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BEZIRK FREISTADT. Mit den letzten sechs Sonderprüfungen nimmt die von Tips präsentierte 35. Internationale LKW Friends on the road Jännerrallye by LT1 ihren finalen Lauf. Der regierende Staatsmeister Hermann Neubauer liegt nach zwölf von 14 Wertungsabschnitten in Führung. Zweiter ist der gestrige Leader Simon Wagner aus Unterweitersdorf vor dem wieder überraschend schnellen Grünbacher Michael Lengauer.

Sensationeller Dritter nach zwölf von 14 Prüfungen ist Überraschungsmann Michael Lengauer aus Grünbach. Foto: Pirkes

In der Früh ging es für die noch 59 verbliebenen Starter ins gefürchtete, weil an die 1000 m hoch gelegene Liebenau und dann gleich weiter nach Unterweißenbach, wo blankes Eis und eine gefrorene Schneefahrbahn warteten. Während praktisch alle Teams gestern in der Nacht noch vorsorglich auf Schotter-Fahrwerk und schmale Spikes umstellten, musste Simon Wagner weiter auf breitere Pneus und das am Vortag erfolgreiche Asphalt-Fahrwerk vertrauen, weil es seiner Crew nicht möglich war, den Skoda in der vorgeschriebenen Servicezeit umzubauen. Eine fatale Situation, wie sich herausstellen sollte. Der Oberösterreicher verspielte in nur zwei Vormittagsprüfungen seinen gesamten Vorsprung von 1:46 Minuten (!) und damit sogar die Führung an Staatsmeister Hermann Neubauer, der nach seinem gestrigen Fauxpas, als sein Ford Fiesta über eine Minute lang nicht anspringen wollte, schon wie der sichere Verlierer ausgesehen hatte. Aber das ist eben Rallye in Reinkultur und die Jännerrallye im Besonderen.

Mühlviertel ist anders

Völlig andere Verhältnisse haben hier in Freistadt im Lauf der 35-jährigen Geschichte nicht erst einmal für kapitale Umstürze in der Ergebnisliste gesorgt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, an den sich auch Simon Wagner noch klammert: „Am Nachmittag sind noch zwei lange Prüfungen im viel niedriger liegenden Lasberg zu fahren, da kann noch viel passieren. Dort ist es vor allem sicher trocken, und da bin ich dann mit meinem Setup sicher wieder konkurrenzfähig. Ich bin im zweiten Umlauf auf jeden Fall um mein Leben gefahren, um den Rückstand so gering als möglich zu halten.“

Umgebautes Fahrzeug

Glücklicher schaute da naturgemäß Hermann Neubauer drein. „Wir haben gestern entschieden, das Auto für heute umzubauen. Das ist vorerst einmal aufgegangen. Aber ganz traue ich der Sache noch nicht. Die Jännerrallye hat eigene Gesetze, das habe gerade ich hier schon einige Male erleben müssen. Der Nachmittag wird noch ein unglaublich schwieriges Stück Arbeit. Man weiß hier nie, was passiert. Aber gerade das ist das Flair dieser Rallye.“

Krimi um dritten Platz

Ein für die tausenden Fans packendes Duell um den dritten Stockerlplatz liefern sich die Mühlviertler Lokalmatadore Michael Lengauer im Subaru WRX und Martin Fischerlehner im Mitsubishi Evo VI. Derweil hat Lengauer trotz eines Drehers auf SP 11 in Liebenau den Fuß am Podest. Doch sein Vorsprung auf Fischerlehner, der sich auch auf SP 11 an einer Schneestange die Windschutzscheibe zertrümmert hat, beträgt nur 3 Sekunden, also praktisch nichts.

Geschlagener Vorjahressieger

Wie geht es eigentlich Julian Wagner? Der Sieger der letztjährigen Jännerrallye, der gestern wegen einem Radwechsel 12 Minuten und somit jede Chance auf die Titelverteidigung verlor, holte auf den bisherigen vier heutigen Prüfungen drei Bestzeiten und einen zweiten Platz. Für einen Platz unter den ersten 15, also einen, der noch ORM-Punkte bringen würde, sieht er selber jedoch „keine allzu großen Chancen. Ich spekuliere da eher auf die Powerstage am Nachmittag. Da möchte ich wenn möglich voll anschreiben und mir wenigstens die drei Zusatzpunkte holen.“

Finale in Lasberg

Ab 14.30 Uhr geht es bei der Jännerrallye mit den bereits angesprochenen zwei Prüfungen in Lasberg in die hoch spannende finale Phase. Dort warten noch jeweils 14,3 höchst anspruchsvolle Kilometer auf die Piloten. Zudem zählt die allerletzte SP als Powerstage, bei der die jeweils drei Klassen-Schnellsten Zusatzpunkte (3, 2, 1) holen können.

https://www.jaennerrallye.at/2020/


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