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BEZIRK FREISTADT. Als vor einem Jahr der erste Lockdown verordnet wurde, ergriffen drei Jugendliche aus dem Bezirk die Initiative und riefen die „Nachbarschaftshilfe – Bezirk Freistadt“ ins Leben. Das Freiwilligennetz umfasst mit 200 Personen den ganzen Bezirk.

Vor einem Jahr initiierten Johanna Haghofer, Florian Haneder und Sebastian Merten die Nachbarschaftshilfe Foto: privat

 Johanna Haghofer, Florian Haneder und Sebastian Merten riefen die Initiative ins Leben, um vor allem Menschen zu helfen, die zur Risikogruppe zählen, krank oder durch den Job stark belastet sind. „Im ersten Lock-Down läutete das Telefon mehrmals täglich, da vor allem ältere Menschen verunsichert waren und unsere Hilfe in Anspruch genommen haben“, beschreibt Initiator Sebastian Merten aus Hagenberg die Anfangswochen.

Mit den Lockerungen wäre die Nachfrage zwar weniger geworden, aber Bedarf hätte es trotzdem immer wieder gegeben: „Im zweiten und dritten Lockdown gab es zwar Anfragen, aber nicht mehr in dem Umfang, wie wir es aus dem ersten Lockdown kannten. Ich vermute mit den Schutzmasken und weiteren Sicherheitsvorkehrungen bekamen die Älteren wieder ein Gefühl von Sicherheit, weswegen sie wieder selbst einkaufen gingen. Seit Sommer sind es hauptsächlich Personen unter Quarantäne, die uns kontaktierten“, erklärt Merten.

Einsätze für das Rote Kreuz

Neben den Hilfseinsätzen für Privatpersonen unterstützte das Netzwerk der Nachbarschaftshilfe immer wieder Freiwilligentätigkeiten des Roten Kreuzes oder die Massentestung die Stadtgemeinde Freistadt. So engagiert sich auch Annalena Salchegger, die seit Sommer Mitglied des Koordinationsteams der Nachbarschaftshilfe ist und ist dadurch mitverantwortlich, dass die Testungen reibungslos ablaufen. „Da meine ursprünglichen Pläne, ein Auslandsjahr zu machen, aufgrund von Corona vorübergehend auf Eis gelegt wurden, entschied ich mich kurzerhand beruflich beim Roten Kreuz mitzuwirken“, sagt die 19-jährige Freistädterin.

„Dank an die vielen Helfer“

Das aktuelle Koordinationsteam besteht aus Daniel Etzelstorfer, Florian Haneder, Sebastian Merten und Annalena Salchegger. „Ohne die Freiwilligen hätten wir niemals alle Anfragen bewältigen können. Die große Hilfsbereitschaft zeugt von einer großen Solidarität und zeigt, dass wir als Gesellschaft zusammenhalten“, bedankt sich der 18-jährige Daniel Etzelstorfer bei den freiwilligen Helfern.

Außerdem freut sich das Koordinationsteam, dass so vielen geholfen werden konnte: „Manche Anfragen waren schon etwas komplizierter, aber gerade die Anfragen für Einkaufshilfen laufen mittlerweile routiniert und unkompliziert ab“, erklärt Florian Haneder aus St. Oswald bei Freistadt. „Es ist schön zu sehen, wenn man Leuten mit so alltäglichen Dingen das Leben erleichtern kann.“

Initiative nach Corona fortführen

Nach Corona soll die Nachbarschaftshilfe jedenfalls fortgeführt werden: „Wir möchten das aufgebaute Netzwerk nicht einfach fallen lassen, da es immer und überall wieder Freiwillige braucht“, begründet Merten die Entscheidung, die Initiative fortzuführen. Wie genau die Fortführung aussehen soll, wissen die vier Jugendlichen noch nicht. „Im Sommer möchten wir dazu jedenfalls mit NGO-Vertretern und Interessierten ein Konzept erarbeiten, um weiterhin jene unterstützen zu können, die auf Hilfe angewiesen sind.“ 

Kontakt: 0681/10797546


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