SMB Nord: Wo es rasch und einfach Hilfsmittel für die Pflege gibt
BEZIRK FREISTADT. Um im Herbst des Lebens so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, sind oftmals Pflegebehelfe nötig. Die sechs Sozialmedizinischen Betreuungsringe (SMBs) stellen Pflegebetten, Wannenlifte, Gehhilfen und viele andere Hilfsmittel rasch und unbürokratisch zur Verfügung. Die Tips-Glücksstern-Aktion unterstützt diese unbezahlbar wertvolle Hilfe.Der „SMB Nord“ mit Sitz in Grünbach wurde 2001, damals noch als „SMB Grünbach“, als letzter im Bezirk gegründet.

Die schon bestehenden sozialmedizinischen Vereine der Gemeinden Grünbach, Leopoldschlag, Rainbach, Sandl und Windhaag schlossen sich zusammen. Auch damals gab es in einigen Alten- und Pflegeheimen Engpässe beim Personal und den Pflegeplätzen. Zugleich bestand das Bestreben, den älteren Mitbürgern zu ermöglichen, durch die mobile Alten- und Krankenpflege, die Zustellung von Essen auf Rädern und den Verleih von Heil- und Hilfsmitteln möglichst lange in der gewohnten Umgebung leben zu können.
Hilfe ab dem 60. Lebensjahr
Der SMB Nord unterstützt hilfsbedürftige Mitbürger in den Mitgliedsgemeinden ab dem vollendeten 60. Lebensjahr zu Hause bei der Basisversorgung, der Haushaltsführung, der bedarfsorientierten Betreuung im Haus und Heimservice sowie bei der Organisation der Alltagshilfe und Koordinierung mit anderen sozialen Einrichtungen. „Es ist in jüngster Zeit schwierig, Personal zu finden, da viele Mitarbeiterinnen eine Ausbildung machen und dann in einem Seniorenheim anfangen und andere in Pension gehen“, beklagt Einsatzleiterin Renate Zeiml die angespannte Personalsituation. Die Heil- und Hilfsmittel waren früher häufig Spenden von Bürgern aus den Mitgliedsgemeinden. Leider kommt es jetzt nur noch sehr selten vor, dass nicht mehr benötigte Heil- und Hilfsmittel an den SMB Nord gespendet werden. Das Lager befindet sich ebenso wie das Büro des SMB Nord seit einigen Jahren beim Gemeindeamt in Grünbach.
Krankenbetten gefragt
Besonders häufig werden Krankenbetten, Rollatoren, Rollstühle und Leibstühle verliehen. Einige davon haben regionale Vereine gespendet. „Wenn der Bedarf anhält, müssen allerdings in nächster Zeit wieder Betten und andere Heil- und Hilfsmittel angekauft werden“, ist Obmann Stefan Weißenböck überzeugt. Besonders für Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) ist der Verleih, insbesondere von Krankenbetten, eine große Unterstützung, da sie diese nicht von ihrer Krankenkasse finanziert bekommen. Sowohl der SMB Nord als auch der SMB Lasberg und SMB Mühlviertler Alm verleihen elektrisch verstellbare Pflegebetten (kostenpflichtig), Badewannenlifte, Gehhilfen, Rollstühle und Rollatoren, Beistelltische, Beistelltrapeze und mehr. Nähere Informationen dazu gibt es auf der jeweiligen Homepage oder im jeweiligen SMB-Büro.
Wichtige Überleitungspflege
Ein wichtiges Service der Krankenhäuser ist die Überleitungspflege für Patienten und Angehörige, da diese bei Bedarf mit dem SMB Kontakt aufnimmt und dafür sorgt, dass nach der Entlassung zu Hause die erforderlichen Heilbehelfe und Hilfsmittel zur Verfügung stehen.Auch für warme Mahlzeiten sorgt der SMB Nord. Die derzeit etwa 75 bis 80 täglichen Portionen werden im Seniorenheim St. Elisabeth in Rainbach zubereitet und mit zwei Fahrzeugen zugestellt. Dabei legen die Zusteller pro Fahrzeug fast 80 Kilometer zurück. „Die tägliche Zustellung ist besonders im Winter oft eine Herausforderung, denn auch die letzten Essen sollen warm ankommen“, sagt eine Zustellerin.
Auf Spenden angewiesen
Der SMB Nord ist aber auch immer auf Spenden angewiesen, da den Klienten nicht alle Leistungen verrechnet werden können. So hat beispielsweise in Grünbach Obmann Bürgermeister Stefan Weißenböck in den vergangenen Jahren mit anderen fleißigen Männern Kekse gebacken, welche dann beim Grünbacher Weihnachtsmarkt verkauft wurden. Aber auch die Spenden von Vereinen tragen zur Aufbesserung der Finanzen bei. Zusätzliche Einnahmen gibt es, wenn bei Begräbnissen anstatt von Kranz- und Blumenspenden Geld an den SMB Nord gespendet wird. Mit dem Coronavirus hat sich aber heuer vieles geändert. Die Ausgaben sind fast gleich geblieben, aber viele Einnahmen sind dieses Jahr weggefallen.


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