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FREISTADT. Als größter Stromspeicher in Oberösterreich und ein Ort, an dem die Energie- und Klimazukunft aktiv mitgestaltet ist, will sich die Free City am südlichen Stadtrand von Freistadt profilieren. Das gerade in Bau befindliche Gebäude ist das neue Hauptquartier der Firma neoom, deren Gründer und CEO Walter Kreisel (43) ist.

 (Foto: Martin Pröll)
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Auf rund 6000 Quadratmetern Fläche werden ein Labor für die Entwicklung von dezentralen Stromspeichern sowie ein Ausbildungscampus und eine Akademie für Veranstaltungen Platz finden. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2023 vorgesehen. Die Eckpunkte der Free City sind bemerkenswert: 100 Prozent Versorgung mit erneuerbarer Energie, 2000 Quadratmeter Solarfläche auf fünf Gebäudeseiten, 600 kWp Solarmodule, 1000 kWH Stromspeicher und 70 auch öffentlich zugängliche E-Car-Ladestationen, davon 15 Schnelllade-Terminals: „Damit ist unser neues Headquarter, das zu einem großen Teil in Holzbauweise errichtet wird, energieautark und blackoutsicher“, sagt Walter Kreisel. Er baut und finanziert das das Gebäude über die Free City Immo GmbH gemeinsam mit seinem Cousin Phillip Kreisel und dem Perger Unternehmer Reinhard Hirtl. Rund 15 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Neoom wird der Hauptmieter in der Free City sein, daneben ziehen das Energiemanagement-Unternehmen „wir sind solar“ sowie ein Steuerberater und Rechtsanwalt ein, der sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verschrieben hat.

Von null auf 70 Millionen Euro Umsatz

„Die Free City wird der größte Stromspeicher in Oberösterreich sein“, berichtet Walter Kreisel. Österreichs größter Speicher, der bei Ikea am Wiener Westbahnhof, trägt ebenfalls die Handschrift von neoom. Das Unternehmen selbst hat der heute 43-jährige Freistädter 2018 gegründet. „Damals haben wir mit 20 Leuten genau null Umsatz gemacht“; blickt er zurück. 2019 folgte das erste erfolgreiche Produkt: ein schlüsselfertiger Stromspeicher für Immobilien. Heute hat neoom rund 170 Mitarbeiter, Niederlassungen im Technologiezentrum Freistadt, in Wien, München und in Vaduz im Fürstentum Liechentstein. Am Ende des Jahre 2022 soll der Umsatz mit Stromspeicher- und Ladelösungen aus eigenen Photovoltaik-Anlagen rund 70 Millionen Euro betragen. „Unser Einzugsgebiet ist die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Anm.)“, so Kreisel. Produziert werden soll in der Free City nicht, ausgenommen natürlich Strom, der bis zur Verwendung in den hauseigenen Batterien gespeichert wird. Für die Produktion der Speicher- und Ladeanlagen gibt es Werke in Leonding, der Steiermark und in Ostdeutschland. Die Komponenten stammen von Zulieferern weltweit. Verkauft werden die neoom-Produkte von Elektrikern, die auf Solarstrom spezialisiert sind. 700 Anlagen werden nach Kreisels Angaben pro Woche ausgeliefert, ebenso regelmäßig verlässt außerdem ein Industriestromspeicher eines der drei Werke.

Ministerin: „Bleibt mutig!“

Die boomende Branche sorgt auch in Sachen Arbeitsplätze für Nachfrage: neoom hat derzeit 40 Stellen ausgeschrieben. Eine Tatsache, die auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) beim Baustellenbesuch erfreut kommentierte: „Hier nehmen Menschen die Energieversorgung selbst in die Hand. Wir sind dadurch nicht mehr erpressbar durch Putin & Co. Nie war die Energiewende wichtiger als jetzt – bei der Sicherung unserer Energieversorgung und im Kampf gegen die Klimakrise. Dafür brauchen wir jeden Beitrag“, betonte Gewessler. “Genau das passiert hier in Freistadt. Ihr baut Zukunft – mit einem neuen, nachhaltigen Firmenstandort ganz wortwörtlich. Bleibt mutig und denkt weiterhin groß, das inspiriert andere!“ In die selbe Kerbe schlug auch Klimaschutz-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne): „Die Vision der klimaneutralen Wohlstandsgesellschaft wird durch solche Projekte Wirklichkeit: Die Free City produziert Strom und speichert ihn. Als Holzbau ist hier auch Kohlendioxid gespeichert.“

Free City als neues Wahrzeichen von Freistadt

Die Freistädter Nationalratsabgeordnete Johanna Jachs (ÖVP) und Freistadts Bürgermeister Christian Gratzl (SPÖ) bedankten sich bei Kreisel, dass neoom sich für den Standort Freistadt entschieden hat. „Hier werden die Weichen für die Zukunft gestellt, die Free City wird den Bekanntheitsgrad von Freistadt enorm steigern“, so Jachs. Gratzl kündigte für die kommenden Monate die Gründung einer Energiegemeinschaft an. „Gemeinsam werden wir alles tun, um dem Klimawandel die Stirn zu bieten.“

Die Free City wird auf einer Gesamtfläche von rund. 6.000 Quadratmetern entstehen, die Eröffnung ist für das erste Quartal 2023 geplant. Dabei ist die Free City gut an öffentliche Verkehrsmittel und an die Autobahn angebunden. Im Gebäude werden sich ein Labor für die Entwicklung für Hard- und Software, Testing bis hin zur Reparatur und Service sowie ein Ausbildungscampus und eine Akademie für Veranstaltungen befinden. In der Kantine mit Bar wird es nachhaltige und vegane Speisen geben. Besucher können ihre Batterien aufladen, nachdem sie im Schauraum die Produktwelt von neoom erkundet oder sich im Merchandising-Shop mit Andenken ausgestattet haben.

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