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BAD ZELL. Uropa und Enkel strahlen in der Roten Jacke: Sie sind zur Stelle, wenn Menschen Hilfe brauchen. Es sind Menschen wie Fritz Putschögl aus Bad Zell, die die Gesellschaft zusammenhalten. Seine Familiengeschichte zeigt, wie Freiwilligkeit verbindet und wie jeder von uns Großes bewirken kann.

Fritz Putschögl, seine Enkelin Julia und die vier Urenkerl vereint ihr Engagement im Roten Kreuz (Foto: OÖRK)

„Wenn ich meine Rote Jacke anziehen kann, bin ich glücklich“, sagt Fritz Putschögl (86). Er steht im Garten eines Einfamilienhauses in der Gemeinde Bad Zell, das er mit der Familie seiner Enkelin bewohnt. Er genießt den Tag, denkt über seine Karriere im Roten Kreuz nach und freut sich schon wieder auf die kommende Sammelaktion der Dienststelle für den Rotkreuz-Markt. „Mit 60 – kurz nach meiner Pensionierung fand ich den Weg zum Roten Kreuz“, erzählt der ehemalige „Voestler“.

„Ich engagierte mich zehn Jahre im Rettungsdienst, wo ich viele Leute kennenlernte und 1.544 Mal in einem Rotkreuz-Auto saß, um Menschen zu helfen. Bei den Bad Zeller Warensammel-Aktionen für Rotkreuz-Märkte bin ich seit Anfang an dabei und unterstütze meine Kollegen immer wieder sehr gerne.“ Dass Fritz zum Roten Kreuz kam, empfindet er auch nach 25 Jahren als glückliche Fügung, die sein Leben auf allen Ebenen bereichert hat. „Für hilfebedürftige Menschen da zu sein, belebt die Gemeinschaft und bestärkt unseren Umgang miteinander.“

„Unser Herz schlägt für dieselbe Sache!“

„Wunderbar“ findet Putschögl, dass sich Enkelin Julia und auch die vier Urenkel Johanna, Alexander, Katharina und Magdalena im Jugendrotkreuz engagieren. „Unser Herz schlägt für dieselbe Sache. Wir reden gerne über das Rote Kreuz und erzählen uns immer von unseren Erlebnissen“, verrät der Uropa, der mit dem Roten Kreuz viele Dinge erlebte. Besonders positiv in Erinnerung bleibt ihm der Kontakt mit Zivildienern. „Ich durfte ihnen viel beibringen, lernte aber auch jede Menge von ihnen“, meint Fritz. „Das verbindet und macht Sinn!“

Freiwilligkeit kann das Leben verlängern

Sechs von zehn Oberösterreichern engagieren sich freiwillig – 23.900 davon beim OÖ. Roten Kreuz, rund 1.200 beim Roten Kreuz Freistadt. Gemeinsam mit ihren beruflichen Kollegen kommen sie aus allen Teilen der Bevölkerung und ermöglichen Leistungen, die es sonst nicht gäbe. Sei es im Jugendrotkreuz, im Rettungsdienst, in der Betreuung armutsgefährdeter Menschen, bei Essen auf Rädern, im Besuchsdienst oder im Einsatz für Bildung und Chancengerechtigkeit. Ihr gemeinsames Engagement macht Mut. Zugleich vermittelt es Sinn, gibt Sicherheit, bereichert die persönliche Entwicklung, erweitert den Erfahrungsschatz und macht Menschen zu systemrelevanten Persönlichkeiten einer solidarischen Gemeinschaft. Studien zufolge kann freiwilliges Engagement sogar das eigene Leben verlängern und helfen, Schicksalsschläge besser zu überwinden. „Wer freiwillig für andere da ist, sichert nachhaltig Hilfe und profitiert auch selbst davon“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz.

Freiwillige sichern ein engmaschiges Netzwerk der Hilfe

Um zur Stelle zu sein und Verantwortung übernehmen zu können, brauchen es die besten Rahmenbedingungen, welche die Vielfalt der Freiwilligkeit im Land fördern. Ihr Engagement entscheidet, ob Menschen für sie notwendige Hilfe erhalten. „Gerade jetzt ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie wir dieses Hilfe-Netzwerk ausbauen und stabil halten“, appelliert Hirz an die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft. Beispiele dafür sind:

  • ein Fonds zur Förderung einer professionellen Freiwilligen-Strukturentwicklung – speziell für systemrelevante Hilfs- und Rettungsorganisationen. Nur mit professionellen Strukturen gelingt es, genügend Freiwillige zu gewinnen, zu begleiten und zu halten. Das ermöglicht rasches Handeln in Notsituationen, um Krisen entgegentreten.
  • eine stärkere Berücksichtigung freiwilligen Engagements bei Bewerbungen und Aufnahmetests in öffentlichen Unternehmen und Institutionen
  • das Schaffen von Fördermodellen für Unternehmen, um die Freiwilligkeit zu unterstützen und eine Auszeichnung von Betrieben, die sich besonders für das freiwillige Engagement ihrer Mitarbeiter einsetzen sowie günstige Rahmenbedingungen für Freiwilligkeit schaffen.
  • Vergünstigungen für Freiwillige (z.B. vergünstigte Eintritte in Kommunalbetrieben wie Hallen- oder Freibäder, öffentliche Verkehrsmittel, Museen und Kultureinrichtungen).

 


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