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Schachteln mit Sachspenden stapeln sich: Freistädterin mit ukrainischen Wurzeln ist überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft

Mag. Susanne Überegger, 04.03.2022 16:40

BEZIRK FREISTADT. Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur hässliche Seiten: Die große Hilfsbereitschaft der Menschen ist schier überwältigend. In Windeseile haben auch im Bezirk Freistadt Organisationen und Privatpersonen Aktionen zum Spendensammeln auf die Beine gestellt - wie Yana Fürst.

Yana Fürst aus Freistadt sammelt für ihre Landsleute. (Foto: privat)
  1 / 2   Yana Fürst aus Freistadt sammelt für ihre Landsleute. (Foto: privat)

In der Wohnung von Yana Fürst aus Freistadt stapeln sich die Schachteln mit Windeln, Hygieneartikeln, Babynahrung und Kinderkleidung. Die 34-Jährige gebürtige Ukrainerin hat via Facebook dazu aufgerufen, Spenden für ihre Landsleute vorbeizubringen. Sie ist überwältigt von dem Echo und der Anteilnahme: „Ich habe gedacht, es werden zwei, drei Schachteln mit Sachspenden zusammenkommen. Nie hätte ich damit gerechnet, dass so viele Leute helfen wollen. Sie bringen Sachen bei mir vorbei, fragen, wie es mir geht, nehmen mich tröstend in den Arm, helfen beim Sortieren“, erzählt die dreifache Mutter, die mit einer Tochter (12) und einem Sohn (fünf Monate) in Freistadt wohnt.

„Mama, bei uns ist Krieg!“

Yana Fürst stammt aus einem Ort in der Ukraine, der nahe an der russischen Grenze liegt. „Am Morgen des 24. Februar hat mir mein Sohn, der bei seinem Vater in der Ukraine lebt, geschrieben: ,Bei uns ist Krieg!'“, erzählt Yana Fürst, die mit einem Freistädter verheiratet ist, und ringt beim Gedanken an ihr Kind um Fassung. „Ich bin ständig mit ihm und meinen Eltern in Kontakt, ich mache mir solche Sorgen“, hofft sie, ihre Lieben irgendwie nach Österreich holen zu können.

Die Spendenaktion hat sie gestartet, weil sie nicht untätig herumsitzen wolle, während es in ihrem Heimatland an allen Ecken und Enden fehlt. Wie es aussieht, kann bald ein Lkw voll beladen werden. Zwei Garagen, die ein Bekannter als Lager zur Verfügung gestellt hat, sind schon gut gefüllt mit Sachspenden. Ein Neumarkter hat sich bereit erklärt, den Transport nach Warschau (Polen) durchzuführen, von wo aus eine offizielle gemeinnützige Stiftung die Spenden aus dem Bezirk Freistadt in die Ukraine weitertransportieren wird.

Das wird gebraucht

„Gebraucht wird Milchpulver für Babys, Babyfläschchen, Windeln, Schnuller und Kinderkleidung. Außerdem Binden für Frauen, die gerade entbunden haben“, sagt Yana Fürst. Man kann die Sachen direkt bei ihr daheim in der Samtgasse 7/4 in Freistadt vorbeibringen. Auf Facebook ist sie hier zu finden.

„Ich danke allen Österreichern, die helfen. Die Ukrainer werden ihnen das nie vergessen“, sagt Yana Fürst.

Spendenaktion in Lasberg

Auch Yuliia Kravtsova und Mykhailo Kravtsov, ein ukrainisches Paar aus Lasberg, haben eine Hilfsaktion für ihre Heimat gestartet. Die Pfarre und Gemeinde Lasberg unterstützen diese Aktion, es wurde ein Spendenkonto eingerichtet: AT08 3411 0000 0191 9786, Verwendungszweck „Lasberg hilft Ukraine“. Mit den Geldspenden werden vorwiegend Medikamente, Babynahrung, Hygieneartikel etc. angekauft und der Transport finanziert.

Spendenaktion in Rainbach

Familie Jachs in Rainbach sammelt für die Volkshilfe Spenden, diese können am Samstag, 5. März und Sonntag, 6. März jeweils von 8.30 bis 18 Uhr an der Adresse Sonnenhang 3, 4261 Rainbach, vorbeigebracht werden. Gesammelt werden Hygieneartikel für Babys und Frauen, Windeln, Babynahrung (Gläser und Pulver), Verbandsmaterial, originalverpackte fiebersenkende Schmerzmittel und Antibiotika (für Kinder und Erwachsene), Blutdruckmedikamente, Schlafsäcke, Wolldecken, Stirnlampen und Taschenlampen mit Batterien, Lebensmittel-Konserven.

Sachspenden dieser Art können auch im Volkshilfe-Shop Freistadt abgegeben werden. Infos dazu und zur Möglichkeit, Geld zu spenden hier

Wer freiwillig mithelfen möchte, kann sich auf der Homepage www.fuereinand.at registrieren und wird per dann Newsletter informiert, wo gerade welche helfende Hand gebraucht wird.

SPÖ Freistadt sammelt Sachspenden

Sachspenden auch in der SPÖ-Bezirks-Geschäftsstelle abgegeben werden (Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung: 05 772626-00). Die so gesammelten Sachspenden werden anschließend an das zentrale Lager der Volkshilfe in Hörsching geliefert. Der Hilfskonvoi fährt von dort in die Ukraine.

Caritas OÖ hilft

Die Caritas OÖ hat ebenfalls ein Spendenkonto eingerichtet: Spendenkonto Caritas für Menschen in Not, Raiffeisenlandesbank OÖ, IBAN: AT20 3400 0000 0124 5000; Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine, online spenden auf www.caritas-ooe.at

„Wir stehen im engen Austausch mit den Kollegen der Caritas in der Ukraine, die die Hilfe vor Ort aufrecht erhalten. Sie stellen Verpflegung und Unterkünfte bereit, organisieren Beratungen sowie Transportdienste und bemühen sich darum, Kinder aus Familien- und Waisenhäusern aus den umkämpften Gebieten in Sicherheit zu bringen“, erklärt Franz Kehrer, Direktor der Caritas OÖ.

Die Caritas Österreich ist in der Ukraine seit knapp 30 Jahren aktiv. Die aufgebauten Strukturen ermöglichen es nun, rasch zu helfen. Über dieses Partnernetzwerk leistet die Caritas Nothilfe in der Ukraine und an den Grenzen in Polen, Ungarn, Rumänien und Slowakei. Es werden Nothilfepakete mit Lebensmittel, Hygieneartikel und Heizmaterial verteilt. Warme Mahlzeiten und Getränke werden über Feldküchen ausgegeben. Ebenso werden Decken und warme Kleidung zur Verfügung gestellt. Trotz des Krieges sind knapp 1.000 Mitarbeiter nach wie vor in der Ukraine für die Caritas im Einsatz. Derzeit geht es neben der Notversorgung auch darum, die Hilfe für die Menschen in den bestehenden Caritas-Projekten aufrecht zu erhalten, wie beispielweise die Versorgung von alten, pflegebedürftigen Menschen in entlegenen Dörfern.


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