127 neue archäologische Fundstellen im Aisttal
PREGARTEN. Schützengräben, Schanzen, Hügelgräber und andere Strukturen im Erdboden hat ein archäologisches Forschungsprojekt im Aisttal entdeckt.

Die Trasse des Aisttales wird als natürlich vorgegebene, (prä-)historische Verkehrsachse angesehen, die den Donau- mit dem Moldauraum verband. Entlang ihres Transitkorridors haben sich diverse archäologische Spuren aus unterschiedlichen Zeiten im Boden erhalten. Diese Spuren darzustellen, zu erkennen, zu entschlüsseln, zu dokumentieren und zu interpretieren war Ziel eines ab 2019 durchgeführten Forschungsprojekts. So sollten zum einen bekannte Fundstellen überprüft, zum anderen aber vor allem unbekannte Fundstellen neu entdeckt werden.
Landschaftsarchäologin Julia Klammer präsentierte im Museum Pregarten die Ergebnisse des Forschungsprojekts im Aisttal. Durch verschiedene Methoden wie z. B. Messungen, Feldbegehungen, Luftbilder oder Laser Scan wurden schon offensichtliche und auch versteckte Fundstellen untersucht. In einem eigenen Fundstellenkatalog haben die Experten insgesamt 670 Strukturen bzw. Reliefmerkmale im Boden aufgenommen. Erwähnenswert sind unter anderem Abbaugruben, eine Ruine und Höhensiedlung in Altaist, die Trasse der Pferdeeisenbahn in Rainbach, Schützengräben in St. Peter oder eine Schanze in Zulissen und Hügelgräber in Winden.
Nur 30 von 157 Fundstellen bekannt
„Von den insgesamt 157 Fundstellen waren bisher nur 30 bekannt“, berichtet Julia Klammer bei ihrem Vortrag im Museum Pregarten. „127 neue Funde schlummern noch in der Erde“. Die Teilnehmer waren sich einig, dass nicht alle historischen Fundstellen ausgegraben werden müssen, denn in der Erde ist oft ein besserer Schutz dieser historischen Funde gegeben. Veranstalter war die Archäologische Gesellschaft in Oberösterreich. Die Besucher konnten auch erfahren, dass als nächstes der Haselgraben erforscht werden soll.


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