ein Fremdwort: Er radelte zum Pensionsantritt 2.193 Kilometer rund um Österreichs Grenzen.

14 Tage lang trat der Jung-Pensionist mitten im Sommer kräftig in die Pedale seines E-Bikes. Mit einem Tagesschnitt von 156 Kilometern kam er im Uhrzeigersinn an Österreichs Grenzen ordentlich voran. „Täglich bin ich durchschnittlich 6,40 Stunden im Sattel gesessen“, sagt der Unterpassberger, der in einer reinen Fahrzeit von 93,5 Stunden 715 Städte und Ortschaften passiert und insgesamt sieben Pässe mit seinem vier Jahre alten, samt Gepäck 45 Kilogramm schweren „Drahtesel“ bezwungen hat.
Wetter- und Gesundheitsglück
Der Wettergott war Wagner dabei ebenso gewogen wie das Glück: „Tagsüber hatte ich fast immer Schönwetter, ich habe nichts vorreserviert und immer ein Quartier gefunden und keine gesundheitlichen Probleme gehabt“, strahlt der Biker. Genügend Schlaf und abends ein alkoholfreies Weizenbier zur Mineralstoffversorgung waren sein „Doping“.
Weder Patschen noch Panne
Weder Patschen noch Panne beeinträchtigten seine Österreich-Umrundung, die er mit Text und Bild ausführlich dokumentiert hat. „Am abenteuerlichsten war noch die Abfahrt vom Gerlospass, da bin ich zwischen den Kühen auf der Straße Slalom gefahren“, schmunzelt Alfred Wagner. Wer denkt, die Tour rund um unser Land war mit E-Antrieb mühelos, täuscht sich jedoch gewaltig. „Trotz der elektrischen Unterstützung bleibt einem die Anstrengung nicht erspart“, weiß der Grünbacher.
1600 Höhenmeter auf den Glockner
Bei der Tour auf den Glockner zum Beispiel galt es ordentlich die Muskeln einzusetzen. „Da waren 1.600 Höhenmeter zu bewältigen, da muss man schon ordentlich Akku sparen, wenn man auskommen will.“ Für die Anstrengung entlohnte ihn der Ausblick von der 2.571 Meter hohen Edelweißspitze, für Wagner der Höhepunkt seiner Österreich-Umrundung. Das lustigste Erlebnis hatte er in einem Hotel in Bruck am Ziller in Tirol. „Du redest ja wie der Rocky aus Liebenau“, sprach ihn da der Quartierbesitzer an. „Ich komm ja auch aus der Gegend“, antwortete Alfred Wagner lachend.


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