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UNTERWEISSENBACH. Er ist schon zur Tradition geworden, der Viehtrieb am Wegererhof von Familie Seiser: Einmal im Jahr satteln die „Cowboys“ der Mühlviertler Alm ihre Pferde und treiben die Aberdeen Angus-Rinder von der Sommerweide zum Hof zurück – dieses Jahr bereits zum 17. Mal.

Felix Kern Fotos: CW
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Zehn bis 15 der pechschwarzen Tiere genießen jedes Jahr von Mai bis Oktober völlige Freiheit auf einer von Bruno Seisers Weiden. „Im Frühling sind sie den Umgang mit Menschen gewohnt und lassen sich verladen, aber im Herbst schätzen sie ihre Freiheit und denken nicht daran, in einen Anhänger einzusteigen“, berichtet Seiser, warum er froh ist, dass er berittene Hilfe bekommt.

Ideengeber Felix Kern

Der Initiator des Viehtriebs ist wie so oft, was Pferdebelange auf der Mühlviertler Alm angeht, Felix Kern. „Angefangen hat alles mit meiner StonehillRanch: Eine Ranch braucht Rinder – daher habe ich mir Hochlandrinder zugelegt. Die verlieren aber mit der Zeit ihren Respekt vor den Pferden. Bruno Seiser war damals der einzige, der seine Rinder quasi hergeliehen hat, damit wir Reiter mit ihnen üben können“, erinnert sich Kern. Man sei damals nicht einfach „wild“ an die Sache herangegangen: „Wir haben uns einen Profi-Trainer geholt und im Seminarraum mit den Reitgästen zuerst die Theorie des Viehtriebs besprochen, sogar mit einem Geländemodell vom Wegererhof“, erinnert sich das „Reiter-Urgestein“. Auch an die ersten Praxisversuche denkt er lachend zurück, etwa, als einzelne Rinder ausbüxten und aus dem Unterweißenbacher Ortszentrum zurückzuholen waren.

Bauer ruft jedes Jahr an

Mittlerweile gehört die StonehillRanch Kerns Tochter Margit. „Der Viehtrieb mit Reitgästen hat sich aufgehört, aber der Bruno Seiser ruft jedes Jahr an, ob wir eh wieder mit den Pferden zum Viehtrieb kommen, weil er sonst seine Rinder nicht von der Weide herunterbringt und sie zu Fuß heruntertreiben müsste“, schmunzelt Kern. Seit einigen Jahren sind es daher nur noch einheimische, versierte Reiterinnen und Reiter, die die pechschwarzen, genetisch hornlosen Tiere von der Weide holen.

„Foreman“ Richard Kriechbaumer

„Der Foreman, also der Vorarbeiter, beim Viehtrieb ist jetzt der Richard Kriechbaumer, und auch seine Brüder sind immer gerne dabei“, berichtet Felix Kern. Heuer ist der „Almabtrieb mit Pferd“ sehr gut gelaufen, „und das, obwohl die Rinder wegen des kühlen Wetters recht aufgekratzt waren.“ Passiert ist in all den Jahren bis auf ein paar Stürze aus dem Sattel zum Glück nichts Schlimmes. Nach ein, zwei Stunden Viehtrieb bekommen die Rinder Verpflegung und ihre Ruhe auf der Hausweide des Wegererhofes. Für die „Cowboys“ der Mühlviertler Alm gibt es traditionell eine unvergleichlich gute Jause aus dem Hause Seiser und – dem Vernehmen nach – auch das eine oder andere Stamperl Hochprozentiges.


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