Girls Day Challenge: Platz drei für Marlene Fleischanderl
FREISTADT. Marlene Fleischanderl von der Musikmittelschule Freistadt (dritte Klasse) hat sich den dritten Platz bei der Girls“ Day Challenge geholt.

„Wir vertreten ein Land, in dem Frauen die gleichen Möglichkeiten wie Männer haben. Ein Land, in dem nicht das Geschlecht bestimmt, was erreichbar ist. Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ist es ganz entscheidend, Mädchen und junge Frauen frühzeitig für die MINT-Fächer zu begeistern. Unser Bundesland Oberösterreich war eines der ersten, dass den Girls Day Mini im Kindergarten, in der Volksschule, in den NMS und der AHS eingeführt hat“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Frauenreferentin Christine Haberlander.
Haberlander betont: „Der Girls´ Day hat sich in Oberösterreich bestens etabliert und ist ein echtes Erfolgsprojekt. Rund 29.000 Mädchen zeigten in den vergangenen 20 Jahren ihre große Begeisterung über diesen Aktionstag. Beinahe 5.100 engagierte oberösterreichische Betriebe öffneten ihre Türen und stellten mehr als 20.300 Plätze zur Verfügung, um den technikinteressierten Mädchen ihr Handwerk näher zu bringen.“
20-jähriges Jubiläum
Unter den Gästen waren langjährige Partnerinnen des Girls´ Day wie Vertreter der oö. Unternehmen, Pädagogen und Kooperationspartner (die WKOÖ, die IVOÖ, das AMS OÖ, die ÖGB Frauen, die AKOÖ, die Bildungsdirektion OÖ, das Jugendreferat des Landes OÖ und die Education Group GmbH). Die Gäste der Jubiläumsveranstaltung waren via Livestream mit dabei.
Die Preise für die Gewinnerinnen wurden vor Ort überreicht. Namhafte Unternehmen wie etwa voestalpine Stahl GmbH, KEBA AG, Rosenbauer International AG oder Wacker Neuson Linz GmbH sind langjährige Partner des Girls´ Day. Der EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji, Gründer von whatchado, hielt einen Empowerment-Vortrag mit dem Titel „Lebe Dein Potenzial! - Wie man im Leben den eigenen Weg geht“, und Martina Gaisch von der FH OÖ führte den Mädchen vor Augen, welche Vorteile ein Beruf in der Technik bzw. im Bereich der Naturwissenschaften haben kann.
Aufmerksamkeit auf Unbekanntes
Ziel des Girls´ Day ist es, die Aufmerksamkeit der Mädchen auf ihnen unbekannte Berufe bzw. Studienrichtungen zu lenken, gängige Vorurteile abzubauen und eine Berufswahl jenseits von Klischees zu erleichtern, Eltern, Schulen und Betriebe auf das Potenzial der Mädchen aufmerksam zu machen und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, interessierte und motivierte Mädchen für sich zu gewinnen.
„Es ist ein Gewinn für beide Seiten. Die Betriebe sind vermehrt auf der Suche nach weiblichen Fachkräften und können beim Aktionstag ihr Unternehmen präsentieren. Auf der anderen Seite lernen Mädchen verschiedenste Berufsfelder besser kennen und können ihre Erfahrungen in die Berufs- oder Ausbildungsentscheidung einfließen lassen. Schülerinnen verbringen diesen Tag in einem handwerklichen, technischen oder naturwissenschaftlichen Betrieb. Dabei können sie ihre Fähigkeiten erforschen, Berufe kennenlernen und wichtige Kontakte knüpfen“, zeigt Haberlander die Vorteile des Girls´ Day auf.
Grundstein gelegt
„Mit dem Girls´ Day wurde vor 20 Jahren ein wichtiger Grundstein dafür gelegt, dass Mädchen an Vorbildern lernen und die Chancen in technischen Berufsfeldern erkennen. Der Aktionstag ist mittlerweile stark gewachsen und bereits die Jüngsten können technische Luft in den Betrieben schnuppern. Diese Verbindung zu den Unternehmen hilft vielen Mädchen gerade bei der Berufswahl, Potentiale zu erkennen und neue Berufswege zu entdecken. Wir sind stolz, seit 20 Jahren Kooperationspartner zu sein und freuen uns, noch viele junge Mädchen in Zukunft begeistern zu können“, sagt Margit Angerlehner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich als Vertreterin der Kooperationspartner.
Steigender Mädchenanteil
Der steigende Mädchenanteil in einigen technischen Lehrberufen zeigt, dass die Initiativen auf allen Ebenen Wirkung zeigen. Während im Jahr 2002 in der Lehrberufsgruppe Maschinen/Fahrzeuge/Metall nur 100 Mädchen einen Lehrberuf ausübten, stieg die Anzahl im Jahr 2020 auf beachtliche 547 an. Im Bereich Chemie/Kunststoff ist die weibliche Lehrlingsanzahl in den letzten Jahren von 55 auf 172 Mädchen gestiegen.
„Vor ca. 4 Jahren habe ich selbst am Girls Day teilgenommen. Damals war ich mit einer Freundin an der FH in Linz. Mir haben am Girls Day besonders die interessanten Vorträge und Workshops, wo man auch selbst etwas probieren durfte, sehr gefallen. Ich finde es generell immer sehr wichtig, dass man Kinder an solchen Tagen mitarbeiten lässt. Dadurch wird der Tag gleich viel interessanter. Jetzt gehe ich in die HTL 1 in Linz für Bautechnik mit dem Schwerpunkt Tiefbau. Ich habe mich damals bewusst für diese HTL entschieden, weil ich schon immer in der Technik, vor allem in der Bautechnik interessiert war. Persönlich kann ich jedem Mädchen, die eine Chance auf den Girls Day bekommen, nur empfehlen diese Chance auch zu nutzen“, so Hanna Kitzmüller die auch bei der Jubiläumsveranstaltung mit dabei war.
Dritter Platz bei Challenge
Marlene Fleischanderl hat bei der Challenge den dritten Platz geholt. Sie hat ihre Erkenntnisse aus allen 6 Modulen des Girls“ Day eingereicht. Sie hat sich dabei beispielsweise mit Klischees auseinandergesetzt und hat aufgezeigt, dass sie unabhängig von Rollenbildern ihren eigenen Weg gehen möchte. Fleischanderl hat sich zudem noch zu den Berufen Elektrikerin und Mechatronikerin recherchiert und hat bei einer Entdeckungstour in ihrem Heimatort fand sie besonders den Beruf der Labortechnikerin spannend.


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