Abschied vom Roten Kreuz: Stehende Ovationen für Alois Hochedlinger
FREISTADT. 13 Jahre und fünf Tage stand Alois Hochedlinger dem Roten Kreuz als Bezirksstellenleiter vor. Just am Weltrotkreuztag übergab er seine Funktion an die amtierende Bezirkshauptfrau Andrea Wildberger. Von seiner Mannschaft gab es für Hochedlinger zum Abschied stehende Ovationen und minutenlangen Applaus.

Hochedlinger, Bezirkshauptmann a. D., hatte die Bezirksstellenleitung in einer bewegten Zeit inne, in der sich das Aufgabenfeld der Hilfsorganisation - nicht nur wegen der Corona-Pandemie - deutlich verändert hat. Seinen Fokus legte er von Beginn an auf den Ausbau der Gesundheits- und Sozialen Dienste, weil der Rettungsdienst ohnehin gut lief. Zwei Rot Kreuz-Märkte entstanden, der Besuchsdienst wurde gestartet, viele andere Dienste wie Essen auf Rädern sind unverzichtbar geworden. Das Jugendrotkreuz verfügt heute über Gruppen in acht Orten des Bezirks. Als jüngstes Kind des Rot Kreuz-Portfolios nannte der scheidende Bezirksstellenleiter das Digitaltraining, das als Pilotprojekt vom Bezirk Freistadt auf ganz Österreich ausgerollt werden soll. „Unser Mitarbeiterstand ist seit 2011 von 700 auf 1.200 gestiegen“; bilanzierte Hochedlinger in seiner Abschiedsrede nicht ohne Stolz.
Rote Jacke passt weiterhin
Auch in der Kernaufgabe des Roten Kreuzes, dem Rettungsdienst, hat sich im vergangenen Jahrzehnt viel getan. Eingeführt wurden etwa die First Responder, Rotkreuz-Mitarbeiter, die parallel zum Rettungsdienst als Ersthelfer alarmiert werden, wenn es einen Notfall in ihrer Heimatgemeinde gibt, der Hausärztliche Notdienst, und die Zahl der Notfallsanitäter im Bezirk ist auf 20 angewachsen, Tendenz steigend. Bauprojekte wie die neuen Ortsstellen in Liebenau und Pregarten oder das Freistädter KHD-Zentrum im ehemaligen ÖAMTC-Gebäude fielen ebenfalls in Hochedlingers Funktionszeit. Die Lorbeeren dafür reklamierte er allerdings nicht für sich: „Das alles war nur möglich, weil sich 1200 Menschen darauf eingelassen haben, für andere da zu sein.“ Ein besonderer Dank galt seiner Gattin Elfi, die Hochedlingers Engagement stets mit Verständnis mitgetragen hatte. Mit standing ovations und minutenlangem Applaus verabschiedeten ihn die Mitarbeiter bei der Bezirksversammlung. „Die rote Jahre passt dir aber nach wie vor sehr gut“, spielte sein Stellvertreter Thomas Rockenschaub auf den Rot Kreuz-Slogan an, „denn du bleibst dem Roten Kreuz weiterhin als freiwilliger Mitarbeiter beim Hausärztlichen Notdienst erhalten.“
Nachfolgerin einstimmig gewählt
Einstimmig zur neuen Bezirksstellenleitern gewählt wurde anschließend Bezirkshauptfrau Andrea Wildberger, die zum Einstand gleich mit der passenden Rot Kreuz-Jacke bekleidet wurde. „Die Fußstapfen, in die ich nun trete, sind denkbar groß, und das nicht nur, weil wir tatsächlich zehn Schuhgrößen Unterschied haben“, meinte Wildberger humorvoll. Mit Schnupperdiensten an allen Dienststellen im Bezirk hatte sie sich bereits einen Einblick in das Geschehen beim Roten Kreuz verschafft. Zusammenhalt und das Miteinander nannte die neue Bezirksstellenleiterin als wichtige Werte bei ihrer Tätigkeit, bei der sich auch viele Synergien mit der Bezirkshauptmannschaft ergeben. Als Stellvertreter stehen Wildberger künftig Thomas Rockenschaub und llona Krammer zur Seite.
Wechsel im KHD-Referat
Einen Wechsel gab es bei der Bezirksversammlung auch beim Katastrophenhilfsdienst (KHD): Hannes Thürriedl, seit sagenhaften 52 Jahren in Diensten des Roten Kreuzes und jahrzehntelang in leitenden Funktionen tätig, trat nach 39 Jahren als KHD-Referent zurück. Seine Agenden übernimmt Christian Kerschbaummayr. Bezirksgeschäftsleiter Gerald Roth blickte auf Thürriedls Meriten, etwa bei der Weitergabe seines umfangreichen Wissens, sein Engagement beim Neubau der Bezirksstelle oder bei der Jännerrallye zurück. „So einfach lassen wir dich aber nicht in Funktionärsruhestand gehen“, meinte Roth und kündigte an, Thürriedl für spontane Einsätze wieder ins Boot zu holen. Im Bezirksrettungskommando bleibt er weiterhin aktiv. Dem Vernehmen nach wird ihm aber dennoch genügend Zeit für das Tarockspielen mit Alois Hochedlinger bleiben.


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