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FREISTADT. Ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens ist nicht mehr: Ehren-Feuerwehrkommandant und Ehren-Abschnittsbrandinspektor Franz Stiegelbauer ist am Donnerstag, 14. Oktober, im 72. Lebensjahr verstorben. Ein Nachruf von Ewald Niederberger.

Franz Stiegelbauer verstarb im 72. Lebensjahr. Foto: Petuely
Franz Stiegelbauer verstarb im 72. Lebensjahr. Foto: Petuely

Egal, wo man hinkam, ob man einen Lehrgang in der Feuerwehrschule besuchte, oder bei einem Einsatz im Oberen Mühlviertel war – den Franz kannte jeder. Seine umgängliche und freundschaftliche Art taten das ihre dazu. Er war einer, der die Technik liebte. Was nicht klar war, wurde versucht. Nicht jeder Einsatz ließ sich mit vorhandenen Mitteln lösen. Dann musste halt etwas gefunden werden, das zur Lösung beitrug.

Abenteuerliche Hilfskonvois nach Weißrussland

Legendär und abenteuerlich waren seine Hilfskonvois nach Weißrussland. Unter seiner Leitung zusammengestellt, von Firmen zur Verfügung gestellte Lkw und Transportfahrzeuge, voll beladen mit Hilfsmitteln, von medizinischen Geräten aus dem alten Krankenhaus in Freistadt, welche vorher selbst abgebaut wurden, bis zu Lebensmitteln, Bekleidung etc. Die Fahrten auf eigene Kosten finanziert und tagelang unterwegs, ohne vorher jemals das Land gesehen zu haben. Der Umweltgedanke hielt ebenfalls durch Franz Einzug. Jährlich wurden Altstoff- und Problemstoffsammlungen am städtischen Bauhof durchgeführt. Wer stand in Latzhose hinter dem Tisch und schaute die Dosen genau an, bevor sie sortiert wurden? Der Franz.

Vielfach preisgekrönt

Eine Idee, die er mit Mitstreitern umsetzte, war die fahrbare Küche. Für diese Idee bekam er den Umweltschutzpreis des Landes OÖ 1993 und des Bundes 1994 verliehen. Aber das wichtigste und umfangreichste Projekt in seiner Karriere als Feuerwehrkommandant war die Planung des neuen Feuerwehrhauses. Speziell der technische Teil ist nach seinen Planungen entstanden. Mit Stolz und großer Freude konnte er das Haus 1993 eröffnen. Auszeichnungen und Orden waren für ihn wichtig, was aber wirklich zählte, war die Arbeit.

Unermüdlich und unbemerkt am Werken

Unermüdlich und meist unbemerkt war er beim Tüfteln und am Werken. Wenn um 5 Uhr früh das Licht im Feuerwehrhaus brannte, wussten Insider: Der Franz ist am Arbeiten. Dabei kam die Familie – Gattin Elfi, seine Kinder Gregor und Nina, Schwiegertochter Anja sowie die Enkerl Jonas und Hannah – aber nicht zu kurz, er hatte volle Unterstützung. Wir sind stolz und dankbar, dass wir ihn als Kommandanten hatten!

Ewald Niederberger war unter Franz Stiegelbauer Kommandant-Stellvertreter und einer seiner langjährigen Wegbegleiter.

Ruhe sanft, lieber Franz!

Einer meiner ersten Termine als Journalistin in der Tips-Redaktion führte mich vor 23 Jahren zur Freistädter Kläranlage, wo Franz Stiegelbauer an seiner Dekontaminationsanlage tüftelte. Groß, graue Wuschelhaare, eine Stimme wie ein Brummbär – respekteinflößend, so empfand ich die unsere Begegnung. Dass sich hinter seinem Äußeren ein Mensch mit einem riesengroßen guten Herz und viel Humor verbarg, muss ich damals schon geahnt haben. Denn wenig später trat ich mit diesem Menschen, den ich noch kaum kannte, bei Nacht und Nebel die tagelange, anstrengende Reise mit Hilfsgütern ins ferne Belarus an. Ich habe es nie bereut, aus dem grauhaarigen Brummbären ist ein Freund geworden. Ruhe in Frieden, lieber Franz!

Claudia Greindl


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