Ein Schnupfen alleine ist noch kein Covid-19-Symptom

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Mag. Susanne  Überegger Online Redaktion, 20.09.2020 18:05 Uhr

BEZIRK. Mit der Herbstzeit beginnt wieder die Erkältungszeit. Viele Menschen sorgen sich nun bei rinnender Nase und kratzigem Hals, ob es sich um eine harmlose Erkältung, um eine Grippe oder gar um Covid-19 handelt. „Ein Schnupfen alleine ist in der Regel harmlos und noch kein Grund, eine COVID-19-Erkrankung zu befürchten. Vorsichtig bleiben sollten aber alle, auch ohne Symptome“, sagt Dr. Tilman Königswieser. 

„Je mehr wir uns in der kalten Jahreszeit in geschlossenen, nicht ausreichend durchlüfteten Räumen aufhalten, umso anfälliger sind wir für Infektionen aller Art. Es wird mehr gehustet und geniest, Viren und Bakterien verbreiten sich vermehrt über Tröpfchen und Aerosole in der Luft und können von anderen eingeatmet werden. Umso wichtiger ist, dass wir weiterhin Abstand halten, auf die Hygiene achten und bei Kontakten einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, sagt Dr. Tilman Königswieser, Experte der OÖ Gesundheitsholding im Corona-Krisenstab des Landes Oberösterreich.

Doch trotz aller Gesundheitsmaßnahmen könne nicht alles zum Erliegen kommen, nur weil die Nase läuft.

Fieber und trockener Husten sind klassische Covid-19-Symptome

„Zu den typischen Corona-Anzeichen zählt ein trockener Husten ohne Schleimproduktion. Zusätzlich kann Kurzatmigkeit auftreten. Bei einer Grippe kann das zwar auch passieren, aber das ist seltener“, klärt Tilmann auf.

„Viele Covid-19-Erkrankte bekommen außerdem sehr hohes Fieber, wobei die Temperatur meist innerhalb von kurzer Zeit auffällig stark ansteigt. Bei einer Grippe ist Fieber ebenfalls üblich, jedoch nimmt die Körpertemperatur dann meistens nicht so schlagartig zu.“

Etliche Patienten würden zudem eine Lungenentzündung und weitere, etwas seltenere Symptome entwickeln. Die meisten Fälle verliefen aber äußerst unterschiedlich und viele Betroffene blieben gar symptomlos.

Ohnehin sei aber auch eine Grippe sehr ernst zu nehmen: „Wer krank ist, sollte möglichst zu Hause bleiben und seine Symptome beobachten. Wer vermutet, dass es sich um Corona handeln könnte, ruft die telefonische Gesundheitsberatung 1450 an und isoliert sich“, rät Königswieser.

Aufpassen bei Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

In jedem Fall ist SARS-CoV-2 noch viel ansteckender als eine Grippe und die Verläufe können heftiger ausfallen. Bei vielen Covid-19-Erkrankten kommt es zu einem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Häufig klagen Patienten auch über einen unerklärlichen, ausgeprägten Müdigkeits- und Erschöpfungszustand, der wie aus dem Nichts auftritt.

Beobachtet jemand an sich solche Veränderungen, möglicherweise gepaart mit weiteren Symptomen, dann ist ein Test durchaus sinnvoll. Bei Durchfall und plötzlich auftretenden Bauchschmerzen ist ebenfalls Vorsicht geboten, dahinter muss aber nicht zwangsläufig eine Corona-Erkrankung stecken.

Auch der Unterschied zwischen einer Allergie und einer schwerwiegenden Erkrankung ist nicht immer sofort auszumachen. Allerdings greift eine starke Allergie oder Erkältung tendenziell eher die unteren Atemwege an, während SARS-CoV-2 vor allem die oberen Atemwege betrifft.

Symptome ernst nehmen und richtig einordnen

„Für medizinische Laien ist es natürlich besonders schwierig, zwischen einer Erkältung, einer Grippe und Covid-19 zu unterscheiden und viele sorgen sich verständlicherweise: wegen dem, was wir wissen, und auch wegen dem, was wir alles noch nicht wissen“, sagt Königswieser.

„Grundsätzlich ist es so, dass eine Erkältung meistens eher schleichend kommt, eine Grippe Menschen relativ schnell ausknockt und Covid-19 mit unterschiedlichsten Symptomen und Verläufen einhergeht, die dabei sehr schubweise auftreten können.“

Besonders wichtig ist für Königswieser, dass mögliche Symptome ernst genommen und richtig eingeordnet werden: „Ein Schnupfen alleine ist noch kein Corona-Symptom, bei einem Schnupfen gemeinsam mit trockenem Husten und stark steigendem Fieber sollten hingegen die Alarmglocken läuten.“

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