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Pendlerbezirk Freistadt: "Der typische Mühlviertler ist eben sehr geduldig und ausdauernd"

Mag. Susanne Überegger, 01.09.2017 13:34

BEZIRK FREISTADT. Der Trend des Auspendelns aus dem Bezirk Freistadt ist rückläufig, dafür ist die Zahl der Einpendler gestiegen. Die Wirtschaftskammer Freistadt führt das auf das steigende Angebot an attraktiven Arbeitsplätzen in der Region und vor allem auf die Mühlviertler Schnellstraße S10 zurück.

78,2 Prozent beträgt die Auspendlerquote im Bezirk Freistadt. Foto: Weihbold
78,2 Prozent beträgt die Auspendlerquote im Bezirk Freistadt. Foto: Weihbold

Freistadt ist ein typischer Pendlerbezirk. Mit einer Auspendlerquote von 78,2 Prozent – sie umfasst alle unselbstständig und selbstständig Erwerbstätigen, die im Bezirk wohnen und in einen anderen Bezirk auspendeln – liegt Freistadt unter allen 18 oberösterreichischen Bezirken an 10. Stelle. 10.589 Freistädter zieht es nach Linz, 1634 in den Bezirk Urfahr-Umgebung, 1396 steuern den Bezirk Perg und 1315 den Bezirk Linz-Land an.

Zahl der Einpendler gestiegen

„Der Trend des Auspendelns ist allerdings rückläufig“, verweist WKO-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss darauf, dass sich die Zahl der Erwerbstätigen im Bezirk Freistadt von 2010 bis 2015 um zwei Prozent erhöht hat, gleichzeitig die Zahl der Bezirks-Auspendler in diesem Zeitraum aber um ein Prozent gesunken ist. Die Zahl der Einpendler in den Bezirk Freistadt ist von 2010 bis 2015 um 5,8 Prozent gestiegen.

Lange Wege, viel Zeit

Dennoch ist das Auspendeln im Mühlviertel ein weit verbreitetes Phänomen — über Generationen überliefert und meist ohne großes Murren „hingenommen“, für viele quasi eine Selbstverständlichkeit. „Der typische Mühlviertler ist eben sehr geduldig und ausdauernd“, nennt Wolfsegger eine Begründung dafür, dass man für den Weg zur Arbeit lange Wege und Zeit in Kauf nimmt.

S10 bringt Arbeitsplätze

Durch die S10 seien viele neue Arbeitsplätze im Bezirk entstanden. „Die regionalen Arbeitgeberbetriebe müssen noch besser sichtbar gemacht werden“, will Wolfsegger viele jener Arbeitnehmer, die derzeit auspendeln, im Bezirk halten, um so den regionalen Betrieben die nötigen Lehrlinge und Fachkräfte zu sichern.

„Das Auspendeln wäre gar nicht mehr in diesem Ausmaß nötig, wüssten viele Pendler über die regionalen Arbeitgeberbetriebe und der Arbeitsplatzangebot besser Bescheid.“


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