Florian Brungraber holt in Tokio Silbermedaille: "Es ist überwältigend, ein Wahnsinn!"
LASBERG. Silber! Para-Triathlet Florian Brungraber gab beim Rennen seines Lebens alles und wurde dafür mit der Silbermedaille belohnt. Mit einer Zeit von 59:55 Minuten überquerte der Elzer die Ziellinie - 2:04 Minuten nach dem Sieger Jetze Plat (NL). Daheim fieberten Familie, Freunde und Vereinskollegen (TriPower) beim Public Viewing in der Elzer Stub'n mit.

Bei seinen ersten Paralympics gewinnt der Lasberger Florian Brungraber nach toller Aufholjagd die Silbermedaille und damit die zweite Medaille bei den Paralympischen Spielen für das rot-weiß-rote Team. „Ich habe schon gewusst, dass ich einen guten Job gemacht habe, aber dass es so aufgeht, fühlt sich noch unrealistisch an. Aber auch unglaublich schön!“ Daheim in Elz gab es ein Public-Viewing beim Wirten seines Vertrauens.
Startschuss um 6.33 Uhr
Der dreifache World Triathlon-Para-Weltcupsieger und Sieger eines hochkarätigen World Paratriathlon Series Rennen wechselte nach dem 750 Meter langen Schwimmen – der Startschuss fiel bereits um 6:33 Uhr – in der Bucht unter der Rainbow Bridge als Achter auf sein maßgeschneidertes Handbike. Sein Rückstand auf den Italiener Giovanni Achenza – der erste Athlet, der an Land ging und der aufgrund seiner Einstufung bereits drei Minuten vor Brungraber ins Rennen startete – betrug 1:53 Minuten.
„Habe schnell einen guten Rhythmus gefunden“
„Ich habe schnell einen guten Rhythmus gefunden und den gut umgesetzt. Für die hohen Wassertemperaturen und obwohl ich den Großteil der Strecke allein schwimmen musste, war die Zeit sehr in Ordnung“, so der 36-Jährige, der seit einem Paragleitunfall vor zehn Jahren mit einem inkompletten Querschnitt im Rollstuhl sitzt.
Turbo gezündet
Nach einem blitzschnellen Wechsel zündete ÖTRV-Para-Nationalteamathlet im Handbike so richtig den Turbo. „Ich habe gewusst, dass ich voll abfeuern und das härteste Radrennen meines Lebens fahren muss – und das ist es einigermaßen geworden“, fuhr der Oberösterreicher die 20 Kilometer mit 220 Watt und mehr und arbeitete sich im Eiltempo durchs Feld. Nach zwei Runden lag er bereits auf Rang drei und also in den Medaillenrängen: „Es war ein fehlerfreies Rennen!“
Als Dritter kam er auch zum zweiten Wechsel, praktisch Rad an Rad mit dem Italiener ging es auf den fünf Kilometer langen Rennrollstuhl-Abschnitt. „Als ich Achenza am Handbike vor mir gesehen habe, wusste ich, dass ich Silber holen werde, weil ich am Rennrolli einfach schneller bin als er.“ Und so dauerte es nicht lange, bis Brungraber vorbeiging und sich mit der schnellsten Zeit auf den letzten fünf Kilometern die Silbermedaille sicherte. Gold ging an den niederländischen „Mr. Triathlon“ Jetze Plat, der seit fünf Jahren ungeschlagen ist und auch im Paracycling als Top-Favorit an den Start gehen wird.
Große Emotionen im Ziel
Paralympics-Debütant Brungraber ließ noch vor der Ziellinie alle Emotionen raus, jubelte mit der ÖPC-Delegation um Präsidentin Maria Rauch-Kallat, Generalsekretärin Petra Huber und Team-Manager Walter Pfaller. „Es ist überwältigend, ein Wahnsinn! Ich habe so viel dafür gegeben, so hart gearbeitet, dass ich hier am Stockerl stehen darf. Dass es jetzt so aufgegangen ist, dass ich am Tag X mein stärkstes Rennen zeigen kann, bedeutet mir unglaublich viel.“
„Freue mich schon, wenn ich mit der Medaille heimkomme!“
Gejubelt wurde auch daheim in der Elzer Stub'n – und das richtig laut. Mehr als 70 Personen ließen sich das Public Viewing nicht entgehen. „Familie, Freundin, Freunde, Verwandte, meine Vereinskollegen von TriPower Freistadt und viele, die mich kennen, sind wohl beisammen gesessen und haben sich beim Wirten meines Vertrauens das Rennen angeschaut. Ich bin mir sicher, dass sie mich ordentlich abgefeiert haben, und freue mich schon, wenn ich mit der Medaille heimkomme!“


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