Neun Tage um Pferdekind "July" gekämpft
PREGARTEN. Ein Herzenswunsch erfüllte sich für Rita Koch (40) vom Oberweiringergut, als ihre Stute „June“ im Juli 2021 ihr Fohlen „July“ zur Welt brachte. Doch das kleine Pferdekind konnte nicht aufstehen - eine schier aussichtslose Diagnose. Mit viel Liebe, Mühe und Zeit hat es seine Besitzerin geschafft, den neugeborenen Vierbeiner auf die Beine zu bringen. Heute ist „July“ ein Jahr alt und ein aufgeweckter Pferde-Teenager.

Mit mehreren anderen Stutfohlen wächst „July“ am Oberweiringergut in Gmeinerhof im Herdenverband auf. Nichts deutet mehr darauf hin, dass die kleine Stute gleich nach der Geburt dem Tode geweiht war. Ataxie lautete die Diagnose, eine fortschreitende Schädigung der Nervenzellen im Kleinhirn und im Rückenmark. Doch so schnell wollte Rita Koch ihr Traumfohlen nicht aufgeben. „Ich arbeite selbst mit Pferden auf energetischer Basis und habe mir viel Hilfe für July geholt.“ Nicht nur von Tierärzten , sondern unter anderem auch von Claudia Wimberger, die in Lasberg die Pferderasse Pura Raza Espanola züchtet. Dieser gehören auch „June“ und „July“ an.
Neun Tage im Stall übernachtet
Die Hauptarbeit, das kleine Fohlen zu retten, musste Rita mit Unterstützung ihres Lebenspartners Markus Hennerbichler allerdings selbst leisten: „Neun Tage lang stellten wir July jede Stunde, Tag und Nacht, auf ihre Beine, um sie bei ihrer Mama die so wichtige Biestmilch trinken zu lassen“, blickt die Pferdebesitzerin auf diese Zeit zurück, in der sie im Stall ihr Nachtlager aufschlug. Die durchwachten Nächte und das Aufheben von „June“, die rund 60 bis 70 Kilo wog, blieben nicht folgenlos: „Ich war völlig erschöpft, aber ich hätte niemals aufgegeben.“ Immer wieder versuchte das Fohlen von alleine aufzustehen, trug dabei offene Wunden davon, bekam Fieber und Durchfall. Schließlich, am zehnten Lebenstag, dem eigentlich erwarteten Geburtstermin, stand „July“ plötzlich alleine auf. Rita Koch weinte Tränen der Freude.
Von Tag 10 an ging's bergauf
„Von diesem Tag an ist es bergauf gegangen.“ Heute ist „July“, die ebenso dunkelgrau ist wie ihre Mama „June“, ein Jahr alt und ein fröhliches, freches Pferdemädchen, das schon das Fohlen-ABC lernt. „Mit unserer Geschichte möchte ich auch anderen Fohlenbesitzern Mut machen, nicht zu schnell aufzugeben, auch wenn die Lage aussichtslos erscheint“, so Rita Koch.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden