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WEITERSFELDEN. Als bescheidener, aber sehr verlässlicher Musiker, Mitarbeiter und Funktionär war Karl Haider in Weitersfelden bekannt und beliebt. Der 77-Jährige verstarb kürzlich nach schwerer Krankheit.

Karl Haider war ein vielseitiger Musiker und sprang häufig als Organist in der Pfarrkirche Weitersfelden ein (Foto: Ludwig Riepl)

Karl Haider wurde nach Ende des 2. Weltkrieges 1946 in Weitersfelden am „Heinrich-Hof“ zwischen den Dörfern Ritzenedt und Eipoldschlag geboren. Friedfertigkeit und Gemeinschaftssinn waren dem „Heinri-Karl“ sein ganzes Leben wichtig. Durch seine ausgleichende Art war er ein gesuchter Funktionär und Mitarbeiter. Als begeisterter Nebenerwerbsbauer setzte er sich standespolitisch besonders für Kleinhäusler, Neben- und Zuerwerbsbauern und die bäuerlichen Familienbetriebe ein.

Musik war seine große Leidenschaft

In seiner kargen Freizeit lebte Karl Haider seine große Leidenschaft für Musik aus. Als Gründungsmitglied des Musikvereines war er 40 Jahre sehr aktiver Musiker als B-Posaunist. Wenn Not an Schlagwerkern war, half er auch auf der großen Trommel und am Becken aus. Karl Haider blieb als Beirat und Sprengelbetreuer dem Musikverein bis zuletzt verbunden. Taktgefühl zeigt Karl auch als begeisterter Tänzer der Seniorentanzgruppe des Seniorenbundes Weitersfelden, dessen vielfältige Angebote (Ausflüge, Kulturveranstaltungen etc.) er besonders schätzte und mit seiner Frau gerne nutzte.

Bandleader der Berglandbuam

Karl Haider aus Weitersfelden hatte von der Bauern- und Maurerarbeit geprägte kräftige Hände, mit denen er aber etliche Musikinstrumente spielte. Bereits in der Kath. Jugend gestaltete er mit seiner Ziehharmonika Zusammenkünfte im Pfarrheim und in späteren Jahren die Pfarr-Rockaroas oder den Pfarrball musikalisch mit. Da er viele Jahre beim Musikverein Weitersfelden und als Bandleader bei der weit über die Region hinaus bekannte Musikgruppe „Bergland-Buam“ spielte, kannte Karl sehr viele Musikstücke. Die ehemaligen Berglandbuam verabschiedeten sich mit dem Stück „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ und der Musikverein mit der Melodie „Ade auf Wiedersehen“ von ihrem langjährigen Musikerkollegen.

„Reserve-Organist“

Noch als Erwachsener besuchte er die Musikschule um seine musikalischen Talente auf Klavier und Orgel zu verbessern. In seiner Bescheidenheit bezeichnete er sich als der „Weitersfeldner Reserve-Organist“. Oftmals sprang er bei verschiedenen Anlässen auf der Orgel der Pfarrkirche ein und gestaltete sehr gerne die Frühmesse sowie Wortgottesfeiern. Öfter sagte er: „Solange ich gebraucht werde und der Herrgott es will, spiele ich die Orgel!“  

Aber die letzten Monate zwang ihn seine Krankheit, das Orgelspiel aufzugeben. Er, auf den man sich stets verlassen konnte, konnte nicht mehr. Offensichtlich wird er jetzt mit seinen musikalischen Talenten im Himmel benötigt. Am 8. August 2022 wurde im Alter von 77 Jahren am Ortsfriedhof Weitersfelden beerdigt.

(Nachruf geschrieben von Ludwig Riepl)


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