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FREISTADT. Die Kündigung von Stadtmanagerin Bettina Braumann, die erst seit wenigen Monaten im Amt war, hat in der Freistädter Stadtpolitik die Wogen hochgehen lassen. In einem offenen Brief führt sie vor allem die Einflussnahme der ÖVP auf ihre Arbeit an.

Alle Oppositionsparteien (v.l.: SPÖ, WIFF, Grüne (2), WIFF und FPÖ) sind sich einig: das Stadtmarketing muss weiterlaufen. Foto: SPÖ Freistadt

Das Schreiben und die Kündigung hatten viele Stellungnahmen zur Folge, so gab es auch erstmals in der Geschichte der Stadt eine gemeinsame Pressekonferenz von SPÖ, WIFF, Grüne und FPÖ. Einstimmig fordern sie, dass „Bettina Braumann ihre Tätigkeit weisungsfrei, autonom und nach Möglichkeit räumlich getrennt von der Stadtgemeinde ausüben kann. Sie ist als beste Kandidatin gewählt worden, ohne sie betrachten wir das Stadtmarketing Freistadt als gescheitert.“ Laut Rainer Widmann (WIFF) befände man sich nun in einer Situation, die Freistadt landesweit ins Lächerliche zieht. WIFF fordert die Entpolitisierung des Stadtmarketings und der Stadtgemeinde.

Zu früh beurteilt, mit Aufgaben überhäuft

Einig sind sich die Parteien auch darin, dass Braumann viel zu früh für ihre Arbeit beurteilt worden ist. „Man hat ihr keine Chance gegeben“, sagt Klaus Elmecker von den Grünen. Hubert Reitbauer, WIFF: „Es wurde von Anfang an betont, dass so ein Prozess länger dauert. Darum ist es ein Wahnsinn, dass die Stadtmanagerin nach so kurzer Zeit schon beurteilt worden ist.“

„Der gesamte Prozess muss nun wieder von vorne gestartet werden. Wir wollen Transparenz in der Geschichte.“ Auch die FPÖ steht hinter dem Stadtmarketing. „Es gehört nun aufgeklärt, weshalb und warum es dazu gekommen ist, dass Frau Braumann gekündigt hat. Es muss auf jeden Fall weitergehen“, sagt Fritz Mayr (FPÖ). Vizebürgermeister Christian Gratzl betonte außerdem, dass Braumann mit Aufgaben überhäuft wurde, die nicht ihre sind. „Das Stadtmarketing darf keine Abteilung der ÖVP sein!“

Sondersitzung gefordert

Die Oppositionsparteien fordern einstimmig eine Gemeinderats-Sondersitzung. Der Antrag wird kommende Woche eingebracht, danach muss die Sitzung innerhalb von vier Wochen stattfinden.

Neuer Stadtmanager gesucht

Dass es ernsthafte Nachfolger geben würde, bezweifeln die Parteien. Das sieht Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer (ÖVP) anders: „Es gibt schon Interessenten für die Stelle.“ Wichtig sei ihr und Stadtmarketing-Beirat-Stellvertreter Ewald Pöschko, „dass der oder diejenige in Freistadt wohnt. Kompetenz geht aber vor Wohnort.“

Kompetenzhandbuch

Auf den Vorwurf der SPÖ, Bettina Braumann habe am Ostermarkt mit den Kindern basteln müssen, sei laut Bürgermeisterin, PRO-Freistadt Obmann Christoph Heumader und FKG-Geschäftsführer Martin Reindl nichts dran, sie hätte das, wenn überhaupt, kurzfristig freiwillig gemacht. Wichtig sei ihnen alle auf jeden Fall, dass alle Arbeiten und Projekte weiterlaufen. Es soll auch ein Kompetenzhandbuch erstellt werden, in dem die Aufgaben der oder des zukünftigen Stadtmanagers/in klar geregelt wird.

Zu viele Weisungen

Pöschko betonte außerdem, dass es keinen Sinn mache, wenn „15 Leute mit ihren Ideen und Aufgaben an die Stadtmanagerin herantreten, daran zerbricht jede Person. Das soll nur die Beirats-Vorsitzende machen und das ist Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer.“ Sie solle aber ÖVP-unabhängig und nur als Bürgermeisterin agieren. Braumann habe das aber als politische Vereinnahme verstanden, meint Pöschko. 

Kündigung akzeptieren, Marketing weiterführen

Dass die Kündigung von Bettina Braumann so hohe Wellen schlug, versteht Ewald Pöschko nicht. „Es ist nicht schön, dass um die Kündigung nun so ein Bahö gemacht wird. Wenn sich etwas ändert und jemand kündigt, muss man das akzeptieren.“ Es stehen aber alle dahinter, dass das Stadtmarketing weitergeführt wird. „Wir brauchen das für Freistadt, ich stehe mit PRO Freistadt voll dahinter“, sagt Obmann Christoph  Heumader. Vor dem Sommer soll noch ein Nachfolger gefunden werden. „Ein Wunsch von uns ist, dass in die ganze Sache Transparenz kommt.“


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