Nationalratswahl im Bezirk Freistadt: Schwarzer Jubel, blaues Kunststück, grüner Absturz
BEZIRK FREISTADT. Jubel bei ÖVP und FPÖ, lange Gesichter bei der SPÖ, Katerstimmung bei den Grünen: Ganz dem Bundestrend entsprechend fällt das Ergebnis der Nationalratswahl am 15. Oktober im Bezirk Freistadt aus.

Sogar in der traditionell schwarzen Hochburg Kaltenberg konnte die ÖVP im Vergleich zur Nationalratswahl 2013 noch zulegen: Gleich 63,53 Prozent der Kaltenberger Wähler gaben ihre Stimme am 15. Oktober der ÖVP. Aber auch in allen anderen Gemeinden im Bezirk holte die ÖVP mit Zugpferd Sebastian Kurz an der Spitze mehr Stimmen als bei der vorherigen Nationalratswahl.
FPÖ schießt in gleich vier Gemeinden über 30 Prozent
Dieses Kunststück gelang auch der FPÖ, die sogar in gleich vier Gemeinden im Bezirk (St. Oswald, Pierbach, Königswiesen, Unterweißenbach) über die 30-Prozent-Marke schnellte und in allen Gemeinden – bis auf Hirschbach – mehr als 20 Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte.
Herbe Verluste für SPÖ
Die SPÖ war nur in vier Gemeinden die stimmenstärkste Partei, nämlich in Hagenberg, Unterweitersdorf, Pregarten und Wartberg. In Pregarten trennt die Zweitplatzierte SPÖ nur vier Stimmen vom Wahlsieger ÖVP. Besonders in Pierbach, Liebenau, Königswiesen und Unterweißenbach musste die SPÖ herbe Verluste hinnehmen.
NEOS vor den Grünen
Auf nur 3,2 Prozent abgestürzt sind die Grünen im Bezirk Freistadt. Sie hatten 2013 noch 10,92 Prozent der Stimmen erhalten.Die Grünen wurden bei der Wahl am vergangenen Sonntag im Bezirk sogar von den NEOS überrundet, die es auf immerhin 3,58 Prozent der Stimmen schafften.
Nur 55 Wähler im Bezirk Freistadt machten ihr Kreuzerl bei der FLÖ
Nur 0,14 Prozent der Wähler im Bezirk machten ihr Kreuzerl am Stimmzettel bei der FLÖ, für die Rainer Widmann aus Freistadt im Wahlkreis Mühlviertel auf Platz eins kandidiert hatte.
Johanna Jachs (ÖVP) ist „glücklich über das Ergebnis“
„Glücklich“ über das Wahlergebnis der ÖVP im Bezirk Freistadt (plus 4,41 Prozent) ist Spitzenkandidatin Johanna Jachs. „Unser Einsatz ist belohnt worden“, freut sich die Freistädterin. Schon vor der (noch ausständigen) Auszählung der Briefwahlstimmen hatte Jachs schon mehr als 4000 Vorzugsstimmen: „Dass ich gleich bei meinem ersten Antreten so einen großen Rückhalt bekomme, damit habe ich nicht gerechnet. Ein Wahnsinns-Ergebnis.“
Ein positiv überraschter Peter Handlos (FPÖ)
„In allen Gemeinden bis auf Hirschbach hat die FPÖ mehr als 20 Prozent der Stimmen bekommen, in vier Gemeinden sogar mehr als 30 Prozent. Damit habe ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet“, sagt ein positiv überraschter Peter Handlos (FPÖ). Einziger Wermutstropfen sei, im Bezirk Freistadt die SPÖ nicht eingeholt zu haben.
Michael Lindner (SPÖ): „Angesichts der Umstände ein passables Ergebnis“
„Ein Ergebnis, mit dem man nicht zufrieden sein kann“, sagt SPÖ-Landesrat Michael Lindner zum Abschneiden seiner Partei. „Aber angesichts der Umstände ist es passabel, ich kann erhobenen Hauptes in die Zukunft gehen. Zum einen freue ich mich über Zugewinne der SPÖ wie etwa in Hirschbach und in Lasberg. Auf der anderen Seite bereiten mir die massiven Zugewinne der FPÖ auf der Mühlviertler Alm und in St. Oswald große Sorgen.“
Sebastian Merten (Grüne) ist enttäuscht
„Ich bin dermaßen enttäuscht und hoffe, dass die Grünen mit den Briefwahlstimmen doch noch den Einzug in das Parlament schaffen“, sagt Sebastian Merten, grüner Spitzenkandidat für den Bezirk Freistadt aus Hagenberg. “Denn es braucht unbedingt eine erfahrene, grüne Opposition.“ Merten führt die Stimmenverluste zum einen auf die internen Querelen in der Partei zurück (Stichwort Junge Grüne), zum anderen habe auch Peter Pilz den Grünen Stimmen gekostet.
Bitte beachten Sie, dass die Briefwahlstimmen noch nicht ausgezählt sind.


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