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Bevölkerungstests: 50 Positive im Bezirk; besonders fleißig gingen die Neumarkter zum Abstrich

Mag. Claudia Greindl, 15.12.2020 13:01

BEZIRK FREISTADT. Eine durchwachsene Bilanz haben die Covid-19-Bevölkerungstests am vergangenen Wochenende ergeben. In ganz Oberösterreich wurden bis zu Redaktionsschluss 290.000 Menschen getestet, 1.155 Menschen davon positiv. Im Bezirk Freistadt wurden insgesamt 16803 Menschen auf das Coronavirus getestet,davon 16681 negativ,72 nicht bestimmbar und 50 positiv (0,30 Prozent). Besonders fleißig gingen die Menschen in Neumarkt und Wartberg in die Teststationen.

Testergebnis negativ! Eine Reportage vom Lokalaugenschein in der Teststation Königswiesen gibt es online auf www.tips.at/n/523159 nachzulesen. Foto: Greindl

15 Teststandorte standen der Bevölkerung von 11. bis 14. Dezember zur Verfügung, kurzfristig entfiel wegen des moderaten Andrangs auch die Pflicht zur Anmeldung via Internet. „Wo getestet wird, haben wir im Gespräch mit Bezirksrettungskommandant Gerald Roth und Feuerwehrbezirkskommandant Thomas Wurmtödter rasch festgelegt“, sagt Bezirkshauptfrau Andrea Außerweger.

Erfahrungen vom Drive-In hilfreich

Hilfreich beim Einrichten der Teststraßen waren für das Rote Kreuz nicht nur der Drive-In-Betrieb, der in Freistadt seit Monaten nahezu reibungslos läuft. „Auch die Erfahrungen bei den Lehrertestungen haben uns beim Organisieren der Bevölkerungstests genützt“, sagt Gerald Roth. Sowohl die beruflichen Mitarbeiter als auch die Freiwilligen haben in den vergangenen Monaten viel Know-how für die Testungen aufgebaut. Rund 12.000 Personen nahm das Rote Kreuz seit Pandemie-Beginn Abstriche ab. Für die Bevölkerungstests wurde mit einer neuen gesetzlichen Grundlage erst die Voraussetzung geschaffen. 250 der rund 600 Rot-Kreuz-Mitarbeiter im Bezirk wurden für die Abnahme der Tests ausgebildet.

Täglich 15 bis 25 Neuerkrankungen

Insgesamt 50 Personen aus dem Bezirk bekamen ein positives Testergebnis und wurden zum PCR-Test gebeten. „Jeder Einzelne davon ist wichtig, um die Ansteckungskette zu unterbrechen“, sagt Bezirkshauptfrau Außerweger. Seit März 2020 haben sich 3.844 Menschen im Bezirk mit dem Coronavirus angesteckt, 58 Personen sind daran gestorben. „Derzeit gibt es 192 aktiv Erkrankte, täglich kommen 15 bis 25 Neuerkrankungen dazu“, sagt die Chefin des Krisenstabs. Für die Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen findet Andrea Außerweger nur lobende Worte: „Die Kooperation der Behörde mit Rotem Kreuz und Feuerwehr hat schon in ruhigen Zeiten sehr gut funktioniert, das ist auch ein Vorteil für die Krisensituation.“

Freiwilligkeit in Frage gestellt

Das bestätigt auch Bezirksfeuerwehrkommandant Thomas Wurmtödter. Die Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks sind mit rund 500 Männern und Frauen bei der Massentestung im Einsatz. „Schauen wir einmal, wie es 2021 ausschaut – unseren Feuerwehren sind durch den Wegfall aller Feste und Jubiläumsveranstaltungen viele Einnahmen entgangen. Es fehlt nicht nur Geld, sondern auch Motivation. Wenn es nächstes Jahr so weitergeht, werden wir die Freiwilligkeit nicht mehr in der Form aufrecht erhalten können.“

Offensive Information

Warum in Neumarkt besonders viele Menschen zum Test gingen (93,52 Prozent der Testkapazität), erklärt sich Bürgermeister Christian Denkmaier mit seiner offensiven Informationsstrategie. „Es waren sicher auch etliche Auswärtige bei uns testen, aber ich denke schon, dass die Information über E-mail, Facebook und Postwurf viel gebracht hat.“

Kritik am Procedere

Kritik aus der Bevölkerung komme trotz aller Wertschätzung für die Organisation der Tests, wie Bürgermeister Gerhard Neunteufel aus Sandl informiert: „Bei uns wurde kritisiert, dass es keine Informationsblätter über den Ablauf gegeben hat und das Procedere auch während der Tests geändert wurde“, sagt Neunteufel. Zudem seien die Testergebnisse teils nicht über den zugesendeten Link abrufbar gewesen. Die kurzfristig beim Land OÖ eingerichtete Bürgerservice-Nummer sei nicht erreichbar gewesen, was teilweise zur Blockierung der Rot Kreuz-Notrufnumer 144 geführt hätte. Neunteufel: „Es ist mir schon bewusst, dass die erstmalige Durchführung derartig groß angelegter Aktionen viele bis dahin noch nicht bekannte und erprobte Herausforderungen mit sich bringt. So gesehen kann ich meine grundsätzliche Wertschätzung für die Organisation nur nochmals wiederholen. Insbesondere im Sinne der Akzeptanz und der „Mund-zu-Mund-Werbung“ durch die Bevölkerung zur Steigerung der Teilnahmebereitschaft für einen zweitenTestdurchlauf bitte ich jedoch, das Verbesserungspotenzial wirksam zu erörtern und dann auch einzuarbeiten.“


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