Hofübergabe an Unterweißenbachs Schulen
UNTERWEISSENBACH. Eine rührende Abschiedsfeier gestalteten Schüler und Lehrkräfte der Mittelschule und der Polytechnischen Schule ihrer Direktorin Hildegard Biermeier. Die Weitersfeldnerin tritt im Herbst ein Auszeitjahr an und geht im Sommer 2024 in den Ruhestand. Ihre Aufgaben wird Christian Traubenek übernehmen.

In der Fichtmühle Unterweißenbach verabschiedete sich Hildegard Biermeier von all jenen, die sie in ihrem letzten Jahr begleitet haben: von „ihren“ Lehrerinnen und Lehrern, den Angestellten in der Mittelschule (Schulwarte, Schulköchinnen, Reinigungspersonal), von Bürgermeister Johannes Hinterreither-Kern, Amtsleiter Roland Haslhofer, Pfarrassistentin Birgit Brunner, VS-Direktorin Hedwig Haneder und der Obfrau des Elternvereins, Christina Stadler.
Einstieg als Lehrkraft 1983
Ausgebildet in den Fächern Deutsch, Geschichte/Sozialkunde, Physik/Chemie und Berufsorientierung, begann Biermeier Tätigkeit als Hauptschullehrerin am 12. September 1983 an der Hauptschule Unterweißenbach, der sie bis zum Ende ihrer schulischen Laufbahn treu geblieben ist. Nur unterbrochen durch die Karenzzeiten nach der Geburt ihrer Söhne unterrichtete sie in der Hauptschule und wechselte 2003, als eine zweite Lehrkraft für den Fachbereich „Handel/Büro“ gebraucht wurde, in die PTS Unterweißenbach. Die Tatsache, dass sie mit einem Unternehmer verheiratet und für die Buchhaltung und Lohnverrechnung der Tischlerei Biermeier zuständig ist, machte sie zur logischen Anwärterin für das Unterrichten in der PTS. Deutsch, Englisch, Berufsorientierung und Lebenskunde, Politische Bildung und Wirtschaftskunde, Naturkunde, Ökologie und Gesundheitslehre sowie die Fachbereiche „Handel/Büro“ und „Dienstleistungen“ waren bis 2010 ihre Einsatzgebiete in der PTS.
Schulleitung ab 2010
Mit 1. September 2010 folgte Hildegard Biermeier ihrem Vorgesetzten Berthold Moser in der Leitung beider Schulen (der HS und der PTS) nach. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen!“ – Davon war Hildegard Biermeier überzeugt. Deshalb war und ist es ihr sehr wichtig, alle Bereiche der Gesellschaft zu vernetzen, um eine gute Ausbildung und vor allem humanistische Bildung zu gewährleisten, um die jungen Leute bestens auf ihr (Berufs-)leben vorzubereiten. Der gute Kontakt zu den Vorgesetzten, zur Gemeinde, zu Betrieben und Vereinen sowie zu den Eltern war ihr immer sehr wichtig. Stolz ist sie auf die Herausgabe des Buches „Jung sein, als es noch kein Handy gab“ im Jahre 2014. Die Finanzierung dieses gelungenen Buches wurde ermöglicht vom Sozialfestival „Tu was, dann tut sich was!“. 2015 folgte schließlich eine beeindruckende Feier anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Hauptschule Unterweißenbach. Kurz darauf begann mit der Umstellung der Hauptschule in die Neue Mittelschule eine Reihe von verordneten Veränderungen im Schulsystem. Bald wurde aus der Neuen Mittelschule (NMS) die Mittelschule (MS). Wichtig war der Leitung und den Lehrkräften, die Kinder und ihre gute Vorbereitung aufs Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Es galt die Vorgaben umzusetzen und gleichzeitig immer den Mehrwert für die jungen Menschen herauszuarbeiten.
Corona beschleunigte Digitalisierung
Die Corona - Pandemie brachte die nächste große Herausforderung, nämlich trotz Lockdowns, Homeschooling und Schichtbetrieb den Schülern so viele Kompetenzen wie nur irgendwie möglich mitzugeben. „Es gibt nichts Schlechtes, das nicht auch sein Gutes hätte“ – heißt es im Volksmund. Die Pandemie und ihre Herausforderungen beschleunigten die Digitalisierung in der Schule. Auch hier gilt es wieder, einen guten Mittelweg zu finden. Die Digitalisierung prägt heute das gesamte Arbeitsleben und somit müssen die jungen Leute darauf vorbereitet werden. Gleichzeitig gilt es die Fallstricke, die sich ebenfalls im vermehrten Umgang mit den digitalen Geräten ergeben, zu minimieren. „Es geht hier auch um den Schutz der nächsten Generation!“
Schulsanierung steht bevor
Da das Schulgebäude bereits in die Jahre gekommen ist und eine Schulsanierung ansteht, organisierte Hildegard Biermeier für die Volksschule, die Mittelschule und die Polytechnische Schule eine fachkundige Begleitung bei der Erstellung pädagogischer Konzepte. Das Beratungszentrum der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz ist seitdem mit im Boot. Verantwortlich zeigte Biermeier auch für die vielen Gesprächsrunden mit Vertreterinnen und Vertretern des Lehrkörpers, der Gemeinde, der Bildungsdirektion und des Landes Oberösterreich. Die Präsentation eines ersten Planes konnte über die Bühne gehen und die Verantwortung für dieses Projekt bereits dem Stellvertreter Christian Traubenek übergeben werden.
Klimaschutz im Lehrplan
In beiden Schulen wurden auch neue Lehrpläne umgesetzt und die Stundentafeln mehrmals den aktuellen Herausforderungen angepasst. Auch der Beitritt zum Klimabündnis Österreich – womit die MS/PTS Unterweißenbach Klimabündnisschule wird – wurde von der Direktorin besiegelt. Somit wird in den nächsten Schuljahren vermehrt im Unterricht auf Klimaschutzthemen und diesbezügliche Projekte Wert gelegt werden. Hildegard Biermeier ist aufgrund ihrer Familiensituation sehr stark mit Wirtschaft und Unternehmertum verbunden, deshalb war ihr auch die Polytechnische Schule als Vorbereitung auf eine Lehre ein großes Anliegen. Durch vielfältige Veranstaltungen – wie den Abend der offenen Tür – wurde die PTS in den öffentlichen Blickpunkt gerückt. Die Einführung des FAP (Fachabschlussprojektes), bei dem die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen und ihre Kompetenzen vor Unternehmerinnen und Unternehmern zeigen, wurde vor zwei Jahren umgesetzt.
asdf
„Ein großes Dankeschön gilt allen – der Gemeinde, der Kirche, der Wirtschaft, den Vereinen und der gesamten Gemeindebevölkerung für die vorbildhafte Zusammenarbeit und Unterstützung der Schule zum Wohle der jungen Menschen, unserer nächsten Generation“, wünscht Hildegard Biermeier allen Beteiligten alles erdenklich Gute für die Zukunft.


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