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FREISTADT. Die erst vor wenigen Monaten engagierte Stadtmanagerin für Freistadt, Bettina Braumann, hat heute per Mail mitgeteilt, dass sie das Dienstverhältnis mit der Stadt beendet hat.

  1 / 2   Stadtmanagerin Bettina Braumann und ÖVP-Bgm. Elisabeth Paruta-Teufer gehen in Zukunft getrennte Wege.

„Diese Entscheidung fiel mir unheimlich schwer, ließ sich letztendlich aber nicht vermeiden“, schreibt Braumann. Und weiter: „Anfang 2018 habe ich dem Stadtmarketingbeirat, in dem Vertreter aller politischen Parteien, Vertreter der Braucommune Freistadt, Obmann und Stellvertreterin des Vereins Pro Freistadt und Vertreter des Tourismusverbands Mühlviertler Kernland sind, ein ambitioniertes und umfangreiches Jahresprogramm für 2018 präsentiert, das ich Schritt für Schritt abarbeiten wollte.“

„Aufgaben, die nichts mit Stadtmarketing zu tun haben“

„Mehrere Punkte dieses Programmes verschieben sich aber immer weiter nach hinten, weil man versucht, mich mit Aufgaben zu überhäufen, die einerseits absolut nichts mit Stadtmarketing zu tun haben und andererseits von der Umsetzung einer strategischen Positionierung weit entfernt sind. Manch politischer Meinungsmacher scheint eine andere Einstellung in Bezug auf die Selbständigkeit eines Stadtmarketing-Büros zu haben, als ich. So werden beispielsweise in (in meiner Abwesenheit stattfindenden) Sitzungen von der Bürgermeisterin Personalleistungen aus dem Stadtmarketing für externe Veranstaltungen wie zB dem „Tag der Sonne“ versprochen, oder es wird in Pro Freistadt Vorstandssitzungen betont, dass das Stadtmarketing der „Ideen-Umsetzer“ von Pro Freistadt sei.“

Schwere Vorwürfe an ÖVP

„Die kürzlich gefallene Personalentscheidung über die Besetzung der Assistenzstelle des Stadtmarketings mit einer selbst ernannten „ÖVP-Frau“ und Vorstandsmitglied des Vereins Pro Freistadt verschärft diese Situation zudem und stellt die Neutralität des Stadtmarketings berechtigter Weise in Frage. Ich bin in keiner Partei politisch engagiert. Dass ich zur ÖVP dieselbe Nähe bzw. Distanz wie zu allen anderen in Freistadt aktiven Parteien habe, wird mir nun zur Last gelegt. Weil ich Dinge hinterfrage, wird mir vorgeworfen, dass ich der ÖVP-Bürgermeisterin und der gesamten Partei gegenüber illoyal sei. Eine Anschuldigung, die mir gemeinsam mit der erlebten Einflussnahme das Gefühl vermittelt, dass man Schritt für Schritt versucht, das Stadtmarketing in Freistadt – das eigentlich autonom agieren sollte – zu einer ÖVP-geführten Servicestelle für Events umzufunktionieren.“

„Leider gibt es nicht nur Auffassungsunterschiede, was die Verbindlichkeit des beschlossenen Jahresprogramms und Budgets betrifft, sondern auch was die Einhaltung der vor Dienstantritt versprochenen Leistungen seitens der Freistädter Kommunalbetriebe GmbH betrifft. So wurde mir – wie bereits oben erwähnt – verwehrt, meine Assistenzkraft selbst auszuwählen.“

„Ich bedauere es, Freistadt den Rücken kehren zu müssen. Aber unter den derzeitigen Voraussetzungen ist es mir unmöglich, meiner Tätigkeit in entsprechender Form nachzukommen. Nach langen Überlegungen und Verbesserungsbestrebungen sehe ich mich aber hauptsächlich der Stadt und der Öffentlichkeit gegenüber verantwortlich und muss daher an diesem Punkt leider das Dienstverhältnis beendigen. Nichtsdestotrotz wünsche ich mir für Freistadt nur das Beste und den Menschen, die in und für Freistadt etwas bewegen wollen, wünsche ich viel Kraft und Ausdauer.“


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