Volkshilfe prangert an: Jedes fünfte Kind im Land ist arm

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Mag. Michaela Maurer Mag. Michaela Maurer, Tips Redaktion, 28.10.2021 10:48 Uhr

BEZIRK FREISTADT. In Österreich sind 19 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren armutsgefährdet. Heruntergebrochen auf den Bezirk Freistadt sind das rund 2700 junge Menschen. Auf diese beschämende Tatsache hat die Volkshilfe Freistadt vor dem „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ bei einer Vernissage im MÜK aufmerksam gemacht. 

Immer mehr Buben und Mädchen haben nicht die gleichen Chancen auf ein gelingendes Leben, weil sie arm oder armutsgefährdet sind. Sie haben beispielsweise keine adäquate Winterkleidung und können nie auf Urlaub fahren. Sie zeigen vermehrt Entwicklungsstörungen, erkranken häufiger psychisch und sind stärker suizidgefährdet. Das haben bei einer aktuellen Umfrage der Volkshilfe Österreich neun von zehn Ärzt*innen bestätigt. „Als Volkshilfe stellen wir uns daher unermüdlich dem Kampf gegen die Kinderarmut“, erklärt Michael Lindner, Vorsitzender der Volkshilfe Freistadt.

Aquarelle von Prinz gegen Kinderarmut

Gemeinsam mit Ulli Steininger vom Volkshilfe Bezirksverein hat er vor dem „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ am 17. Oktober bei einer Vernissage im „Mühlviertel Kreativ Haus“ (MÜK) die Kinderarmut an den Pranger gestellt. Im MÜK sind seit 14. Oktober von Rudi Prinz gespendete Aquarelle zum Verkauf ausgestellt, der Reinerlös kommt der Volkshilfe Freistadt für ihren Kampf gegen Kinderarmut zugute.

Kindliche Bedürfnisse sichern

„In einem reichen Land wie Österreich dürfen weder Entwicklungsmöglichkeiten noch Zukunftschancen der Kinder von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen“, erklärt Lindner. Kindliche Bedürfnisse müssten für alle in Österreich lebenden Kindern gesichert sein. „Am besten durch individuell angepasste Leistungen“, sagt Steininger und verweist auf das in Europa einzigartige Modell der Kindergrundsicherung. „Dieses Modell der Volkshilfe will durch eine staatliche Teilhabesicherung gleiche Chancen für alle Kinder schaffen. Das Minimum sind dabei 200 Euro monatlich, die an Stelle der Familienbeihilfe jedes Kind in Österreich bekommen würde. Danach wird nach Einkommen gestaffelt, mit einem Maximum von 625 Euro pro Kind“, erklären Lindner und Steininger.

Österreichweite Petition gegen Kinderarmut „Wir sind überzeugt, ein effektives Werkzeug für die Abschaffung von Kinderarmut in der Hand zu haben. Jetzt braucht es den Einsatz vieler Menschen, um aus der guten Idee Kindergrundsicherung politische Realität zu machen“, wird von Lindner und Steininger auf die Petition zur Abschaffung von Kinderarmut verwiesen. Details dazu: www.volkshilfe-ooe.at oder www.kinderarmut-abschaffen.at

Erfolgreiches Modellprojekt

Die Volkshilfe ist im Jahr 2019 mit ihrem in Europa einzigartigen Modellprojekt Kindergrundsicherung an den Start gegangen, um eine eigene Idee einem Praxistest zu unterziehen. „Wir haben 23 armutsbetroffene Kinder aus ganz Österreich dafür zwei Jahre lang finanziell unterstützt und das Projekt wissenschaftlich begleitet“, erklärt Michael Lindner als Vorsitzender der Volkshilfe Freistadt. Man wisse aus der begleitenden Forschung, dass diese Kindergrundsicherung wirkt und sich das Modell spätestens nach zehn Jahren für den Staat rechnet. „Gesündere Kinder und längere Bildungswege bedeuten auch weniger Krankenstände und weniger Arbeitslose in der Zukunft“, sagt Lindner.

 

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