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FREISTADT. Rund 350 Interessierte folgten der Einladung der Stadtgemeinde Freistadt zum Blackout-Vortrag mit Herbert Saurugg, einem der führenden Experten auf diesem Gebiet. Wer den Vortrag verpasst hat, kann ihn online nachschauen.

  1 / 3   Im Rahmen des Blackout-Workshops überreichte Herbert Saurugg das neue Blackout-Simulationsspiel für Kommunen an Bürgermeister Christian Gratzl und Energiestadtrat Harald Schuh. (Foto: Stadtgemeinde Freistadt)

Herbert Saurugg, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, informierte im Salzhof über Ursachen, Folgen und Vorsorgemaßnahmen bei einem Blackout. „Ich freue mich über das große Interesse an diesem Thema und bedanke mich sehr herzlich bei unserem Experten für den spannenden Vortrag“, resümiert Bürgermeister Christian Gratzl. „Wir hoffen, dass der Tag X nie eintreten wird. Wenn aber doch, ist es wichtig, dass wir gut darauf vorbereitet sind.“

Risiko steigt, Selbstvorsorge wichtig

Saurugg nannte eine Vielzahl an Themen, die in ihrer Gesamtheit das Risiko eines großflächigen Stromausfalls deutlich erhöhen: unter anderem die Folgen der Ukraine-Krise, fehlende Speichersysteme, Versäumnisse im Leitungsausbau, steigender Stromverbrauch durch Digitalisierung, E-Mobilität und Wärmepumpen, Extremwettersituationen sowie zunehmende Sabotageakte und Cyberkriminalität.

Lieferkettenkollaps und Versorgungsengpässe

Der Experte erläuterte, dass der Strom voraussichtlich nach rund einem Tag wieder da sein würde – in Ballungsräumen früher als in Randgebieten –, die Folgewirkungen aber massiv wären und leider häufig unterschätzt würden. Bis die Telekommunikation wieder funktionieren würde, würde es mehrere Tage dauern. Massive Schäden seien in der Produktion und Logistik zu erwarten. Es würde Wochen dauern, bis die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wieder funktioniert.

Wichtige Tipps vom Experten

Der Blackout-Experte empfiehlt daher jeder und jedem Einzelnen, sich auf einen 14-tägigen Notbetrieb vorzubereiten; sprich Lebensmittel, Wasser, Medikamente für diesen Zeitraum zu bevorraten. Es sei sehr wichtig, sich mit den Familienmitgliedern auszumachen, wo man sich im Falle eines Blackouts treffen würde. Man solle nicht vergessen, den FI-Schalter abzuschalten. Beim Wiederhochfahren des Stroms könnten sonst Geräte kaputt werden. Der Experte warnt davor, Kerzen zu verwenden, da man die Feuerwehr nicht anrufen kann. Die Gefahr eines Großbrandes sei hoch und könnte eine lokale Katastrophe auslösen.

„Es wird kein Erlöser kommen“

Als problematisch bezeichnete der Vortragende, dass 60 Prozent der Bevölkerung glauben, dass das Bundesheer im Falle eines Blackouts 9 Millionen Menschen versorgen könnte. „Es wird kein Erlöser kommen“, sagte Saurugg sehr deutlich. Auch die Gemeinde und die Einsatzorganisationen seien nicht in der Lage, 8.000 Menschen in Freistadt zu versorgen. Jeder müsse bei sich selbst beginnen und seine eigenen Hausaufgaben machen. Die erfreuliche Nachricht: Die Wasserversorgung in Freistadt würde auch bei einem Blackout funktionieren, da die Drucksteigerungsanlagen notstromversorgt sind.

Gute Abstimmung zwischen Behörden und Einsatzorganisationen

Unmittelbar vor dem Vortrag fand ein Workshop mit Behördenvertretern, Einsatzorganisationen und Führungskräften der kritischen Infrastruktur unter der Leitung von Herbert Saurugg statt. „Es ist wichtig, dass Behörden und Einsatzorganisationen gut untereinander abgestimmt sind. Jeder muss im Ernstfall genau wissen, was zu tun ist. Ich bedanke mich bei allen Workshop-Teilnehmern für das konstruktive Miteinander“, sagt der Bürgermeister.

Blackout-Vortrag verpasst? Kein Problem!

Wer den Blackout-Vortrag des Krisen-Experten Herbert Saurugg verpasst hat, kann ihn online nachschauen. Der Link ist auf der Homepage der Stadtgemeinde Freistadt unter www.freistadt.at verfügbar.


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