Monika Aichberger: „Bei der Jagd geht es nicht nur um Trophäen“
FREISTADT. Im Bezirk Freistadt ist ein steigendes Interesse an der Jagd wahrnehmbar, vor allem bei den Frauen. 11,3 Prozent der Jagdkartenbesitzer im Bezirk sind mittlerweile Frauen. Eine davon ist Monika Aichberger aus Freistadt, die im Tips-Interview über die Aufgaben und Herausforderungen von Jägern spricht.

Tips: Wie und wann sind Sie zur Jagd gekommen?
Monika Aichberger: Durch meinen Mann Wolfgang und seine Familie, bei der die Jagd eine lange Tradition hat. Der Großvater meines Mannes, Leopold Tröls (ehemaliger Bürgermeister von Freistadt) war Landesjägermeister und auch mein Schwiegervater war begeisterter Jäger. Mit meinem Mann ging ich öfter ins Revier und auch zu den Jägerabenden mit. Das hat mein Interesse geweckt und da ich ein sehr naturverbundener Mensch bin, habe ich 2017 dann die Jagdprüfung gemacht.
Tips: Manchmal gibt es ja das Vorurteil, dass es beim Jagen nur um die Trophäenjagd geht. Welche Aufgaben haben Jäger?
Aichberger: Die Aufgaben sind so vielfältig, dass es im Revier nie langweilig wird. Sie reichen vom Schutz und Erhalt des Lebensraums der Tiere über die Hege und Fütterung, vor allem im Winter. Die Einrichtung und Betreuung von Weiserflächen und Reviereinrichtungen und das Beheben von durch Wildtiere entstandenen Schäden gehören genauso dazu wie die Kitzrettung im Frühjahr und auch die Bergung von tierischen Verkehrsopfern zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das gute Einvernehmen mit den Grundeigentümern und Reviernachbarn will genauso gepflegt werden, wie die Kameradschaft innerhalb der eigenen Jagdgesellschaft. Das Erlegen von Wild macht nur einen geringen Teil der Jagd aus. Die Notwendigkeit liegt für mich darin, ein angemessenes Verhältnis zwischen Tierbestand und Biotop herzustellen und damit auch dem Abschussplan der Behörden gerecht zu werden.
Tips: Wie viel Zeit investieren Sie in die Aufgaben als Jägerin?
Aichberger: Der Zeitaufwand richtet sich nach der Saison, jede Jahreszeit bringt andere Aufgaben mit sich. Durchschnittlich verwende ich mehrere Stunden pro Woche für die Tätigkeit als Jägerin. Dazu gehören neben den Reviergängen auch gesellschaftliche Ereignisse, das Führen unseres Jägerbuchs und Kurse.
Tips: Was gefällt Ihnen besonders an der Jagd?
Aichberger: Mir gefällt besonders das Beobachten der Tiere im Jahreslauf. Ich sitze gerne am Hochstand, genieße es, so viel in der Natur zu sein und kann mich dabei entspannen. Für mich ist es ein Ausgleich zur Arbeit im Büro des Stadtamts und dem Alltag. Natürlich ist es auch etwas Besonderes einen guten Bock zu schießen oder aus den Borsten der ersten erlegten Wildsau eine Hutspange machen zu lassen.
Tips: Was sind die größten Herausforderungen?
Aichberger: Als Jungjäger steht man unter besonderer Beobachtung, daher war es mir wichtig, ja nichts falsch zu machen. Aber das gibt sich mit wachsender Erfahrung.
Tips: Was sollten Menschen beachten, die den Wald für ihre Freizeitaktivitäten nutzen?
Aichberger: Damit es ein gutes Miteinander gibt und jeder den Wald nutzen kann, wäre es wichtig, dass man sich an ein paar Regeln hält. Reiten und Radfahren sollte man nur auf Waldwegen, auf denen es erlaubt ist und Hunde sollten beim Spaziergang angeleint sein. Wünschenswert ist, auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten. Es wäre gut, den Tieren während der Dämmerung die notwendige Ruhe zur Nahrungsaufnahme zu gönnen. Vor allem im Winter, wenn der Stoffwechsel des Rehwilds heruntergefahren wird, ist jede Beunruhigung, die zu einer Flucht führt, mit besonderem Energieaufwand verbunden.


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