Dienstag 11. Juni 2024
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RAINBACH. Da die finanziellen Mittel für ein neues Amtshaus fehlen, wird das Gemeindeamt Rainbach wohl noch viele weitere Jahre als solches dienen. Der Heimatverein hat Erhellendes und Interessantes zur Geschichte des Hauses zusammengetragen.

Stefanie Lonsing (l.) und Rosa Wagner besuchten ab 1939 bzw. 1941 die Schule in diesem Haus. Die beiden erinnern sich an Klassen mit 50 Kindern - und dass der Schulweg im Sommer barfuß zurückgelegt wurde. (Foto: Johann Lonsing)
photo_library Stefanie Lonsing (l.) und Rosa Wagner besuchten ab 1939 bzw. 1941 die Schule in diesem Haus. Die beiden erinnern sich an Klassen mit 50 Kindern - und dass der Schulweg im Sommer barfuß zurückgelegt wurde. (Foto: Johann Lonsing)

Ursprünglich war das heutige Gemeindeamt in den Jahren 1855/56 als Schule erbaut worden, zumindest ein Teil davon. Im Laufe der Jahre wurde es erweitert, bis vier Klassen und mehrere Wohnungen für Lehrer darin Platz fanden. Gegen Ende des Krieges wurden im Oktober 1944 die Klassen vollständig geräumt und als Auffanglager für Flüchtlinge verwendet. Im Haus des heutigen Kindergartens wurde ein eingeschränkter Notunterricht für die Schüler abgehalten.

Russen besetzten das Haus und machten vieles kaputt

Am 3. Juli 1945 verlangte der russische Besatzungskommandant von Rainbach die vollständige Räumung der Schule, bei der auch die Lehrer ausziehen mussten. Russen quartierten sich ein. Erst am 1. April 1946 wurde das Schulhaus von der Besatzungsmacht wieder freigegeben. Das Schulgebäude war in einem schrecklichen Zustand. Die Schuleinrichtungsgegenstände waren zertrümmert, auch die Tafelgestelle waren entfernt und zum Teil verheizt worden. Die Herstellung des Schulgebäudes dauerte dann bis zum Beginn des neuen Schuljahres 1946/47.

Ab September 1951 waren dann alle Schulklassen im neu errichten Volksschulgebäude, wo auch noch heute der Unterricht stattfindet. Da die Gemeindeverwaltung bis zu diesem Zeitpunkt nur einen einzigen größeren Raum mit einem kleinen Vorzimmer im Haus des heutigen Kindergartens hatte, wurde beschlossen, das nicht mehr gebrauchte Schulgebäude zu renovieren und etwas umzubauen, um hier mehr Amtsräume zu haben.

Amtsstube und Gendarmerie

So wurde fortan der nördliche Teil von der Gemeinde genutzt. Die Gendarmerie Rainbach hatte von 1953 bis 1963 im südlichen Teil des Erdgeschosses ihre Amtsräume. Im den beiden Obergeschoßen wohnten viele Jahre lang die Gemeindeangestellten. Da die Gemeindeverwaltung immer umfangreicher wurde, wurden im Laufe der Zeit fast alle Räume für Büros und Sitzungsräume adaptiert.

Noch mehr Interessantes aus der Geschichte der Gemeinde

Auf der Homepage des Heimatvereines www.heimatgeschichte.at (Obmann Johann Lonsing) findet man aktuell immer zur Monatsmitte online eine interessante Geschichte über ein Gebäude in der Gemeinde zu lesen. Außerdem werden hier jeweils zu Monatsanfang Geschichten über Ereignisse in der Gemeinde in früherer Zeit publiziert. Wer sich selber geschichtlich betätigen will, wird beim Menüpunkt „Forschen“ und „Gemeindearchiv“ fündig.


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