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Hier hört eine Hebamme zu: Start der oberösterreichischen Hebammensprechstunde

Regina Wiesinger, 01.03.2018 14:59

OÖ. Vertraulich, kostenlos, per Telefon: Jeden Montag von 9 bis 11 Uhr erreichen Schwangere, junge Mütter und Eltern zukünftig eine Hebamme unter der Notrufnummer 142.

  1 / 2   Silvia Breitwieser, Leiterin TelefonSeelsorge OÖ – Notruf 142; Landesrätin Christine Haberlander; Nicole Humer, Landesgeschäftsstellenleiterin OÖ des Österreichischen Hebammengremiums; Barbara Lanzerstorfer-Holzner, Projektleiterin Hebammensprechstunde (v.l.) Fotos: Diözese Linz/Appenzeller

„Es gibt keine Frage, die nicht gestellt werden darf“, bringt es Landesrätin Mag.a Christine Haberlander in ihrem Statement bei der Pressekonferenz auf den Punkt. „Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft sind Ereignisse im Leben, die große Veränderungen darstellen. Werdende und junge Mütter und Eltern benötigen jegliche Unterstützung, welche die Bindung zu ihrem Baby und Säugling festigt, ihre Handlungsfähigkeit erhöht sowie ihre elterlichen Ressourcen stärkt.“ Jeden Montag von 9 bis 11 Uhr ist unter der Notrufnummer 142 eine Hebamme erreichbar. Es ist keine Terminvereinbarung nötig, ein Griff zum Telefon reicht. „Die Notrufnummer ist gebührenfrei. Das heißt, ein Anruf scheint nirgends auf, auch auf keiner Rechnung. Er ist vollkommen vertraulich“, betont Silvia Breitwieser von der TelefonSeelsorge – Notruf 142.

Starke Eltern, starke Kinder

„Geht es den Eltern gut, geht es den Kindern gut“, weiß Barbara Lanzerstorfer-Holzner. Sie ist Projektleiterin der Hebammensprechstunde. Eltern zu werden oder zu sein, ist nicht leicht. In den Sozialen Medien wird ein Bild der perfekten Elternschaft inszeniert. „Alle tun so, als wäre eine Geburt so etwas Wunderbares. Doch dann ist die begleitende Hebamme gegangen und die jungen Eltern sind mit dem Neugeborenen alleine. Fragen tauchen auf. Jeder hat Ratschläge parat. Dabei würde es gut tun, dass einem einfach einmal jemand zu hört.“

Während der Hebammensprechstunde ist es möglich, kostenlos und anonym anzurufen – egal, ob aus dem Bad, dem Kinderzimmer oder der Küche. „Mit diesem Angebot wollen wir Anlaufstelle für Frauen in Oberösterreich sein. Es tut gut zu wissen, dass jemand am Telefon sitzt und darauf wartet, dass dieses Telefon klingelt. Jemand, der zuerst einmal zuhört. Zuhören kann schon vieles lösen.“ Mit Angeboten wie der Hebammensprechstunde oder dem Elterntelefon trägt die TelefonSeelsorge – Notruf 142 zur psychischen Gesundheit bei.

Erste anonyme Beratung durch Hebammen

Etwa 16.000 Babys kommen in Oberösterreich pro Jahr zur Welt – jedes einzelne begleitet von Hebammenhänden. Hebammen begleiten auch nach der Geburt, wenn die jungen Familien wieder in ihren eigenen vier Wänden sind. „Eine anonyme Beratung durch eine Hebamme gab es aber bisher nicht“, berichtet Nicole Humer. Sie ist Leiterin der Landesgeschäftsstelle OÖ des Österreichischen Hebammengremiums. „Als die TelefonSeelsorge mit der Idee der telefonischen Hebammensprechstunde auf uns zuging, waren wir sofort begeistert.“ Auch Humer betont, dass es keine Frage gibt, die es nicht wert ist, gestellt zu werden. „Frauen sollen befähigt werden, auf ihr Bauchgefühl zu vertrauen. Junge Mütter und Eltern sind oft sehr verunsichert. Einerseits gibt es so viele Informationen wie noch nie. Andererseits entsteht oft der Eindruck, dass alle Eltern rundherum perfekt sind, nur selbst kriegt man nichts auf die Reihe. Hier ist es wichtig, Schwangere, Mütter und Eltern zu bestärken. Was eine Frau beschäftigt, muss besprochen werden können.“

Mit der TelefonSeelsorge OÖ – Notruf 142 und dem Österreichischen Hebammengremium, Landesgeschäftsstelle OÖ haben sich zwei Institutionen mit jahrzehntelanger Erfahrung zusammengetan. Die daraus entstehenden Synergieeffekte kommen jungen Eltern in Oberösterreich zugute.


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