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Vom Kanzleipraktikanten zum Amtsleiter: Franz Stöllnberger geht nach 45 Dienstjahren in Pension

Mag. Claudia Greindl, 20.12.2021 11:38

TRAGWEIN. Als Franz Stöllnberger am 1. September 1976 als Kanzleipratikant in die Dienste der Gemeinde trat, musste er noch die Zustimmungserklärung seiner Eltern vorlegen. 45 Dienstjahre später geht Stöllnberger, der dem Gemeindeamt seit nunmehr 16,5 Jahren als Amtsleiter vorgestanden hatte, in den Ruhestand.

Amtsleiter Franz Stöllnberger, im Bild mit Bürgermeister LAbg. Josef Naderer (r.) und seiner Nachfolgerin Manuela Eichinger (l.) , wurde bei der jüngsten Gemeineratssitzung in den Ruhestand verabschiedet. (Foto: Marktgemeinde Tragwein)

Ein Mann, der Zeit seines Lebens fit und sportlich aktiv war, muss nun leider aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen. Franz Stöllnberger wurde am 30. Juni 2004 zum Amtsleiter der Marktgemeinde Tragwein befördert und hat die Verwaltung somit 16,5 Jahre geleitet. Seinen Dienst am Gemeindeamt hat er am 1. September 1976 angetreten. Der „Kanzleipraktikant“ musst dafür noch eine Zustimmungserklärung seiner Eltern vorlegen.

 Genau und engagiert

1978 wurde Franz Stöllnberger als Vertragsbediensteter in den Gemeindedienst übernommen und war dann ab 1979 in der Buchhaltung beschäftigt. Zehn Jahre später wurde ihm der Beamtendienstposten „Buchhalter“ verliehen. Franz Stöllnberger zeichnete sich immer durch hohe Genauigkeit und besonderes Engagement aus. So hat er sich stets weitergebildet und in seiner Freizeit die sogenannte „B-Matura“ absolviert. Auch später, als er bereits Amtsleiter war, besuchte er zahlreiche Fortbildungen und absolvierte erfolgreich den Kommunalen Diplomlehrgang.

 Veränderungen erlebt und ermöglicht

Mit 45 Dienstjahren am Gemeindeamt gehört Stöllnberger einer Generation an, die eine gewaltige Veränderung in der Verwaltung erlebt und ermöglicht haben. Bleistift, Rechenschieber und eine mechanische Schreibmaschine gehörten anfangs zur Standardausstattung am Schreibtisch. Der Computer – verbunden mit Zugriffsmöglichkeiten via Handy, elektronische Amtssignatur und vieles mehr - prägen heute die moderne Verwaltung. Es ist spannend und bisweilen auch lustig, was – aus dem Blickwinkel der heutigen Verwaltung – Mitarbeiter wie Franz Stöllnberger über ihre Anfangszeiten erzählen.

 Maßgeblich an Tragweins Entwicklung beteiligt

Es gibt eine stetige Weiterentwicklung in Tragwein und bei vielen dieser Entwicklungen und Projekte der vergangenen 20 Jahre war Franz Stöllnberger maßgeblich beteiligt. Die ganz großen Projekte waren dabei die Schaffung des Badesees und die Errichtung der Norbert-Eder-Halle mit der Kunsteisfläche. Aber auch die völlig neue Entwicklung eines Vertrages für die Miettraktoren im Bauhof oder die komplexe bis komplizierte Materie zur Gründung des „Vereines zur Förderung der Infrastruktur“, die auf Auftrag des Landes OÖ notwendig war, um die Sanierung der Hauptschule abwickeln zu dürfen. Überall hat sich Franz Stöllnberger bis ins Detail ausgekannt, sich dazu einschlägiges Wissen angeeignet und in der Folge auch gegenüber den Aufsichtsbehörden Diskussionen nicht gescheut. Wichtig war ihm auch immer eine gute Gemeinschaft der Bediensteten. Es gab Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, Geburtstagseinladungen und ähnliches. Große Freude hatte er aber dabei, die Belegschaft etwa an heißen Tagen spontan mit einem Eis zu überraschen.

 Vielfältiges ehrenamtliches Engagement

Franz Stöllnberger hat sich neben seiner Aufgabe am Gemeindeamt auch immer ehrenamtlich engagiert – ob bei der Feuerwehr, in verschiedenen Gesangsvereinen, als Obmann-Stellvertreter im SC Tragwein/Kamig und vor allem als Obmann der Sektion Stockschützen – über viele Jahre sogar als deren Bezirksobmann. Speziell für die Eishalle wendet er viel private Zeit und Energie auf und ist Teil jener Führungsgruppe, die den laufenden Betrieb in den vier Monaten der Kunsteisnutzung koordiniert. Die Tatsache, dass sein Herz im Vorjahr plötzlich nicht mehr die gewohnte Leistung erbrachte, erlaubte Stöllnberger nicht mehr, ausgedehnte Radtouren zu machen oder auf die Berge zu wandern. Auch beruflich musste er kürzer treten und wird daher mit Jänner 2022 in den Ruhestand treten. Alle politischen Fraktionen und alle Bediensteten wünschen ihm, dass sich seine Gesundheit wieder stabilisiert, er - nunmehr mit E-Bike - seine Hobbies wieder bestmöglich ausüben kann und den Ruhestand im Kreis seiner Familie genießen kann.


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