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TRAGWEIN. Sein Studentenleben genießt Benedikt Mühlbachler aus Tragwein gerade in vollen Zügen – und gut 9.300 Kilometer von daheim entfernt in Flagstaff, Arizona (USA). Im Tips-Interview schildert der 22-Jährige seine Erfahrungen als Austauschstudent.

  1 / 3   Benedikt Mühlbachler am Humphreys Peak, der mit einer Höhe von 3.851 Metern der höchste Gipfel im US-Bundesstaat Arizona ist. (Foto: privat)

„Obwohl ich mich daheim im gewohnten Umfeld irrsinnig wohl fühle, wollte ich trotzdem gerne ein Auslandssemester machen. Am besten in Amerika, denn die USA fand ich schon immer cool“, erzählt Benedikt Mühlbachler, der sein Mechatronik-Studium an der JKU Linz aufgenommen hat und mittlerweile im fünften Semester studiert. Für sein Auslandssemester bewarb er sich bei drei verschiedenen amerikanischen Unis, die Zusage kam schließlich aus der 70.000-Einwohner-Stadt Flagstaff im Bundesstaat Arizona.

Wohnen am Campus

Seit Mitte August 2021 studiert der Tragweiner an der Northern Arizona University Elektrotechnik, da es den Studienzweig Mechatronik an dieser Uni nicht gibt. Trotzdem kann er sich zwei, drei technische Lehrveranstaltungen für sein Regelstudium anrechnen lassen. „Ich wohne hier mitten am Campus und habe mich schon sehr gut eingelebt. Hier in den Campus Heights leben fast nur Austauschstudenten, und so habe ich schnell Freunde von überall auf der Welt gefunden“, erzählt der 22-Jährige, der sich das Studentenzimmer mit einem Deutschen teilt. „Mit ihm auf Hochdeutsch zu sprechen fand ich anfangs schwerer, als Englisch zu reden“, lacht der Mühlviertler.

An der Universität läuft einiges anders als in Österreich. „Hier in den USA ist es Pflicht, die Kurse zu besuchen. Wer öfter als zweimal unentschuldigt fehlt, fliegt raus. Die Lehrveranstaltungen mit maximal 40 Studenten sind familiärer, wodurch jeder Professor seine Studenten kennt. Auf die Unterstützung der Professoren kann man als Student immer zählen“, schildert Benedikt. „Nachdem wir fast wie in der Schule beinahe jede Woche Hausübungen und Tests zu schreiben haben, kommt am Ende des Semesters nicht ein riesiger Brocken an Lernstoff zusammen, was kein Nachteil ist.“

Gute Lebensschule

Benedikt Mühlbachler, der zuhause noch in Tragwein bei seinen Eltern wohnt, genießt die Unabhängigkeit, die das Auslandssemester mit sich bringt. „Es ist eine gute Lebensschule, mal alleine auf sich gestellt zu sein. Hier in Flagstaff sind alle so herzlich, offen und nett, keiner begegnet dir mit Vorurteilen, das taugt mir total.“ Seine Freizeit nutzt der Student, um das Land zu erkunden. Er war schon im Grand Canyon, in Seattle und in mehreren Nationalparks.

„Vermisse das gute Essen“

Was er in Flagstaff ein wenig vermisst, sind seine Fußballkinder – Benedikt trainiert die U8 in Tragwein – und die ehrenamtliche Arbeit beim Roten Kreuz. „Andererseits ist es auch cool, für ein Weilchen mal keine derartigen Verpflichtungen zu haben. Am meisten fehlt mir hier das österreichische Essen. Amerikanisches Brot schmeckt nach gar nichts“, sagt Benedikt. Im November bekommt der junge Tragweiner Besuch von Papa und Onkel, bevor sein Auslandssemester Mitte Dezember endet. Heim geht es für Benedikt trotzdem nicht gleich im Anschluss, sondern erst im Jänner 2022: „Ich würde gerne noch die Westküste bereisen und Silvester in New York zu verbringen, das stelle ich mir lässig vor.“


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