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WEITERSFELDEN. Die kleine Leonie Koppenberger war noch nicht mal zwei Jahre alt, als ihre Zwillingsbrüder Liam und Luca auf die Welt kamen. Eine herausfordernde Situation für die jungen Eltern aus Weitersfelden, die sie mit Unterstützung der Mobilen Familiendienste der Caritas gut meisterten.

Caritas-Familienhelferin Herta Grabner unterstützte Familie Koppenberger. Foto: Caritas
Caritas-Familienhelferin Herta Grabner unterstützte Familie Koppenberger. Foto: Caritas

Erst als mit dem Mehrlingszuschuss vom Land OÖ auch ein Gutschein für die Mobilen Familiendienste ins Haus flatterte, traute sich Mutter Silvia Koppenberger bei der Caritas anzurufen: „Wir hatten zwar die Befürchtung, dass wir uns eine längerfristige Unterstützung nicht leisten würden können. Aber ich dachte: „Fragen kostet nichts“. Ich erfuhr, dass sich der Tarif am Einkommen orientiert. Der Einsatz war damit für uns leistbar und wir forderten für zwei Mal in der Woche einen fünfstündigen Familienhilfeeinsatz an.“

Bedenken rasch zerstreut

Die Bedenken, eine fremde Person im Haus zu haben, wurden rasch zerstreut. „Bald hatte ich das Gefühl, dass ein Familienmitglied ins Haus kam – und keine fremde Person“, sagt die dreifache Mutter. Zu zweit ging einfach alles leichter von der Hand. Während sich die Caritas-Mitarbeiterin um die Kinder kümmerte, hatte Mama Silvia die Möglichkeit, den Haushalt zu machen – oder umgekehrt. „Es blieb auch einmal Zeit, mich bewusst nur einem Kind zu widmen. Die Bedürfnisse der Kinder sind ja altersbedingt unterschiedlich. Und ab und zu hatte ich nach durchwachten Nächten auch mal die Möglichkeit, mich für eine Stunde hinzulegen. Ich erinnere mich, dass wir uns damals abends oft fragten: Wie schaffen wir wohl die nächste Nacht?“, erzählt Silvia Koppenberger.

Einsatz verlängert

Nachdem die ersten drei Monate der Caritas-Familienhilfe so gut klappten, wurde der Einsatz mit der Langzeithilfe auf ein Jahr verlängert. Danach kam die Familie ein Dreivierteljahr alleine zurecht, bis Silvia Koppenberger operiert werden musste und anschließend nichts heben durfte. „Für uns war klar, dass wir wieder um Unterstützung durch die Mobilen Familiendienste ansuchten – und wieder war es eine wunderbare, problemlose und unbedingt notwendige Unterstützung. Dieses Mal hatten wir auch überhaupt keine Bedenken – wir wussten, dass die Caritas-Mitarbeiterinnen nett sind – und sollte man wirklich mit jemandem nicht klarkommen, dann würde jemand anderes kommen.“

Jeder Tag, jede Familie anders

Caritas-Mitarbeiterin Herta Grabner aus Schlag bei Freistadt kam zu Familie Koppenberger. Die 48-Jährige ist selbst Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Kindern und schloss 2018 die dreijährige Ausbildung zur Diplom-Sozialbetreuerin Familienarbeit ab: „Ich wollte nach so vielen Jahren in der Landwirtschaft etwas Neues machen – und bin auf die Familienarbeit gestoßen. Mir gefällt die Abwechslung von Haushalt und Betreuung der Kinder. Jeder Tag ist anders, jede Familie ist anders. Das ist schön.“

Hilfe annehmen

Silvia Koppenberger legt allen Familien – auch ohne Zwillingen – ans Herz, sich bei den Mobilen Familiendiensten der Caritas zu erkundigen: „Man denkt meist, man muss es alleine schaffen. Auch wenn man eigentlich nicht mehr kann. In solch einer Situation Unterstützung anzunehmen, tut so gut und ist keine Schwäche. Man hat dann wieder Kraft und Spaß am Alltag und mit den Kindern. Dann kann man auch wieder durchatmen.“ Seit einem Jahr arbeitet Silvia Koppenberger wieder 14 Stunden als Lohnverrechnerin. „Auch wenn ich die Zeit mit den Kindern genieße, ist die Arbeit für mich ein wichtiger Ausgleich.“

Die Caritas bietet die Mobilen Familiendienste im Auftrag des SHV an. Der Kostenbeitrag ist sozial gestaffelt. Den Tarifkalkulator und nähere Infos finden Interessenten auf www.mobiledienste.or.at. Die Caritas-Familienhilfe im Bezirk Freistadt ist unter der Telefonnummer 07236/62409 erreichbar.


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