30 Jahre RISC in Hagenberg: Künftig wird am JKU Bruno Buchberger Campus studiert und geforscht

Mag. Claudia Greindl Tips Redaktion Mag. Claudia Greindl, 19.10.2017 15:00 Uhr

HAGENBERG. Ihr 30-jähriges bzw. 25-jähriges Bestehen feierten das Research Institute for Symbolic Computation (RISC) und die RISC Software GmbH mit zahlreichen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Schloss Hagenberg.

RISC-Institutsvorstand Peter Paule und RISC Software GmbH Geschäftsführer Wolfgang Freiseisen ließen mit rund 200 geladenen Gästen die vergangenen 30 Jahre Revue passieren. „Eine hohe Innovationskraft ist die Grundlage für Wohlstand, Lebensqualität und Möglichkeiten in unserem Land“, so Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, der zum Jubiläum gratulierte. „Damit das so bleibt müssen wir weiter auf unsere Innovationstriebwerke setzen. Eines dieser Triebwerke ist RISC. Hier wird deutlich, dass in einer Wissensgesellschaft die Wertschöpfung vor allem aus der Kreation neuer und innovativer Lösungen entsteht.“

Forschung und Betriebe profitieren 

Neben Stelzer lobten auch Vizerektorin Barbara Romauer und Vizerektor  Alexander Egyed in ihren Ansprachen die herausragenden Leistungen. „Von den verschiedenen Entwicklungen in Hagenberg profitiert die Wissenschaft genauso wie die Betriebe mit ihren Beschäftigten und damit die Wirtschaft und Industrie“, sagte Romauer. „Was hier erdacht, umgesetzt, gelehrt und vermittelt wird, ist international tonangebend und tempomachend“, ergänzte Egyed.

 Erfindergeist, Neugier, Beharrlichkeit

„Bei aller Computerisierung leben das RISC-Institut und seine Gesellschaft sei jeher von einem wesentlichen Faktor: dem Menschen – mit seinem Erfindergeist, seiner Neugier und seiner Beharrlichkeit“, betont Meinhard Lukas, JKU-Rektor und Leiter des Softwareparks Hagenberg. „Im Mühlviertel hat man die Zeichen der Zeit deutlich früher als woanders erkannt und in Taten umgesetzt. Darauf fußt heute der gesamte Bildungs- und Forschungsstandort.“

Wissenschaft und Wirtschaft vereint im Softwarepark

Zwei hochkarätige Keynotes aus Wissenschaft und Wirtschaft gaben den Gästen kurze Einblicke in ihre Themenfelder. Volker Strehl von der Universität Erlangen-Nürnberg, seit der Gründung in wissenschaftlicher und kollegialer Weise eng mit RISC verbunden, hob die zentrale Rolle des symbolischen Rechnens in aktuellen Entwicklungen in verschiedensten Technologiebereichen – Stichwort: Künstliche Intelligenz – hervor. Fernaß Daoud von Airbus veranschaulichte Design- und Optimierungsprozesse bei der Entwicklung von Flugzeugen und Raumfahrzeugen.

JKU Bruno Buchberger Campus

Als Honorierung des großen Engagements von Gründer und Mastermind Bruno Buchberger wurde das RISC-Areal rund um das Schloss Hagenberg durch Christoph Leitl in „JKU Bruno Buchberger Campus“ benannt. Im Anschluss hatten die Gäste die Möglichkeit, bei neun Stationen die zahlreichen Erfolgsgeschichten von RISC zu erleben. Unter anderem wurden ausgewählte Projekte aus dem Bereich Logistik-Informatik, der neurochirurgische Simulator „Virtual Aneurysm“ aus der Forschungsabteilung Medizin-Informatik, Computeralgebra in der Quantenphysik und modernste Entwicklungen in verschiedenen Bereichen des Symbolischen Rechnens präsentiert.

 RISC-Institut und RISC Software GmbH: gemeinsam erfolgreich

Seit 30 Jahren prägt das RISC mit der Schaffung des Softwareparks Hagenberg die oberösterreichische Forschungs- und Wirtschaftslandschaft. Mit der Gründung des RISC-Instituts durch Bruno Buchberger 1987 wurde eine exzellente wissenschaftliche Forschungseinrichtung geschaffen, die weltweit ihresgleichen sucht. Wie zukunftsweisend und innovativ symbolisches Rechnen ist, konnten damals nur wenige abschätzen.

Weltweite Nachfrage 

Die 1992 als Spin-off des RISC-Instituts gegründete RISC Software GmbH hatte von Anfang an das Ziel angewandte Forschung, experimentelle Entwicklung und Technologietransfer für die Wirtschaft zu betreiben. Die Kombination von Domänen-Know-how und symbolischem Rechnen kristallisierte sich als Erfolgsfaktor heraus. Die Kompetenzen in den Bereichen Logistik-Informatik, Industrielle Softwareanwendungen, Medizin-Informatik und modernste Rechentechnologien werden weltweit nachgefragt. Namhafte Kunde sind unter anderem Airbus, DS Automotion, MIBA, Trumpf GmbH+ Co KG und WFL Millturn Technologies.

Erfolgsfaktoren 

Die Kombination von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung sowie die verschränkte Arbeitsweise des RISC-Instituts und der RISC Software GmbH sind die wesentlichen Faktoren des langjährigen Erfolgs.

Über das RISC-Institut der JKU

RISC (Forschungsinstitut für symbolisches Rechnen) ist ein Institut der Johannes Kepler Universität in Linz, Österreich. Es wurde 1987 von Univ.-Prof. Bruno Buchberger gegründet und ist seit 2009 unter der Leitung von Univ.-Prof. Peter Paule. Das RISC ist ein weltweit anerkanntes Leuchtturm-Institut im Bereich der Grundlagenforschung in Computer-Mathematik, was bei Evaluierungen durch internationale und unabhängige Experten-Gremien regelmäßig bestätigt wurde. Neben der Ausbildung von JKU-DiplomandInnen in Mathematik und Informatik betreut die 15-köpfige RISC Faculty jährlich im Schnitt zwischen 15 und 20 PhD StudentInnen aus aller Welt. RISC befindet sich im Schloss Hagenberg, ungefähr 20 Kilometer nordöstlich von Linz.

 

Über RISC Software GmbH

Seit der Gründung im Jahr 1992 durch Univ.-Prof. Bruno Buchberger forscht und entwickelt die RISC Software GmbH für die Wirtschaft. Dabei werden in einzigartiger Weise die Kernkompetenzen Symbolisches Rechnen, Mathematik und Informatik im Rahmen der Kompetenzbereiche Logistik-Informatik, Industrielle Softwareanwendungen, Medizin-Informatik und modernste Rechentechnologien zur Entwicklung praxisgerechter Softwarelösungen eingesetzt. Das Unternehmen steht zu 80 Prozent im Eigentum der Johannes Kepler Universität Linz und zu 20 Prozent im Eigentum der Upper Austrian Research GmbH (Land OÖ). Mehr Informationen unter www.risc-software.at.

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