Nachruf: Ehemaliger Gemeindevorstand Willi Weberberger mit 95 Jahren verstorben
WEITERSFELDEN. Mit Wilhelm Weberberger verliert die Gemeinde Weitersfelden einen geschätzten Mitbürger, der durch sein Engagement und seine Menschlichkeit in Erinnerung bleiben wird.

Wilhelm Weberberger wurde am 15. September 1930 als fünftes von zwölf Kindern in Herzogreith geboren. Die Liebe zu allen Mitmenschen, zur Natur, Garten und Wald prägte sein ganzes Leben.
Nach der Schulzeit half er in Gaspoltshofen in der Landwirtschaft und arbeitete dann einige Jahre in der VÖEST. Ab dem Jahr 1960 war Willi Weberberger 27 Jahre Forstfacharbeiter im Forstamt Rosenhof und setzte sich 20 Jahre als Betriebsratsobmann für seine Kollegen ein. Auf Bezirksebene war er in der Arbeiterkammer und im ÖGB aktiv. Für sein Engagement bekam er mehrere Auszeichungen des österreichischen Gewerkschaftsbundes, das Raiffeisendiplom des Genossenschaftswesens, diverse Ehrenurkunden und das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Politisch und kirchlich aktiv
Weberberger war seit der Jugendzeit politisch sehr interessiert und 18 Jahre im Gemeinderat Weitersfelden als SPÖ-Fraktionsobmann und von 1985 bis 1996 im Gemeindevorstand tätig. Die Gemeinde bedankte sich mit der Verleihung des Gemeindewappens in Gold.
Seine soziale Einstellung zu den Mitmenschen zeigte sich auch in seinem religiösen Leben. Bei Pfarrgemeinderatswahlen fungierte er als Wahlhelfer oder Leiter der Wahlkommission. Willi Weberberger sah man jeden Sonntag in der Kirche und er freute sich, dass seine Frau Hermine mit ihrer Schwester Mathilde viele Jahre jeden Wochentag den Gottesdienst gesanglich gestaltete.
Vereins- und Naturmensch
Trotz seiner vielfältigen Tätigkeiten war der Verstorbene ein Familienmensch, der fröhliche Familienfeiern über alles liebte. Willi, wie er genannt wurde, war ein geselliger Mensch mit Humor, starkem Charakter und gut überlegten Handlungen mit klaren Worten. Zusätzlich zur Politik war er als Sparvereins- und Naturfreunde-Obmann, bei der Feuerwehr Langfirling und im Pensionistenverband aktiv. Mit seinem handwerklichen Geschick und großem Wissen war er stets bereit allen zu helfen, die ihn um Rat und Beistand fragten.
Ausgleich fand Willi Weberberger beim Briefmarkensammeln und kunstvollem Gestalten von Alben für seine vier Kinder. Mit großer Hingabe pflegte er die Blumen und Pflanzen in seinem Glashaus.
Bis zum 95. Lebensjahr fuhr er mit seinem grünen 15er Traktor in den vertrauten Wald, sobald er vom Förster erfuhr, dass irgendwo Bäume aufzuarbeiten sind. Mit seinem Schwager Franz Gusenbauer hat er sich „auf der Loaka“ ein Brennholz-Refugium geschaffen. Die perfekte Ordnung am Holzlagerplatz stach sofort jedem Passanten ins Auge. Im Kreise seiner Familie konnte Wilhelm Weberberger im Februar 2026 nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben sanft einschlafen.


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