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Kepler Uniklinikum: Ärzte rufen dringend zur RSV-Impfung von Säuglingen auf

Nora Heindl, 18.02.2026 09:26

LINZ. Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sorgt derzeit für zahlreiche schwere Atemwegsinfektionen bei Babys – allein am Kepler Uniklinikum mussten in den vergangenen Wochen mehrere Kinder intensivmedizinisch betreut werden. Schutz bietet eine kostenlose Impfung direkt nach der Geburt, zu der die Ärzte dringend raten.

 (Foto: Rattanachat/stock.adobe.com)
(Foto: Rattanachat/stock.adobe.com)

RSV ist ein Atemwegsvirus, das im Herbst und Winter auftritt. Bei Kindern ist die RSV-Infektion der häufigste Grund für eine Hospitalisierung in den Wintermonaten und betrifft vor allem Babys noch vor ihrem ersten Geburtstag. Vor allem im Säuglingsalter ist eine Infektion mit dem RSV bedrohlich.

Derzeit kommt es zu zahlreichen schweren Verläufen mit Symptomen von Trinkschwäche bis hin zu schwerer Atemnot. Fünf Kinder mussten im Kepler Uniklinikum in den vergangenen drei Wochen bereits auf der Kinder-Intensivstation und fünf bis sieben Kinder aktuell täglich auf der Normalstation betreut werden. Täglich kommen weitere Kinder dazu. 

Schutz bietet eine passive Immunisierung, die in Österreich für alle Neugeborenen empfohlen und kostenlos im nationalen Impfplan enthalten ist. Babys sollten unmittelbar auf den Wochenbett- und Neugeborenenstationen – und damit noch vor der Entlassung nach Hause – immunisiert werden. Die erste Lebenswoche gilt als idealer Impfzeitpunkt für Kinder.

Krankheitsverläufe im ersten halben Lebensjahr besonders schlimm

Besonders gefährdet durch eine RSV-Infektion sind Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. „Das Risiko für einen schweren Verlauf ist im ersten halben Lebensjahr besonders hoch. Daher ist es wichtig, dass die Immunisierung geborener Babys sofort in den ersten Lebenstagen erfolgt. Ich appelliere an alle Eltern, diese kostenlose Impfung in Anspruch zu nehmen“, so Ariane Biebl, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde.

Die RSV-Immunisierung ist keine klassische Impfung, sondern eine passive Immunisierung. Das heißt, es werden direkt die Antikörper verabreicht. Der Schutz ist damit sofort gegeben.

Impfung der Mutter bei Risikogeburt

„Müttern, die eine Risikogeburt (Babys mit Herzfehler, Fehlbildung oder drohende Frühgeburt) zu erwarten haben, wird besonders empfohlen, dass sie sich selbst ca. in der 32 Schwangerschaftswoche gegen RSV impfen lassen. Damit ist ein sofortiger Schutz für das Baby durch Antikörper über den Mutterkuchen gewährleistet. Bei stationärer Aufnahme im Kepler Universitätsklinikum ist diese Impfung ebenso kostenlos,“ betont Sabine Enengl, Leitende Oberärztin der Geburtshilfe.

Mythos, Babys seien zu schwach

„Der Gedanke, dass das Immunsystem von Babys zu schwach für Immunisierungen sei, ist ein weitverbreiteter Mythos. Säuglinge können auf viele Impfstoffe schon früh angemessen und schützend reagieren. Gerade weil ihr Immunsystem noch reift und sie gegenüber bestimmten Krankheitserregern besonders verwundbar sind, ist es wichtig, altersgerecht zu impfen. Mütter, die mehr als zwei Wochen vor der Geburt eine RSV-Impfung erhalten haben, müssen ihre Babys nicht impfen lassen – hier ist der Nestschutz gewährleistet. Eine Impfung wäre dann nach der Geburt nur bei Risikokindern, wie extremen Frühgeborenen, zusätzlich notwendig, um den ausreichenden Schutz des Kindes zu gewährleisten,“ so Oberärztin Natascha Wagner, Klinik für Neonatologie.

„Das Angebot der RSV-Impfung direkt nach der Geburt ist nicht nur ein klares Zeichen für Prävention, sondern ermöglicht unseren Kleinsten einen guten und gesunden Start ins Leben. Denn Impfungen gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, die die Medizin zu bieten hat“, betont Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander.


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