Biologische Vielfalt: Biogasanlage vom Fossenbauer-Hof als Vorbild

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Ulrike und Gerald Ziegler mit Bezirksbauernkammer-Obmann Martin Moser vor der 250 KW Fossenbauer-Biogasanlage in Freistadt Foto: privat
Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 04.05.2021 15:15 Uhr

FREISTADT. Der Hof von Gerald und Ulrike Ziegler, vulgo Fossenbauer, in Freistadt ist mit der Biogasanlage ein Vorzeigebeispiel für Biodiversität.

Österreichs Bauernfamilien sind Wegbereiter – der Schutz von biologischer Vielfalt und des Klimas ist nur mit ihnen möglich, ist sich der Österreichische Bauernbund sicher. Um diesem Anspruch gerecht zu werden haben der Bauernbund und die Landwirtschaftskammern das Biodiversitäts- und Klimaprogramm 2030 erarbeitet. Biodiversität bedeutet „Vielfalt des Lebens“ oder „biologische Vielfalt“. Wie sehr die Bauern Biodiversität leben, zeigt der OÖ Bauernbund mit Beispielen aus der Praxis.

„Biodiversität und Landwirtschaft geht nur Hand in Hand. Wir brauchen die Vielfalt der Natur und mit unserer nachhaltigen Bewirtschaftung erhalten wir diese Vielfalt auch für unsere Kinder und Enkelkinder. Wenn wir Lösungen und Zukunftswege in puncto biologischer Vielfalt oder Nutzung von Kulturlandschaften wollen, müssen wir mit den Bauern reden“, sagt Bauernbund-Bezirksobmann Martin Moser. Er hat kürzlich den Betrieb von Gerald und Ulrike Ziegler, vulgo Fossenbauer in Freistadt besucht.

Von der Milchwirtschaft zur Biogasanlage

Sie sind 2005 von Milchwirtschaft auf eine 250 KW-Biogasanlage mit Partnerbetrieb umgestiegen – seit 2009 führen sie ihren Betrieb in biologischer Wirtschaftsweise. Dabei ist ihnen ein geschlossener CO² und Nährstoffkreislauf sehr wichtig. Mit 14 Hektar der Dauerkultur Topinambur, die auch eine wunderbare Bienenweide ist, haben sie einen perfekten, immer wieder nachwachsenden Rohstoff als Energielieferant für die Biogasanlage. Seit Jahren wird der Betrieb pfluglos bewirtschaftet und für eine 100 prozentige Begrünung während des gesamten Jahres gesorgt.

Aber auch mit Käfern befallenes Getreide anderer Betriebe, Kleegras, Mischgetreide sowie Gras von der abgestuften Grünlandnutzung wird in der Biogasanlage mit einer gleichmäßigen Stromproduktion über das ganze Jahr verarbeitet. Die anfallende Wärme durch die Abluft des Biogasmotors wird zur Trocknung von Getreide, Mais, Alternativen und Hackgut auf speziell dafür ausgestatteten Trocknungskippern bestens genützt. Damit werden sonst übliche fossile Brennstoffe ersetzt.

Regionale Wertschöpfung

„Wichtig ist mir, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt und die Einnahmen auch wieder regional investiert werden“, sagt Land- und Forstwirtschaftsmeister Gerald Ziegler. Das gesamte Dach- und Drainagewasser wird für den Betrieb der Biogasanlage genützt und seit 2013 gibt es am Betrieb Ziegler auch eine Photovoltaik Anlage mit 76 KWp. Der eigene PKW wird mit Biogas betrieben. „Großes Potential sehe ich in der Treibstoffproduktion im Bereich Methangas – ein Methantraktor wäre ein großes Ziel“ sagt Ziegler.

Hackgut-Liefergemeinschaft

 

Gerald Ziegler ist seit vielen Jahren nicht nur Ortsbauernobmann in Freistadt, sondern auch Obmann der Hackgutliefergemeinschaft mit 179 Mitgliedern, die es sich neben der Belieferung von großen Heizwerken zum Ziel gesetzt hat, auch viele private Hausbesitzer mittels Hackschnitzelpumpe mit Heizmaterial zu versorgen. In der Waldbewirtschaftung setzen die Zieglers auf genaue Bewirtschaftung. Waldwirtschaftspläne und Forstwirtschaftsmeisterausbildung liefern Informationen und das Knowhow für einen Plenterwald mit Naturverjüngung, ohne Kahlschlag und mittlerweile 20 verschiedenen Baumarten.

Der jährliche Zuwachs der 21 Hektar großen Forstfläche wird genau im gleichen Ausmaß wieder genützt. Das geschlägerte Rundholz wird an ein regionales Sägewerk verkauft und das Hackgut ans Fernheizwerk und an das Klinikum Freistadt geliefert. „Der Betrieb der Familie Ziegler ist ein perfektes Beispiel dafür, dass erst durch aktives Bewirtschaften Lebensräume und Arten erhalten werden. Wir wollen schützen durch nützen“, sagt Bauernbund Bezirksobmann Martin Moser. „Biodiversität und Klimaschutz wird bei Gerald und Ulrike Ziegler besonders gut sichtbar“.

Die Hofnachfolge ist bereits heute gesichert. Der jüngste Sohn bereitet sich gerade auf seine Lehrabschlussprüfung im ABZ Hagenberg vor, ein Lehrabschluss in der Forstwirtschaft ist das nächste Ziel. Bemerkenswert ist auch die soziale Einstellung der Familie, die drei Kinder im Alter von 17, 22 und 25 Jahren hat. So engagieren sie sich über World Vision und unterstützen ihre zwei Patenkinder aus Sierra Leone und Myanmar.

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